Sonntag, 2. Juni 2019

(Lisa schreibt) Digitalwüste Deutschland

Ich stehe an einem kleinen Bahnhof, der zu einem Dorf gehört, irgendwo im Süden Englands. Die pulsierende Stadt London haben wir schon lange hinter uns gelassen und es geht Richtung Küste ans Meer. Ich warte auf meinen Anschlusszug und frage, wie viel Kilometer verbleiben, bis ich endlich wieder das Wasser sehen kann. Es sind genau neunundsiebzig Kilometer. 
In Zeiten von Smartphone und den unendlichen Weiten des Internets ist es manchmal so einfach Fragen zu beantworten. In gerade mal zehn Sekunden weiß ich, wie viel Strecke ich noch zurücklegen muss, damit ich endlich ans Urlaubsziel komme. Die Bahn kommt pünktlich. Alles läuft nach Plan.

Einige Wochen später hat sich mein entspannter Gesichtsausdruck komplett gewandelt. Mit genervter Miene stehe ich an einem Bahnhof irgendwo in der Nähe von Köln. Mein ursprünglicher Plan eine Freundin in Frankfurt zu besuchen verwandelte sich in eine komplette Katastrophe. Irgendwo hinter Köln hat mich mein Zug, der mich eigentlich per Direktverbindung nach Frankfurt bringen sollte, ausgespuckt und seit einer halben Stunde versuche ich verzweifelt herauszufinden, wo ich bin und vor allem wie ich hier wieder wegkomme. Aus meinen Bemühungen lässt sich leicht eine Zirkusnummer machen, da ich mein Smartphone in alle Richtungen halte und auf dem Bahnsteig von einem Bein auf das andere hüpfe. Es fehlt nur noch die Clownsnase und das Einrad. Auch wenn ich meine reisenden Mitmenschen damit durchaus belustige, bleiben meine Versuche erfolglos. Kein mobiles Netz, kein Internet und somit auch keine Chance herauszufinden, wie ich diesen Ort verlassen kann. 
Am besten, ich kaufe mir Clownsschminke und suche mir einen netten Zirkus zum Mitreisen, bis ich wieder Netz habe.

Trotz auf das Smartphone stierende Zombies, die durch die Innenstädte flanieren und einer Gesellschaftsstruktur, die nur noch aus Digitalisierung zu bestehen scheint, hat es unsere Kanzlerin, Angela Merkel, einmal unfreiwillig auf den Punkt gebracht: Das Internet ist für uns 'Neuland'. 
Während es in anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, beim zur Verfügung stellen eines mobilen Netzwerkes keinen Unterschied zu machen, ob man auf ein weites Feld blickt oder gerade das Glück hat sich in einer Stadt zu befinden, traben wir in Deutschland der Digitalisierung hinterher. Als moderner Mensch in einer zivilisierten Gesellschaft ist es fast nicht mehr möglich ohne Internet unterwegs zu sein und doch kann man fast vor dem inneren Auge die ungläubigen Gesichter der älteren politischen Damen und Herren sehen, wenn ihnen eröffnet wird, dass es in anderen Ländern in den Städten überall freies WLAN gibt.
Egal, wo man steht. Und das ganz ohne Hüpfen und Beten. 
Toll, wie die Digitalisierung funktioniert...außerhalb von Deutschland. 

In Deutschland allerdings hat sich der Begriff der 'Digitalwüste' mit Begeisterung durchgesetzt. Nehmen wir das Beispiel der Schulen. 
Schulen, die Bildungseinrichtungen, in denen unsere Hoffnungsträger für die Zukunft ausgebildet werden und da die Digitalisierung außerhalb von Deutschland unaufhaltsam und zügig voranschreitet und bei uns gemächlich dahinfließt, würde man davon ausgehen in den Schulen zumindest ein paar Hoffnungsträger in Sachen Digitalisierung zu finden. Und tatsächlich sind Internet Klassenzimmer mit Tablet Präsentationen und Virtual Reality Brillen keine Seltenheit mehr. Vorbei die Zeiten, in denen Lehrerinnen und Lehrer bereits bei der Programmierung eines Videorekorders verzweifelt die Hände über den Köpfen zusammengeschlagen haben. Jetzt sind unsere Lehrer auf dem neusten Stand der Technik und können ihre Schülerinnen und Schüler den Lernstoff sogar mit Hilfe der virtuellen Realität vermitteln.
Aber ist das wirklich der Fall oder ist die digitale Ausrüstung deutscher Klassenzimmer ein netter Anfang aber noch lange nicht das Ende des Weges?
Ich habe mit einer Lehrerin gesprochen und bestätigt bekommen, dass man sich als Lehrerin oder Lehrer zwar nicht über fehlende digitale Ausrüstung beschweren, der Knackpunkt allerdings bei der Vermittlung besteht, wie man diese Technik sinnvoll in den Unterricht integrieren kann. Es fehlt an kompetenten Schulungen für die, die das Wissen vermitteln. So bleibt digitaler Unterricht meistens auf der Strecke und der gute alter Overheadprojektor kommt wieder zum Einsatz. So werden Lerninhalte auch vermittelt, doch der Digitalisierung hilft es nicht weiter, wenn die nötigen technischen Geräte im Klassenzimmer verstauben. 
Früher, wenn Lehrerinnen und Lehrer bereits bei der Einstellung des Videorekorders verzweifeln, waren es meistens die Schüler, die sie retteten. Dieses Bild hat sich bis ins heutige Jahr gehalten. Das ist im gesellschaftlichen Wandel eine normale Erscheinung, da die Jüngsten bereits von klein auf mit Digitalisierung konfrontiert werden und es den älteren Mitglieder der Gesellschaft immer schwerer fällt mitzuhalten und bei vielen schlichtweg die Bereitschaft fehlt sich mit digitalen Inhalten auseinanderzusetzen. 

