Sonntag, 17. März 2019

Daniela Krien - Die Liebe im Ernstfall






Verlag: Diogenes
Seiten: 288
Erschienen: 27. Februar 2019
Preis: 22 Euro (Ebook: 18.99 Euro)







Das sind die Leben von Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde. Fünf völlig verschiedene Frauen, deren Lebenswege sich auf verschiedene Arten und Weisen immer wieder zu kreuzen scheinen. Sie leben, sie machen Fehler und vor allem lieben sie, ebenfalls auf völlig unterschiedliche Weisen, aber intensiv und vorbehaltlos. 
Ihre Leben finden immer wieder Möglichkeiten sie zu Boden zu werfen, doch die fünf Frauen kämpfen und geben nicht auf und zeigen auf beeindruckende Weise, was für sie Liebe bedeutet. 

Daniela Krien liefert mit "Die Liebe im Ernstfall" ein perfektes Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, auf nur wenigen Seiten eine so unglaubliche Intensität aufzubauen, die man fast mit Händen greifen kann. Der Leser wird sofort in die Handlung hineingeworfen, die sich zu Beginn mit dem Leben der Figur 'Paula' beschäftigt. Es gibt keine Einleitung, keinen einführenden Absatz, sofort ist Paula da. Ihr Leben mit all den Höhen und Tiefen, ihre Gefühlswelt, einfach ihr pures und unbändiges Wesen. Und genauso geht es mit den anderen Figuren weiter.

Die Erzählungen über die Leben dieser Frauen, das macht Daniela Krien so sensationell gut, dass man ihr am liebsten ständig applaudieren möchte. Es ist nicht möglich in den Beschreibungen der Lebenswelten dieser Frauen auch nur einmal das Buch sinken zu lassen, geschweige denn es beiseite zu legen. Bloß nach wenigen Seiten ist man bereits in diesen Figuren gefangen, dass es mindestens bis zum nächsten Kapitel dauert, bis man überhaupt wieder halbwegs in die Realität zurückkehren kann. 

Ich habe "Die Liebe im Ernstfall" mehr inhaliert, als gelesen. Dabei hatte ich vor der Lektüre ein ganz anderes Buch erwartet. Ich dachte zunächst , es handle sich um einen Roman, in dem die zeitliche Handlung kapitelweise ineinander greift, dabei ist diese wunderbare Geschichte eher als eine Art Episodenroman zu betrachten, in dem jeweils das Leben einer Frau erzählt wird. Natürlich taucht die ein oder andere Figur noch einmal auf, aber der Fokus liegt immer bei der weiblichen Figur, die auch in der Kapitelüberschrift steht. Dieser Erzählstil ist genau passend gewählt, denn sonst hätte "Die Liebe im Ernstfall" sicherlich nicht so gewirkt, wie das schlussendlich der Fall gewesen war. 

Es geht um Liebe, um Schmerz, um Verlust, Einsamkeit und das sich selbst finden und, wie bereits erwähnt, habe ich diese Themen selten so intensiv erlebt, wie das bei Daniela Krien gewesen ist. Bei jeder einzelnen Figur hatte ich das Gefühl nicht nur vom Geschehen zu lesen, sondern alles emotional nachzuempfinden. So, als würde ich den Protagonistinnen die Hand halten, wenn sie Glück erleben oder vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen, diesen dann wieder aufkehren und weitergehen. 
Und genau das ist für mich auch die wichtigste Botschaft der Geschichte. Paula, Judith, Brida, Malika und Jorinde könnten jede von uns sein und trotz ihrer Fehler und den Steinen, denen ihnen das Leben in den Weg legt, machen sie weiter. So wie wir. Weil ein bisschen von ihnen in jede von uns steckt.

Ein großartiger Roman. 
Unbedingt lesen! 

Dienstag, 12. März 2019

Joey Gobel - Irgendwann wird es gut






Verlag: Diogenes
Seiten: 320
Erschienen: 27. Februar 2019
Preis: 22 Euro (Ebook: 18.99 Euro)








Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich - im Fernsehen. Ein Junge träumt von Ausbruch und von einer Musikerkarriere, ein Mädchen möchte lieber noch nicht erwachsen werden und in einem Hotel checkt ein junger Mann ein, der ein Abenteuer erleben möchte. Denn sein Leben ist keines. 
Wir treffen ganz normale Menschen, die ihr Leben leben aber das Gefühl nicht unterdrücken können, dass dieses Leben ihnen zu wenig ist. Sie leben in Moberly, einer Kleinstadt in Kentucky und betrachten diese gleichzeitig als Zufluchtsort und Gefängnis. Das sind ihre Geschichten. 