Mit der Zeit haben sich in Deutschland also immer mehr digitale Baustellen aufgetan, so dass der Begriff 'Digitalwüste' eine treffende Bezeichnung ist für ein Land, das zwar glaubt im Digitalisierungszug zu sitzen und mitzufahren aber in Wahrheit immer öfter an Bahnhöfen strandet, mitten im Nirgendwo, und verzweifelt hüpfend versucht Netzempfang zu bekommen. 

Dienstag, 21. Mai 2019

Roxane Gay - Hunger (Die Geschichte meines Körpers)







Verlag: btb
Seiten: 321
Erschienen: 22.April 2019
Preis: 22 Euro (Ebook: 14.99 Euro)







Wenn jemand eine Geschichte aus dem eigenen Leben aufschreibt, kann diese Mut machen.Sie kann Trost spenden, sie kann einen selbst empathischer werden lassen der Welt und dir selbst gegenüber. Sie kann dich ein bisschen offener deinen Mitmenschen gegenüber machen. Sie kann dich dazu bringen etwas zu tun, was du vorher niemals gemacht hättest, weil du dich nicht getraut hast oder es dir vielleicht selbst nicht zugetraut hast.
Geschichten, ob nun ausgedacht oder selbst erlebt können so viel möglich machen, denn all das hat Roxane Gays "Hunger- Die Geschichte meines Körpers" mit mir gemacht. 
Roxane Gay hat die Geschichte ihres Körpers aufgeschrieben. Und es ist eine Geschichte, die wehtut. Weil sie möglicherweise noch nicht einmal von der Welt gebraucht wurde, es aber umso wichtiger ist, dass sie trotzdem erzählt wird. "Hunger" beschönigt nichts, die Geschichte knallt die Tatsachen auf den Tisch, ohne Einführung. Sie nimmt die Leserin oder den Leser nicht behutsam an die Hand, um ihn langsam klar zu machen, was sie sagen will. Sie wuchtet eher eine Masse an Emotionen, Selbstmitleid und Verzweiflung an, um sie uns dann vor die Füße zu werfen und zu verkünden, dass das Leben auch so sein kann. Es kann durch ein Erlebnis vollkommen durcheinander geraten und Folgen haben, die wir unser ganzes restliches Leben spüren können. 
Roxane Gays Leben ist geteilt in ein Leben bevor sie mit zwölf Jahren von mehreren Jungen vergewaltigt wurde und in ein Leben danach, in dem sie als traumatisiertes und verängstigtes Kind es nicht wagte mit dem Unrecht und der Gewalt, die ihr angetan wurden sich jemanden anzuvertrauen und stattdessen begann im Essen ihren Trost zu suchen. Davon überzeugt sich einen stärkeren Körper anzuessen, der sich gegen sexuelle Gewalt entweder wehren kann oder überhaupt nicht mehr von männlichen Geschlechtsgenossen wahrgenommen wird, begann Roxane Gay immer mehr zuzunehmen und schildert auf unfassbar ehrliche und selbstreflektierende Art und Weise, wie es sich anfühlt mit einem übergewichtigen Körper seinen Alltag und seinen Geist zu bewältigen. 
Nicht nur einmal habe ich mich als Leserin, die nicht weiß vor was für Herausforderungen und Probleme die Autorin jeden einzelnen Tag gestellt wird, die nicht übergewichtige Menschen mit einer Selbstverständlichkeit begegnen, dass es fast schon wehtut, ertappt gefühlt, weil ich völlig unbewusst manchmal vielleicht schon einmal selbst Vorurteile gemacht oder gedanklich bestätigt habe, ohne zu wissen, was ich da eigentlich tue. Und so trägt dieses unglaubliche wichtige Buch auch zur eigenen Selbstreflexion bei, dass man in manchen Situationen im eigenen Leben zweimal darüber nachdenkt, wenn man etwas sagt oder tut, was seinem Gegenüber möglicherweise verletzten könnte.