Es gibt Bücher, die warten viel zu lange auf ihren großen Auftritt. Vor ungefähr drei Jahren habe ich ein Buch von meinem Stapel ungelesener Bücher befreit, das "Vincent" hieß. Geschrieben hatte es ein gewisser Joey Goebel. Mein erstes Buch von diesem Autoren. Als ich die ersten Seiten von "Vincent" las, wurde mir schnell klar, dass ich etwas Besonderes in den Händen halte. Und lange bevor ich die letzte Seite von "Vincent" las, wurde es zu eines meiner absoluten Lieblingsbüchern. 

Nun gab es also etwas Neues von diesem wunderbaren Autoren zu lesen, der das ungeheure Talent besitzt seine Figuren so lebendig wirken zu lassen und so einzigartig zu kreieren, dass alles andere neben ihnen verblasst und man jede ihrer Emotionen nachempfindet und immer wieder fühlt. 
"Irgendwann wird es gut" ist ein Kurzgeschichtenband und vor der Lektüre war ich - zugegeben- etwas vorsichtig. Würde es Joey Goebel auch mit Kurzgeschichten schaffen sich so sehr in mein Herz zu schreiben, wie er es mit "Vincent" getan hat? Die Antwort ist einfach und kurz: Ja. 

"Irgendwann wird es gut" ist ein Buch, das man einmal liest und sich sofort verliebt in jede einzelne Figur, weil es Joey Goebel schafft, dass man sofort ein Bild von diesen im Kopf hat, mit das man sich identifiziert. Die Protagonisten der Kurzgeschichten verbindet das permanente Gefühl der Einsamkeit, der Suche nach sich selbst und nach dem Glück, das sich meistens, ihrer Ansicht nach, außerhalb ihrer Reichweite befindet. Man verliebt sich - als Leser - sogar in den, in jeder Geschichte vorkommenden Handlungsort, Moberly, eine verwaiste Kleinstadt in Kentucky, die eigentlich die innere Zerrissenheit der Protagonisten symbolisiert. Sie wollen auf der einen Seite ausbrechen und sehen Moberly als ihr Gefängnis an, das sie daran hindert am wahren Leben außerhalb dieser Kleinstadtwelt teilzunehmen. Auf der anderen Seite allerdings ist immer etwas im Leben dieser Protagonisten, das sie an Moberly bindet und es ihnen unmöglich macht ihre so lang gehegten Pläne in die Tat umzusetzen. Der ein oder andere Protagonist entdeckt in seiner Geschichte sogar eine eigentümliche Schönheit in der Stadt, die sich in besonderen Formen zeigt.

Das hohe Identifikationspotenzial mit Joey Goebels Figuren in "Irgendwann wird es gut" vereint all diese Umstände. Die Figuren scheitern immer wieder, sie sind einsam und haben das Gefühl nicht alles aus ihrem Leben herauszuholen. Das sind Gefühle, mit denen wir uns alle mindestens einmal in unserem Leben auseinander gesetzt haben. Gleichzeitig geben die Protagonisten nicht auf. Sie versuchen alles, um ihrem Leben ein bisschen Glück wiederzugeben oder ihre Träume zu verwirklichen. Sie könnten unsere Nachbarn sein, mit denen wir uns gelegentlich im Treppenhaus oder über den Zaun hinweg unterhalten. Sie könnten unsere Freunde sein, die uns bei einem Bier von ihren Problemen erzählen. Sie könnten wir sein.

Joey Goebel ist mit seinem Kurzgeschichtenband etwas Großartiges gelungen. Ein Buch, das man einmal liest und schon während des Lesens weiß, dass es nicht das letzte Mal ist, dass man danach gegriffen hat. Eine weitere liebenswerte Eigenschaft an "Irgendwann wird es gut" ist zweifellos, dass bereits bekannte Figuren in anderen Geschichten wieder auftreten und das sicherlich noch ein Grund ist das Buch öfter zu lesen, weil man dann erst das ein oder andere 'Easter Egg' in Goebels Erzählungen wiederfindet. 

Am Ende meiner Lobeshymne auf dieses großartige Buch möchte ich dann noch das Interview mit dem Autoren am Ende der Erzählungen empfehlen, das Benedict Wells geführt hat und das einige interessante Aspekte zur Entstehung des Bandes verrät und einfach nur wunderbar ist. 