In "Hunger-Die Geschichte meines Körpers" hat Roxane Gay einen so unglaublichen Mut bewiesen. Sie hat sich bis auf die allerletzte Hautschicht vor der Welt entblößt. Sie hat Gedanken mit völlig Fremden geteilt, die viele wahrscheinlich noch nicht einmal aus Scham denken würden. Sie hat sich verletz- und angreifbar gemacht und doch gleichzeitig eine so intensive Stärke bewiesen, dass sie alle Superheldinnentitel der Welt verdient hätte.
"Hunger" war mein erstes Buch von Roxane Gay. Aber es wird ganz sicher nicht mein letztes bleiben, denn mit diesem einzigen Geständnis hat sie sich nicht nur in mein Herz geschrieben, sondern ist auch meine Heldin geworden. 
Unbedingt lesen! 

Montag, 13. Mai 2019

Lesemonat April

Hallo Lesemonat April,
im vergangenen Monat habe ich insgesamt sechs Bücher gelesen und es waren zwei echte Highlights dabei. Insgesamt kam ich auf 2161 Seiten. Das waren die Fakten, dann kann es ja losgehen.

"Das Leben ist eins der Härtesten" von Giulia Becker war mein erstes Buch im Lesemonat April und auch direkt eines meiner Highlights. Hier wurde eine ganz zauberhafte, witzige und besondere Geschichte geschrieben. Und obwohl der Titel des Buches besagt, dass das Leben ganz schön hart sein kann, hat es doch diese Geschichte geschafft mein Leben für ein paar Stunden ein bisschen leichter zu machen. Sollte es irgendwann eine Top Ten der liebenswürdigsten Buchcharaktere aller Zeiten geben, Beckers Figuren wären auf jeden Fall ganz oben auf dieser Liste. Es ist schon erstaunlich, wie viel Wunderbares man in 230 Seiten packen kann. Unbedingte Leseempfehlung!

Vom ersten Highlight kommen wir dann direkt zum nächsten. "Kurt" von Sarah Kuttner war schon, bevor ich es schlussendlich gelesen hatte, in aller Munde. Das Buch wurde sooft gelobt, dass ich es irgendwann einfach lesen musste. Und die positiven Stimmen hatten Recht. Kutter hat einen Roman geschrieben, der mich dankbar zurücklässt. Dankbar für die Möglichkeit diese wunderschönen Wörter auf Papier lesen zu dürfen. Ich bin dankbar für den Trost, den diese Geschichte spendet und dafür, dass sie ganz langsam dein Herz erreicht und dort nie wieder verschwindet. Mit einer unfassbaren Einfühlsamkeit beschreibt hier die Autorin das Unfassbare. Etwas, was man gar nicht erfassen und niemals erleben möchte, den Tod des eigenen Kindes. "Kurt" ist voller Liebe und eine Geschichte, die man niemals wieder vergessen wird. 

Weiter ging es im April mit dem Auftakt einer Reihe."Ellingham Academy (Was geschah mit Alice?) von Maureen Johnson kam als Überraschungspost aus dem Loewe Verlag. Die Geschichte hatte ich also vorher nicht richtig auf dem Schirm, der Klappentext klang allerdings sehr vielversprechend und so begann ich zu lesen und wurde sehr positiv überrascht. Der erste Band der Ellingham Academy ist eine Mischung aus Internats- und Detektivgeschichte mit einer unglaublich sympathischen Protagonistin, die einfach Lust auf mehr macht. Der Schauplatz macht einiges her und auch das Ende wartet mit einem gewaltigen Ciffhanger auf, an dem man es spätestens nicht mehr erwarten kann den nächsten Band zu lesen. Ich freue mich schon sehr drauf. Zu diesem Buch habe ich außerdem eine Rezension geschrieben. 

Das nächste Buch kam von meinem Buchblinddate mit dem Literarischen Nerd von Instagram (wenn ihr Florian nicht folgt, holt das auf jeden Fall schnell nach. Aber Vorsicht, eure Wunschliste könnte explodieren. Hier geht's lang!). Und tatsächlich war es ein Buch, von dem ich vorher noch nie etwas gehört habe und ähnlich wie beim vorangegangenen Buch hat mich der Klappentext so neugierig gemacht, dass ich es direkt anfangen musste zu lesen. In "Der Schrecken verliert sich vor Ort" von Monika Held geht es um einen ehemaligen Ausschwitz Insassen, der sich verliebt, sich aber davor fürchtet diese Beziehung voll und ganz einzugehen, weil er das, was er in Ausschwitz erlebt hat natürlich nie wieder vergessen wird. Die Beziehung der beiden wird scheinbar immer von einem Schatten verfolgt und doch versuchen sie immer wieder das Gute zu sehen. Manchmal reichen aber Worte eben alleine nicht aus, um den Inhalt einer Geschichte richtig zusammenzufassen. "Der Schrecken verliert sich vor Ort" muss man lesen. Ohne Wenn und Aber. 