Montag, 11. März 2019

Lesemonat Februar

Liebe Freunde, 
hier kommt mein Lesemonat Februar. Im vergangenen Monat habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen, wovon eines ein Ebook und eines eine Graphic Novel war. Insgesamt kam ich auf 2738 Seiten. Wie immer waren die Genres bunt gemischt.
Dann kann es ja losgehen. 

Begonnen hat der Lesemonat noch in meinem England-Urlaub, der mich an die Südküste von England und nach London geführt hat. Dabei sind natürlich auch einige neue Bücher in den Koffer gewandert. Eines davon kam von Victoria Schwab "City of ghosts". Das Buch stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste und ich habe es noch in England beendet. Es geht um Cass, die mit ihren Eltern, die Geisterjäger sind, nach Schottland reist, um anlässlich einer geplanten TV-Serie der Eltern, die verspuktesten Orte der Welt aufzusuchen. Ihre Eltern glauben fest an das Übernatürliche, auch wenn sie noch nie einen echten Geist gesehen haben. Sie ahnen allerdings nicht, dass Cass ein Geheimnis hat und das sich nicht nur darum dreht, dass ihr bester Freund ein Geist ist... Ich hatte wirklich viel Spaß Cass auf ihre Schottland Reise zu begleiten und das nicht nur, weil das Buch voller Harry Potter Verweise steckt. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

Weiter ging es mit dem ersten Teil von Marie Rutkoskis "Spiel der Macht" Reihe "Die Schatten von Valoria". In der Geschichte geht es um die Tochter des ranghöchsten Generals in Valoria Kestrel und ihrem ersteigerten Sklaven Arin, um die sich eine zarte Liebesgeschichte anbahnt. Doch Arin hat ein großes Geheimnis und als es herauskommt, droht es das Leben beider entscheidend zu verändern. Ich hatte ein paar Einstiegsprobleme bei der Geschichte, aber irgendwann kam die Handlung doch in Fahrt und die Seiten flogen nur so dahin. Somit war der erste Teil ein sehr gelungener Einstieg, der Lust auf die Nachfolgebände macht. Zu diesem Buch habe ich auch eine Rezension geschrieben. 

Das nächste Buch aus dem Lesemonat Februar kam von der wunderbaren Ava Reed. Ihr neues Buch "Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen" gehörte wohl zu den von mir am meisten herbeigesehnten Neuerscheinungen und dann musste es natürlich sofort gelesen werden. In der Geschichte geht es um Leni, die kurz vor ihrem Schulabschluss steht und mit großen Plänen in ihr restliches Leben starten will. Doch dann bricht plötzlich alles zusammen. Es beginnt schleichend mit plötzlichen Übelkeitsattacken in der Schule und mit Schweißausbrüchen in voll besetzten U-Bahnen. Zunächst versucht Leni ihr verrutschtes Leben als Phase zu bezeichnen, doch schnell wird klar, dass es sehr viel mehr ist, als das. Die Diagnose lautet: Depression. Ava Reed beschreibt auf wunderbar einfühlende und berührende Weise Lenis Kampf zurück ins Leben. Die Geschichte berührt, ist mutig und so, so wichtig. Ein tolles Buch, das ein Thema behandelt über das viel mehr geredet werden sollte.

Weiter ging es im vergangenen Monat mit einem wunderbaren Fantasy-Abenteuer. Jasper Ffordes "Der Fall Jane Eyre" war mal wieder so ein Zufallsfund bei den vielen wundervollen Leuten, denen ich auf Instagram folge. Der Inhalt klang durchweg durchgeknallt und schien somit genau das Richtige für mich zu sein und ich wurde nicht enttäuscht. In der Geschichte geht es um die Literatur-Geheimagentin Thursday Next, die eine Stelle in ihrer Heimatstadt Swindon antritt und schon bald geht es dort hoch her. Der Schurke Acheron Hades hat es doch tatsächlich fertig gebracht Jane Eyre aus dem berühmten Roman von Charlotte Bronté zu entführen, um Lösegeld zu erpressen. Ganz England ist geschockt und fragt sich, ob das Manuskript von Jane Eyre nun unrettbar zerstört ist. Doch die Rechnung wurde ohne Thursday Next gemacht, die alles daran setzt Hades zu stürzen. Fforde hat ein wunderbar verrücktes Fantasy Abenteuer kreiert, das wirklich auf jeder Seite Spaß macht und auch durchaus gesellschaftskritisch sein kann. Ich freue mich besonders darüber, dass über die Agentin Thursday Next eine ganze Reihe entstanden ist und kann es kaum erwarten den nächsten Band zu lesen.