Auf der Zielgerade des Lesemonats April habe ich dann zu "Himbeeren mit Sahne im Ritz" von der wunderbaren Zelda Fitzgerald gegriffen. In diesem, erstmal auf Deutsch veröffentlichten, Kurzgeschichtenband stehen die weiblichen Figuren Fitzgeralds im Mittelpunkt. Sie wollen sich Träume erfüllen, riskieren für die Karriere alles oder schauen wehmütig auf einige Entscheidungen ihres Lebens zurück und auch wenn durchaus Männer in Zeldas Geschichten auftreten, spielen diese eine eher untergeordnete Rolle und wirken nicht nur einmal wie Laiendarsteller. Fitzgerald beschwört in ihren sprachlich außerordentlichen Kurzgeschichten ein ganzes Jahrzehnt herauf, die berühmten goldenen Zwanziger und erweckt das Lebensgefühl, das diese Zeit ausgemacht hat. Auch zu diesem Buch habe ich eine Rezension geschrieben.

Zum Schluss kam dann "Cyril Avery" von John Boyne. Auf fast achthundert Seiten wird hier die Lebensgeschichte von Cyril Avery erzählt. Aufgewachsen bei Adoptiveltern im streng katholischen und konservativen Irland muss sich der Protagonist, aufgrund seiner schon früh entdeckten Homosexualität, ein ganzes Leben vor den verschiedenen Instanzen der Gesellschaft verstecken. Zugegeben, ich habe tatsächlich sehr lange für diese außergewöhnliche Geschichte gebraucht aber ich bin der Überzeugung, dass das auch nötig war. Cyrils Geschichte wird sehr langsam erzählt und doch verliert sie nicht ihre Faszination. Für geduldige Leserinnen und Leser, die eine ganz besondere Lebensgeschichte lesen wollen, ist diese Lektüre genau die Richtige. 

Und das war er schon wieder. Mein Lesemonat April. Zwei Highlights und auch sonst haben mich alle Bücher durchweg gut unterhalten. 
Mal sehen, wie es in Mai weitergeht.
Ich freue mich drauf. 

Dienstag, 7. Mai 2019

Zelda Fitzgerald - Himbeeren mit Sahne im Ritz




Verlag: Penguin
Seiten: 224
Erschienen: 26. September 2016
Preis: 10 Euro (Ebook: 9.99 Euro)







Ein junges Mädchen, die unverhofft von einer Bedienung zur Leinwandkönigin aufsteigt und als man ihr den Erfolg streitig machen will alles daran setzt ihr Recht zu bekommen.
Eine Frau, die ihre berufliche Karriere über alles andere stellt, sogar über die Liebe.
Ein Paar, das von seiner neuen Heimat auf die alte Heimat blickt und vor Wehmut vergeht. 
Das sind nur einige Protagonisten aus "Himbeeren mit Sahne im Ritz", der Kurzgeschichtensammlung der großen Zelda Fitzgerald. In ihren kleinen Wunderwerken lässt die Frau von einem der berühmtesten Schriftsteller der Welt ein längst vergessenes Jahrzehnt wieder auferstehen: Die legendären Roaring Twenties, in der Männer Anzüge trugen und Frauen bunte Kleider mit Federn im Haar. Ein Jahrzehnt, in der das gesamte Leben einer einzigen großen Bühne glich und das ist auch die Atmosphäre in Fitzgeralds Geschichten, auch wenn sie, anders als ihr Mann Scott, eine hauptsächlich weibliche Perspektive einnimmt. Obwohl in den Erzählungen von "Himbeeren mit Sahne im Ritz" durchaus auch männliche Figuren vorkommen, wirken diese doch häufig wie schlecht gecastete Laiendarsteller, die eine untergeordnete Rolle gegenüber Fitzgeralds weiblichen Figuren einnehmen. 
Sie schreibt über Frauen, die ihrer gesellschaftlich aufgezwungenen Stellung geistig längst entwachsen sind. Diese Frauen sind selbstbewusst, sie verkörpern - zumindest gegenüber außenstehenden Personen - eine unabdingbare Stärke und Unerschütterlichkeit. Sie übertreten Grenzen und das meistens vollkommen bewusst, um zu provozieren und das zu bekommen, was sie möchten. 
Doch vor allem spielen diese Frauen die meiste Zeit eine Rolle für die Öffentlichkeit, die ihre Fehler und innere Zerrissenheit nicht sehen soll. Denn die Vielzahl der von Zelda Fitzgerald beschriebenen Charaktere sind gebrochene Persönlichkeiten, die von sich und dem Leben zu viel verlangt haben und in den Kurzgeschichten auf verschiedene Arten und Weisen den Preis dafür zahlen müssen.
Besonders hervorheben möchte ich außerdem die faszinierende Sprache und die Formulierungen, die Fitzgerald benutzt. Viele Sätze muss man tatsächlich mehrmals lesen, um diese in ihrer gesamten Schönheit erfassen zu können und dann möchte man die Stellen markieren, bis man bemerkt, dass man genauso gut das ganze Buch markieren könnte.
Ebenfalls ans Herz legen möchte ich jeder Leserin und jedem Leser von "Himbeeren mit Sahne im Ritz" das Nachwort von Felicitas von Lovenberg, in dem einige interessante Aspekte zu den vorangegangenen Kurzgeschichten zu finden sind, beispielsweise die Tatsache, dass viele von Zeldas Erzählungen unter dem Namen ihres Mannes veröffentlicht wurden und dass ihre Figuren in ihrem Verhalten, das Leben als eine Art Bühne zu betrachten, genau das verkörpern, wofür auch das Leben des Ehepaares Fitzgerald stand und wofür sie weltberühmt wurden. 

"Himbeeren mit Sahne im Ritz" ist eine mehr als gelungene Zeitreise in die Vergangenheit. Ein unterhaltsames Porträt bedeutender und interessanter weiblichen Persönlichkeiten, die jede auf ihre eigene Art und Weise ihre Zeit geprägt hat. 

Mittwoch, 17. April 2019

Maureen Johnson - Ellingham Academy (Was geschah mit Alice?)






Verlag: Loewe
Seiten: 465
Erschienen: 11. Februar 2019
Preis: 18.95 Euro (Ebook: 14.99 Euro)







Stevie kann es nicht fassen. Sie hat eine Zusage der berühmten Ellingham Academy bekommen. Einem renommierten Internat mitten in den dichten Wäldern Vermonts. Hier kann sie ihren Stundenplan ganz individuell gestalten und ihn auf ihre persönlichen Stärken abstimmen. 
Und Stevies größte Stärke ist ihre detektivische Ader. Sie kennt fast alle Detektivromane, die jemals geschrieben wurden. Außerdem hat sie sich auch mit dem wissenschaftlichen Teil hinreichend auseinander gesetzt. Stevies größter Traum ist es später einmal beim FBI zu arbeiten und sie kommt an die Ellingham Academy mit einem großen Vorhaben: Das Verbrechen aufzuklären, das einst vor vielen Jahren den Gründer der Schule und seine Familie heimgesucht hat. Doch nach einiger Zeit an ihrer neuen Schule, gerät Stevie plötzlich in ein ganz aktuelles Verbrechen, als ein Mitschüler tot aufgefunden wird...

Der erste Teil der 'Ellingham Academy' Reihe "Was geschah mit Alice?" von Maureen Johnson hat unglaublich viel Spaß gemacht. Spätestens seit einem gewissen Zauberschüler mit Narbe auf der Stirn üben Geschichten, die auf Internaten spielen, sowieso einen eigenartigen Reiz auf mich aus aber nachdem ich in den letzten Jahren eher negative Leseerfahrungen damit gemacht habe, ist 'Ellingham Academy' endlich mal wieder eine Geschichte, die spannend und klug konstruiert geschrieben ist und vor allem für die kommenden Teile einiges verspricht. 

Maureen Johnson lässt ihre Geschichte an einem Ort spielen, der so mit Mythen und Legenden vollgestopft ist, dass ständig eine geheimnisvolle Aura um diesen Ort zu schweben scheint. Eine alte Schule mit einem Jahrzehnte zurückliegenden ungeklärten Verbrechen und mittendrin eine sympathische Heldin, die manchmal etwas überfordert wirkt aber doch nie aufhört für Gerechtigkeit zu kämpfen. 

Auch die kleinen realistischen Seitenhiebe gegenüber der aktuellen amerikanischen Politik haben mir wahnsinnig gut gefallen. Diese findet man vor allem im unmittelbaren Umfeld von Stevies Elternhaus und ihren Eltern. Wer das etwas ausführlicher haben möchte, muss wohl die Geschichte lesen aber ich bin mir sicher, man erhält einige ungewöhnliche Ähnlichkeiten mit dem momentan amtierenden amerikanischen Präsidenten...

'Ellingham Academy' besitzt definitiv den Charme eines klassischen Detektivromans, die Kulisse stimmt und während der Lektüre erhalten die Leserinnen und Leser auch immer wieder kurze Einblicke in die ersten Tage des Internates, also in die Zeit, in der der Gründer der Schule, Albert Ellingham und seine Familie von einem schrecklichen Verbrechen heimgesucht worden sind. Egal, ob in erzählerischen Rückblicken, in FBI Vernehmungsprotokollen oder in einem geheimnisvollen Brief, die Leserinnen und Leser werden immer tiefer in einen Strudel aus Verbrechen und Habgier gezogen und auch der aktuelle Fall, mit dem sich die Protagonistin Stevie unmittelbar konfrontiert sieht, besitzt einiges an Brisanz und Spannung. 