Ein weiteres Highlight aus dem Februar kam definitv von der Autorin Chimamanda Ngozi Adichie. "Americanah" stand ebenfalls schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Die Geschichte um die einschneidende Liebesgeschichte zwischen Ifemelu und Obinze, die im Nigeria der neunziger Jahre ihren Lauf nimmt und dann sogar um die halbe Welt führt, ist ein unglaublich intensives und eindringliches Buch geworden, in dem die Lebensgeschichten zweier junger Menschen beschrieben werden, die sich aus verschiedenen Gründen von der Welt, in der sie leben mehr versprechen und ausbrechen wollen. Es fiel mir sehr oft schwer das Buch beiseite zu legen, auch wenn oft gar nicht viel passiert, trotzdem wollte ich immer wissen, wie es weiter geht. Eine unbedingte Leseempfehlung meinerseits. 

Das vorletzte Buch aus dem Lesemonat Februar kommt von Astrid Lindgren. In "Die Menschheit hat den Verstand verloren. Tagebücher 1939-1945" geht es um die Tagebücher, die Astrid Lindgren, während des zweiten Weltkrieges, in ihrer Heimat Schweden geschrieben hat. Das Besondere an Lindgrens Beschreibungen ist hierbei die Tatsache, dass Schweden zu den wenigen Ländern gehörte, die während der gesamten Kriegsjahre immer nur eine passive Rolle im Krieg gespielt hat. So hatte Lindgren einen einzigartigen Blick als außenstehende Betrachterin auf das Kriegsgeschehen, das sich beinahe unmittelbar im Landesumland abgespielt, aber sie nie wirklich betroffen hat. Während der Lektüre fiel es mir manchmal schwer unmittelbare Zusammenhänge zu begreifen, da Lindgrens Tagebücher nur übersetzt und fast gar nicht verändert wurden. Doch das meiste habe ich verstanden und bekam einen umfangreichen Überblick über Lindgrens Wahrnehmung des Krieges. Ein Buch, das für mich auch durchaus im Geschichtsunterricht Platz finden sollte.

Zu guter Letzt fiel mir Gerard Ways "The Umbrella Academy (Weltuntergangs-suite)" in die Hände. Die Graphic Novel, die aufgrund der neuen Netflix Serie von Cross Cult neu verlegt wurde. Schon länger wollte ich die Serie beginnen und habe gedacht, es könnte ganz hilfreich sein zuerst die Graphic Novel zu lesen und die verspricht schon einiges. Ein unglaublich amüsantes und actionreiches Fantasy-Abenteuer, das viel Lust auf die folgenden Bände macht. Die Serie habe ich übrigens immer noch nicht begonnen. Sie steht aber auf meiner Urlaubs-Watchlist.

Und das war es auch schon wieder. Wieder einmal haben mir alle Bücher gefallen, das eine mehr, das andere weniger. Ein Flop war zum Glück nicht dabei und ich freue mich schon sehr auf den nächsten Lesemonat. 

Freitag, 22. Februar 2019

Marie Rutkoski - Spiel der Macht (Die Schatten von Valoria)





Verlag: Carlsen
Seiten: 368
Erschienen: 28. September 2018
Preis: 19.99 Euro (Ebook: 9.99 Euro)










Kestrel ist die Tochter des ranghöchsten Generals von Valoria. Sie lebt umsorgt, meist von dem Volk der Herranis, die ihr Vater versklavt hat und die seitdem als Diener der Valorianern leben, in einem großen Herrenhaus. 

Ihr ganzes Leben dreht sich um die Frage, was mit Kestrel und ihrem weiteren Weg passiert. Es bleiben ihr zwei Möglichkeiten: Entweder sie tritt in den Stand der Ehe ein oder sie wird zur Soldatin in der Armee ihres Vaters, der alles dafür tun will, dass sein Volk, die Valorianer, an der Macht bleiben.
Als Kestrel bei einem Marktbesuch in einen Sklavenverkauf gerät, kann sie nicht anders als bei Arin mit dem seltsamen Gesichtsausdruck mitzubieten und das so lange, bis sie den Zuschlag für den jungen Mann bekommt, der trotz seines gegenwärtigen Status den Stolz in seinen Augen nicht verloren zu haben schien. Fortan lebt Arin als Kestrels persönlicher Diener immer in ihrer Nähe und es scheint, als ob die beiden sich auch immer näher kommen würden. Doch trotzdem bleibt da etwas Verschlossenes in Arins Augen, das Kestrel nicht ergründen kann. 
Denn Arin hat ein Geheimnis. Ein Geheimnis, dass das Leben beider für immer verändern wird...

Im Auftakt der "Spiel der Macht" Reihe "Die Schatten von Valoria" von Marie Rutkoski treffen ein herrschendes und ein versklavtes Volk aufeinander. Im Fokus dieses Aufeinandertreffens stehen zwei junge Menschen, die ihre Liebe zueinander entdecken, die aufgrund der offensichtlichen Feindschaft beider Völker nicht sein darf. Dieses literarische Motiv funktioniert, wie wir wissen, bereits seit Shakespeares Zeiten. Der erzählerische Handlungsaufbau im Stile 'Romeo und Julia' mit einer Liebe, die nicht sein darf, gab es bereits in unzähligen Variationen, sei es auf gedrucktem Papier oder auf bewegtem Bild. Irgendwann könnte man also meinen, dass diese Erzählstrategie ihren Zenit bereits überschritten hat. Doch, wie sooft davor, funktioniert sie auch bei Marie Rutkoski, vor allem, weil die Autorin den Blickwinkel nicht auf die verzweifelte und hoffnungslose Leidenschaft der beiden Liebenden legt, sondern die innere Zerrissenheit der jungen weiblichen Protagonistin in den Vordergrund stellt. 
Zugegeben, "Die Schatten von Valoria" braucht einiges an Anlauf, um richtig unterhaltsam zu werden und zu Beginn gab es einige Momente, in denen ich nicht nur einmal die Augen verdreht habe, weil die Handlung sich auf der Stelle bewegte und auch gerne in den klassischen Kitsch abrutschen wollte, doch kurz nach dem ersten Drittel wurde es Seite um Seite besser und der Handlungsverlauf hielt dann sogar einige Überraschungen bereit, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und wie bereits erwähnt, hat mir hierbei der innere Zwiespalt von Kestrel am besten gefallen. Der Autorin ist es hervorragend gelungen die widersprüchlichen Gefühle gegenüber Arin einzufangen, aber doch auch die nicht zu leugnende Anziehungskraft herauszuarbeiten, die zwischen den beiden Protagonisten besteht. Auch die Beziehung zu ihrem Vater besteht hauptsächlich aus Widersprüchlichkeiten und erzwungenen Kompromissen, obwohl ich mir hierbei noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht hätte, da Kestrels Beziehung zu ihrem Vater im ersten Band der "Spiel der Macht" Reihe bloß angekratzt wurde. Aber dieser Konflikt, so hoffe ich zumindest, bietet wahrscheinlich reichlich Stoff für die Nachfolgebände. 
Auch der lesereigene Zwiespalt wurde im Verlauf der Geschichte immer wieder herausgefordert, weil man eigentlich nie wusste, wem man jetzt eigentlich genau seine Sympathien geben möchte. Da steht auf der einen Seite Kestrel, die Tochter, deren Vater ein ganzes Volk versklavt hat, die aber einfach nur oft wie eine Spielfigur wirkt, die auf dem Feld immer hin und hergeschoben wird. Auf der anderen Seite seht Arin, als versklavter Junge, der früh seine Eltern verloren hat, als tragische Figur der Geschichte, der aber immer eine Verschlagenheit in seinen Zügen besitzt und ein doppeltes Spiel zu spielen scheint. 
Zusammenfassend kann man festhalten, dass Marie Rutkoski mit "Die Schatten von Valoria" ein gelungener Auftakt ihrer "Spiel der Macht" Reihe gelungen ist. Ein gerissenes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man nie weiß, wer die Zügel in der Hand hält.
Ich freue mich sehr auf den nächsten Teil. 

Dienstag, 12. Februar 2019

Lesemonat Januar


Besser spät als nie, kommt hier mein Lesemonat Januar. 
Zu Anfang des Jahres habe ich richtig losgelegt und insgesamt zehn Bücher gelesen, wovon eines allerdings eine Graphic Novel war. Insgesamt waren es 3644 Seiten. Die Genres waren - wie immer bei mir eigentlich -  bunt gemischt. 

Begonnen hat der Lesemonat mit dem dritten Teil der für mich großartigen Graphic-Novel Reihe "Paper Girls". Für mich hat sich durch dieses einzigartige Science-Fiction Abenteuer die Welt der Graphic-Novels und Comics etwas mehr geöffnet. Immer öfter ertappe ich mich dabei, wie immer mehr von diesen auf meiner Wunschliste landen. Kein Wunder also, dass die "Paper Girls" der Vorreiter waren. Ich freue mich riesig auf die verbleibenden zwei Teile.