Für mich persönlich sehr interessant waren zudem die Nebenfiguren in 'Ellingham Academy', die auch locker aus einer modernen Version eines Agatha Christie Krimis stammen könnten. Sie besitzen allesamt ihre ganz eigene Art von Individualität, bleiben allerdings auf vielen Strecken so undurchsichtig, dass man sich mehr als einmal fragt, mit welchen Menschen Stevie da eigentlich zur Schule geht.

Ich freue mich bereits jetzt auf die Fortsetzung, da auch das Ende einiges zu bieten hatte und bin gespannt, welche Abenteuer noch auf Stevie warten, wenn die Ellingham Academy zum zweiten Teil ihre Tore öffnet. 

Montag, 8. April 2019

Lesemonat März

Liebe Freunde, 
hier kommt mein Lesemonat März. Im vergangenen Monat habe ich insgesamt zehn Bücher gelesen, ich würde es also als einen sehr erfolgreichen Monat bezeichnen. Insgesamt komme ich auf 3848 Seiten. Die Genres waren - wie immer - bunt gemischt.
Dann hätten wir die Fakten geklärt. Los geht's! 

Begonnen hat der Lesemonat mit dem Horrorthriller "Die letzten Tage des Jack Sparks" von Jason Arnopp. Das Buch habe ich bereits im Vorfeld bei einigen Bloggerkollegen entdeckt und wurde immer neugieriger. Und zum Schluss muss ich sagen, dass ich etwas anderes erwartet habe, von dem Anderen, was ich bekommen habe aber durchaus nicht enttäuscht gewesen bin. Ich habe ein Faible für abgedrehte Geschichten und war damit bei Arnopp an der richtigen Adresse. Das Buch hatte wirklich alles: Spannung, Grusel, eine anständige Prise Humor und eben dieses spezielle Abgedrehte. Ich kam zwar bei einigen Wendungen der Geschichte nicht mit aber schlussendlich habe ich doch alles an die richtige Stelle setzen können und kann das Buch guten Gewissens weiterempfehlen. 

Weiter ging es im März mit dem zweiten Teil der Mortal Engines Reihe "Jagd durch's Eis" von Philip Reeve. Nachdem mir der Auftakt "Krieg der Städte" richtig gut gefallen hat und mit seiner frischen Idee komplett überzeugen konnte, war ich sehr gespannt, was die Fortsetzung bereit hielt. Zunächst einmal war ich überrascht, weil zwischen den beiden Teilen ein kleiner Zeitsprung statt gefunden hat und wie ich gehört habe, soll das auch bei den beiden Nachfolgern so sein. Das hat dem Lesefluss aber nicht geschadet, auch der zweite Band wies mit einer spannenden Handlung auf, auch wenn die sich komplett von der aus dem ersten Band unterschied. Sicherlich ist der zweite Teil einer Buchreihe immer der schwerste aber dem Autoren ist es wirklich gelungen und ich werde auch die restlichen beiden Nachfolger lesen. 

Das nächste Buch war dann ein echtes Monatshighlight. Schon lange habe ich mich auf Joey Goebels Kurzgeschichtenband "Irgendwann wird es gut" gefreut. Nachdem ich vor gut zwei Jahren "Vincent" gelesen habe, das sofort zu eines meiner absoluten Lieblingsbücher geworden ist, habe ich eine Schwäche für diesen wunderbaren Autoren entwickelt. Und meine Vorfreude wurde nicht enttäuscht. "Irgendwann wird es gut" ist voller großartiger Geschichten über Einsamkeit, die Suche nach sich selbst und Menschen, die einfach wie du und ich sind. Menschen, die das Leben an irgendeiner Stelle, die sie wohl selbst nicht benennen können, abhanden gekommen ist und die nun versuchen alles wieder ins Lot zu bringen. Joey Goebels Geschichten sind Balsam für die Seele und ich kann nur vielen von euch empfehlen möglichst viele von ihnen zu lesen. Zu "Irgendwann wird es gut" habe ich auch eine Rezension geschrieben. 

Dann ging es weiter mit einem Buch, auf das ich im Internet aufmerksam wurde, weil es so viele begeisterte Stimmen dazu gab. Und nach der Lektüre kann ich nur sagen: zu Recht. Daniela Krien hat mit "Die Liebe im Ernstfall" einen wunderschönen und einfühlsamen Episodenroman über bestimmte Lebensabschnitte von fünf Frauen geschrieben. Es ist schwer das Buch überhaupt einmal zur Seite zu legen und wenn habe ich das nur getan, um das Notwendigste zu erledigen und schnell wieder weiter zu lesen. Somit war es natürlich in kürzester Zeit ausgelesen. Auch zu "Die Liebe im Ernstfall" habe ich eine Rezension geschrieben. 

Das erste Buch aus dem Lesemonat März war eine abgedrehte Geschichte, das fünfte Buch aus dem Lesemonat März war eine abgedrehte Geschichte. "Scharnow" ist der erste Roman des 'Die Ärzte' Mitglieds Bela B Felsenheimer. Und er hat wirklich alles gegeben. In "Scharnow" geht es um ein kleines brandenburgisches Dorf und die mehr als merkwürdigen Einwohner. Egal, ob es um einen fliegenden Geheimagenten mit nicht so guten Aussichten oder mordlustige Bücher geht, wer glaubt, dass in Scharnow der Hund begraben ist, irrt gewaltig. "Scharnow" ist ein abgefahrenes Abenteuer, das riesig Spaß macht und unglaublich lesenswert ist.

Weiter ging es im März mit einem echten Klassiker. Schon lange stand "Jane Eyre" von Charlotte Bronte auf meiner Klassiker Leseliste. Als ich in Februar nach Südengland geflogen bin musste es dann mit und wie das so mit Klassikern ist, muss man in die Lektüre etwas Zeit investieren, so dass ich das Buch erst im März beenden konnte. Und "Jane Eyre" ist wirklich ein kleines Highlight geworden und das lag schlicht und einfach an der Protagonistin. Jane ist eine unglaublich liebenswürdige Figur, die man sofort ins Herz schließt und mit der man einfach mitleidet, wenn ihr das Leben den ein oder anderen Stein in den Weg legt. Aber vor allem bewundert man ihre unglaubliche Herzensgüte und ihr unbändigen Willen das zu tun, was sie für richtig hält. Jane Eyre gehört auf jeden Fall zu den Vorreiterinnen der prägenden Frauenfiguren und für mich gehört "Jane Eyre" auf jede Klassik-Leseliste. 

Das nächste Buch aus dem Lesemonat war wieder einmal ein viel Besprochenes. Bei Thrillern bin ich immer sehr vorsichtig, weil mich die sich oft wiederholende Erzählstruktur nicht mehr wirklich packen kann, aber "Liebes Kind" von "Romy Hausmann" sollte anders sein, das habe ich mir zumindest sagen lassen. Und nach dem ersten Seiten konnte ich auch zustimmen, da in dem Thriller das atypische Ermittlerduo zumindest schon einmal fehlte und sich das Ganze als ein Entführungsdrama entpuppte, das auch noch mit einer besonderen zeitlichen Erzählweise imponierte. Das war es dann allerdings schon, denn obwohl "Liebes Kind" gute Ansätze hatte, konnte es mich nicht wirklich kriegen. Ich fand es an vielen Stellen doch sehr vorhersehbar und somit gehört Romy Hausmanns Thriller zu den eher enttäuschenden gelesenen Büchern. Ich habe wahrscheinlich einfach zu viel erwartet.

Weiter ging es im März mit einem von mir persönlich lange erwarteten Buch. "Alte weiße Männer. Ein Schlichtungsversuch" von Sophie Passmann war schon lange vor Erscheinungstermin auf meiner Wunschliste. Ich war sehr gespannt, was es mit dem Titel auf sich hatte und wie Sophie Passmann über alte weiße Männer schreiben wollte. Und sie hat es auf eine sehr angenehme, manchmal provozierende und frische Art und Weise getan. In dem Buch kommen verschiedene manchmal bloß vermeintlich weiße Männer, mit denen die Autorin über Feminismus spricht, zu Wort. Oft habe ich seit der Lektüre gelesen, dass Passmanns Buch keine neuen Ansätze im Feminismus Bereich vermittelt, das mag Ansichtssache sein, war aber auch nirgendwo als vermeintliche Intention der Autorin genannt worden. Viel mehr ist "Alte weiße Männer" eine Spurensuche geworden, wen und warum man genau ein männliches Individuum als alten weißen Mann bezeichnet. Was man dagegen machen könnte ein alter weißer Mann zu werden oder ob man sogar einen alten weißen Mann bekehren könnte. Auf jeden Fall lesenswert.

"The Poet X" von Elizabeth Acevedo war mein vorletztes Buch aus dem vergangenen Monat und ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Die Geschichte der Protagonistin Xiomara wird komplett in Gedichten erzählt, weil es sich um eben jene geheime Leidenschaft handelt, die Xiomara vor ihrer Umwelt und vor allem vor ihrer Familie geheim halten muss, die den größten Konflikt in Xiomaras Leben darstellen. Nach der Lektüre bin ich der Ansicht, dass das Buch auf jeden Fall zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, da die Autorin ein schwieriges Thema wunderbar, passend aber auch anders umgesetzt hat. "The Poet X" ist besonders auf jeder Seite und sollte im Jugendbuchbereich mehr beachtet werden. Natürlich pocht man an dieser Stelle auch auf eine deutsche Übersetzung aber wegen der Gedichtform des Romans bin ich in diesem Fall doch etwas zwiegespalten. Auch bei den vielen Poesiebänden, die momentan ins Deutsche übersetzt werden, bin ich kritisch, da ich finde, dass viel von der Wortmagie dabei verloren geht und man solche Dinge vielleicht doch im Original lesen sollte. 