Weiter ging es mit dem zweiten Gedichtband von Rupi Kaur "The sun and her flowers". Wieder einmal ein wunderschöner Beweis, wie viel mit Worten möglich ist. Ich freue mich übrigens sehr darüber, dass immer mehr englische Gedichtbände nun ins Deutsche übersetzt werden, obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass man diese im Original lesen sollte. Aber für die, die es nicht können, ist es eine tolle Möglichkeit ebenfalls in die Welt der Poesie dieser sehr talentierten Frauen einzutauchen. 

Das nächste Buch stand schon lange auf meiner Wunschliste. Ich habe mich sehr auf "Jeder von uns ist ein Rätsel" von A.J. Steiger gefreut und es war auch sicherlich eine tolle Geschichte. Warum das Buch allerdings sich nicht in mein Herz schleichen konnte, erfahrt ihr in meiner Rezension.
"Bird Box" von Josh Malerman lag im Gegensatz schon viel zu lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher. Als nun die Verfilmung nach Netflix kam, habe ich mich entschlossen die Geschichte davon zu befreien und habe es nicht bereut. "Bird Box" ist wahnsinnig spannend, intelligent und intensiv geschrieben. Man fliegt durch die Seiten und manchmal blickt man sich auch verstohlen um, denn war da nicht gerade ein Geräusch?

"Stella" von Takis Würger gehörte zu den Büchern, auf die ich mich 2019 wahnsinnig gefreut habe. Im Nachhinein wird zu viel über dieses Buch geredet, zu viel diskutiert und es somit auch immer wieder in den Mittelpunkt gerückt. Ich finde diesen Rummel hat das Buch nicht verdient, weil es schlichtweg im Endeffekt bloß "nur" eine Liebesgeschichte ist, die mit einem brisanten historischen Stoff ausgestattet wurde. Warum gerade dieser Stoff gewählt wurde und die Geschichte somit zwangsweise in Zusammenhang mit der Figur der "Stella Goldschlag" gebracht wurde, mag der Intention den Autoren überlassen sein. 

Ich traue es mich fast nicht zu schreiben, aber auch das nächste Buch aus dem Lesemonat Januar gehört eher zu den Enttäuschungen des Monats. Leigh Bardugos "Das Lied der Krähen" fande ich großartig. Das Thema, die Figuren, die schlussendliche Umsetzung haben mir so gut gefallen und dementsprechend gespannt war ich auf die Fortsetzung des Zweiteilers "Das Gold der Krähen". Leider muss ich sagen, dass für mich in der Geschichte einfach nichts passiert. Es baut sich nicht wirklich eine Handlung auf und das hat dazu geführt, dass ich nicht nur sehr lange für das Buch gebraucht habe, sondern mich an vielen Stellen auch wirklich quälen musste. Das Ende hat es dann wieder herausgeholt und der alte Krähen Flair hat sich wieder eingestellt. Aber zusammenfassend habe ich mir einfach mehr erhofft.

Das nächste Buch war dann ein echtes Highlight. Meg Wolitzer's "Die Ehefrau" kam wohl auch deswegen auf meine Leseliste, weil die Verfilmung "Die Frau des Nobelpreisträgers" gerade in die Kinos gekommen ist. Aber ich habe es nicht bereut. Wolitzer zeichnet das großartige Portrait einer gescheiterten Ehe, das wahnsinnig unterhaltsam ist. Eine Rezension gibt es auch von mir zu dem Buch. 
Auch "Und es schmilzt" von Liz Spit gehört definitiv zu meinen Highlights aus dem Januar, selbst wenn man für die Geschichte der niederländischen Autorin sehr viel starke Nerven braucht. Übrigens habe ich selten ein so genial konstruiertes Ende einer Geschichte gelesen. Unbedingte Leseempfehlung!

Die Kurzgeschichtensammlung "Cat Person" von Kristen Roupenian geisterte tagelang durch Instagram und die Wirkung trat augenblicklich ein. Ich musste das Buch haben und dann auch sofort lesen und nach der Lektüre kann ich nur sagen: schräg und anders und irgendwie treffend. Die Autorin hält den heutigen zwischenmenschlichen Beziehungen quasi ein Spiegel vor, der sehr gut unterhält.

Und zu guter Letzt: Harry. Mit "Harry Potter und der Halbblutprinz" geht das Reread meiner Lieblingsbücher bereits in die sechste Runde und biegt langsam in den Endspurt ein. Und was soll ich sagen? Großartig, immer und immer wieder. Harry ist Liebe. 

Enttäuschungen, Highlights, schräge Stories und die magische Lieblingsgeschichte. Der Januar konnte einiges. 
Auf geht's in den nächsten Monat. 