Last but not least habe ich im März eine Reihe angefangen, dessen erste Bände schon länger auf meinem Stapel ungelesener Bücher verweilten. Es handelt sich um den ersten Teil der Stadt der Finsternis Reihe "Die Nacht der Magie" von Ilona Andrews. Die Geschichte ist klassische High Fantasy mit einer sympathischen und starken Heldin, die viel verspricht und Lust auf die Nachfolgebände macht. Da ich diese sowieso hier stehen habe, werde ich wohl auch diese Reihe in absehbarer Zeit weiterlesen. Mal sehen, was mich noch erwartet.

Das war er. Mein Lesemonat März. Sehr umfangreich mit nur einer kleinen Enttäuschung.
Ich freue mich schon auf den April. 

Sonntag, 17. März 2019

Daniela Krien - Die Liebe im Ernstfall






Verlag: Diogenes
Seiten: 288
Erschienen: 27. Februar 2019
Preis: 22 Euro (Ebook: 18.99 Euro)







Das sind die Leben von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Fünf völlig verschiedene Frauen, deren Lebenswege sich auf verschiedene Arten und Weisen immer wieder zu kreuzen scheinen. Sie leben, sie machen Fehler und vor allem lieben sie, ebenfalls auf völlig unterschiedliche Weisen, aber intensiv und vorbehaltlos. 
Ihre Leben finden immer wieder Möglichkeiten sie zu Boden zu werfen, doch die fünf Frauen kämpfen und geben nicht auf und zeigen auf beeindruckende Weise, was für sie Liebe bedeutet. 

Daniela Krien liefert mit "Die Liebe im Ernstfall" ein perfektes Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, auf nur wenigen Seiten eine so unglaubliche Intensität aufzubauen, die man fast mit Händen greifen kann. Der Leser wird sofort in die Handlung hineingeworfen, die sich zu Beginn mit dem Leben der Figur 'Paula' beschäftigt. Es gibt keine Einleitung, keinen einführenden Absatz, sofort ist Paula da. Ihr Leben mit all den Höhen und Tiefen, ihre Gefühlswelt, einfach ihr pures und unbändiges Wesen. Und genauso geht es mit den anderen Figuren weiter.

Die Erzählungen über die Leben dieser Frauen, das macht Daniela Krien so sensationell gut, dass man ihr am liebsten ständig applaudieren möchte. Es ist nicht möglich in den Beschreibungen der Lebenswelten dieser Frauen auch nur einmal das Buch sinken zu lassen, geschweige denn es beiseite zu legen. Bloß nach wenigen Seiten ist man bereits in diesen Figuren gefangen, dass es mindestens bis zum nächsten Kapitel dauert, bis man überhaupt wieder halbwegs in die Realität zurückkehren kann. 

Ich habe "Die Liebe im Ernstfall" mehr inhaliert, als gelesen. Dabei hatte ich vor der Lektüre ein ganz anderes Buch erwartet. Ich dachte zunächst , es handle sich um einen Roman, in dem die zeitliche Handlung kapitelweise ineinander greift, dabei ist diese wunderbare Geschichte eher als eine Art Episodenroman zu betrachten, in dem jeweils das Leben einer Frau erzählt wird. Natürlich taucht die ein oder andere Figur noch einmal auf, aber der Fokus liegt immer bei der weiblichen Figur, die auch in der Kapitelüberschrift steht. Dieser Erzählstil ist genau passend gewählt, denn sonst hätte "Die Liebe im Ernstfall" sicherlich nicht so gewirkt, wie das schlussendlich der Fall gewesen war. 

Es geht um Liebe, um Schmerz, um Verlust, Einsamkeit und das sich selbst finden und, wie bereits erwähnt, habe ich diese Themen selten so intensiv erlebt, wie das bei Daniela Krien gewesen ist. Bei jeder einzelnen Figur hatte ich das Gefühl nicht nur vom Geschehen zu lesen, sondern alles emotional nachzuempfinden. So, als würde ich den Protagonistinnen die Hand halten, wenn sie Glück erleben oder vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen, diesen dann wieder aufkehren und weitergehen. 
Und genau das ist für mich auch die wichtigste Botschaft der Geschichte. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde könnten jede von uns sein und trotz ihrer Fehler und den Steinen, denen ihnen das Leben in den Weg legt, machen sie weiter. So wie wir. Weil ein bisschen von ihnen in jede von uns steckt.

Ein großartiger Roman. 
Unbedingt lesen! 
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