Freitag, 25. Januar 2019

Meg Wolitzer - Die Ehefrau





Verlag: Dumont
Seiten: 272
Erschienen: 21. Oktober 2016
Preis 11 Euro (Taschenbuch)






Joan und Joe Castleman scheinen wie das Vorzeigeehepaar aus einer längst vergangenen Zeit. Seit scheinbar Ewigkeiten verheiratet ist er der erfolgreiche Schriftsteller und sie die treu-und fürsorgliche Ehefrau, die immer an der Seite ihres Mannes steht und natürlich auch in einer, zwar nicht handelnden aber doch präsenten Art und Weise an dem beruflichen Erfolg von Joe beteiligt ist.
Ihr Glück scheint den Höhepunkt zu erreichen, als Joe erfährt, dass er den Helsinki-Preis gewonnen hat, ein renommierter und überdies hoch datierter finnischer Literaturpreis. Gemeinsam mit Joan macht sich Joe auf den Weg nach Finnland, um den Preis entgegen zu nehmen und natürlich auch eine Rede zu halten. Auf dem langen Flug in die finnische Hauptstadt beginnt Joan damit ihre bisherige Ehe mit Joe Revue passieren zu lassen. Aus einem anfänglichen Blick in die Vergangenheit wird schnell ein immer mehr zerbröckelndes Bild einer Ehe, die den Großteil ihrer Zeit vor allem eines getan hat: den Schein zu wahren. Joan zeichnet mit sich selbst das Bild einer Ehefrau, die immer nur zurückgesteckt hat und für das Wohl ihres Mannes und in einem Flugzeug hoch über den Atlantik trifft Joan eine folgenreiche Entscheidung...

Es ist immer wieder eine Bereicherung mitzuerleben, wenn es eine Autorin oder ein Autor schafft auf verhältnismäßig wenigen Seiten eine großartige, beeindruckende und intensive Geschichte zu erzählen. Meg Wolitzer ist das mit "Die Ehefrau" gelungen. Auf fast schon nüchterne Art und Weise lernen wir Leser Joan kennen, die die Reise zum wohl größten beruflichen Erfolg ihres Ehemannes nutzt, um ein genauso nüchternes Fazit der gemeinsamen Ehejahre zu ziehen. Dabei beschreibt sie einen gut aussehenden und ehrgeizigen College-Professor und sich selbst als introvertierte Studentin, die noch nicht wirklich viel von der Welt gesehen hat und sich gleich bei der ersten Seminar Sitzung in Joe verliebt. Joe, der zu diesem Zeitpunkt bereits verheiratet und Vater einer Tochter war, erwidert die Avancen seiner Studentin mit anfangs nur ausholenden Komplimenten zu ihren schriftstellerischen Arbeiten, und dann schnell mit dem Beginn einer stürmischen Affäre. Die beiden ziehen nach New York und üben sich darin Joes Schriftsteller Karriere den nötigen Antrieb zu verleihen. Und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt ihrer Beziehung beginnt Joan zurückzustecken, sich selbst auf eine weniger wertvolle Position zu setzen, als ihren Ehemann. Rückblickend erzählt versinkt sie dabei zu keinem Zeitpunkt in Selbstmitleid, sondern präsentiert sich als eine kluge Frau voller Persönlichkeit, die das Leben weit von einem ihr vorgesehenen Weg weggetrieben hat. Gerade in der Anfangszeit in der Beziehung zwischen Joan und Joe bekommt man den Eindruck, als versuche Joan ihre eigene persönliche Lebenssituation immer wieder als ein nicht erwartetes Abenteuer zu sehen und das Beste aus der Angelegenheit zu machen.
Nicht nur alle anderen Leserinnen und Leser, sondern wohl gerade auch Ehetherapeuten hätten eine ganz besondere Freude an "Die Ehefrau", denn es ist schon beeindruckend, wie vielschichtig Meg Wolitzer ihre Figuren und die beschriebene Ehe gezeichnet hat. Natürlich ist es immer problematisch, wenn gerade in dieser Art von Plot nur eine Erzählpersektive eingenommen wird und der Leser das Bild von Joe bekommt, das Joan von ihm erstellt. Vorab würde man den Eindruck bekommen, dass der Charakter von Joe bloß einseitig dargestellt wird, umso beeindruckender ist es dann, wenn man herausfindet, dass dies nicht der Fall ist. Joan gibt in ihren Erzählungen dem Leser die Möglichkeit sich ein eigenes Bild von Joe zu machen. Einem Mann, der zwar alle äußerlichen Merkmale eines in die Jahre gekommenen, aber nicht minder erfolgreichen Schriftstellers besitzt, in jederlei Hinsicht allerdings immer noch ein Kind geblieben ist. An fast keiner Stelle nimmt sie Joe gegenüber eine wertende Position ein. Sie behält den größten Teil ihrer Erzählungen die nüchterne Art und Weise bei, die ihren Charakter zu etwas ganz Besonderem macht, und erst, wer zwischen den Zeilen liest, erkennt wirklich, wie es in ihrem Inneren aussieht, wie intensiv es in ihr brodelt und wie sehr sie das Leben, das sie führt, auf den Prüfstand stellt.
Neben den großartigen Figuren in "Die Ehefrau", hat mir auch ganz besonders gut der Aufbau der Handlung gefallen, die am Anfang das perfekte Konstrukt einer Ehe sichtbar macht und im Verlauf diesem Konstrukt immer mehr Risse und Fehler hinzufügt, bis es nicht mehr überraschend kam, dass die Geschichte so endet, wie sie endet und man doch gerade von einer speziellen Wendung überrascht war. 
"Die Ehefrau" ist ein wunderbar konstruiertes, psychologisch anspruchsvolles und sehr unterhaltsames Paradebeispiel einer überaus gelungenen Geschichte geworden. Absolute Leseempfehlung.

Überdies kann ich auch aktuell die ebenfalls sehr gelungene Verfilmung des Romans "Die Frau des Nobelpreisträgers" empfehlen, die momentan in den Kinos läuft. Eine großartige Glenn Close in der Hauptrolle, die die Figur der 'Joan' wirklich und wahrhaftig perfekt ausfüllt. 

Sonntag, 13. Januar 2019

A.J. Steiger - Jeder von uns ist ein Rätsel





Verlag: Carlsen
Seiten: 400
Erschienen: 01. November 2018
Preis: 18 Euro (Ebook: 12.99 Euro)








Die siebzehnjährige Alvie war schon immer anders als ihre Mitmenschen. Sie lässt sich nicht gerne anfassen und generell zieht sie lieber die Gesellschaft von Tieren den Menschen vor. 'Asperger', so haben die Ärzte Alvies Anderssein genannt, doch ihr selbst fällt es schwer etwas mit diesem Begriff anzufangen, weil sie nicht verstehen kann, warum man Abweichungen im gesellschaftlichen Verhalten überhaupt mit irgendetwas bezeichnen muss. 
Alvie fühlt sich wohl in ihrer Wohnung und bei ihrem Job als Tierpflegerin im Zoo, obwohl ihr immer wieder Menschen begegnen, die Alvie ihr abweichendes Verhalten vorwerfen. Doch dann ändert sich plötzlich alles, als Stanley in Alvies Leben tritt. Ein Junge, der in Alvie Gefühle weckt, von denen sie sich sicher war, dass sie sie niemals fühlen würde. Und das gefällt ihr eigentlich überhaupt nicht, da Alvie Veränderungen noch nie gemocht hat. Oder etwa doch?

Der Inhalt von "Jeder von uns ist ein Rätsel" von A.J. Steiger hat mich sofort angesprochen, da ich eine Schwäche für Geschichten habe, die mit besonderen Charakteren einher kommen. Mir gelang es dann auch sehr schnell einen Einstieg in die Geschichte zu finden, da es der Autorin gut gelungen ist Alvies eigentlich sehr schweres Schicksal mit leichten Worten zu beschreiben. Im weiteren Verlauf scheint auch nichts an der Geschichte zu stocken oder den Lesefluss zu beeinträchtigen. Und doch hat mir trotzdem etwas in der Story gefehlt. Es gab keinen Funken, der übergesprungen ist, kein schweres Luftholen, in dem all der Schmerz, den die Figur, von der du gerade liest, empfindet und der in gewisser Weise auf dich übertragen wurde, sich befand. Es gab einfach nicht "das gewisse Etwas", das "Jeder von uns ist ein Rätsel" für mich persönlich zu etwas Besonderem gemacht hätte. Woran das genau lag, kann ich nicht genau benennen, womit dieses Gefühl eher zu den individuellen Empfindungen meinerseits zählt.
Sehr schnell aufgefallen ist mir auch die Tatsache, dass ich keinen Zugang zu 'Alvie' als Figur finden konnte. Etwas, was mir normalerweise leicht fällt, vor allem, wenn die Geschichte aus der Sicht des besonderen Charakters erzählt wird, wie das bei "Jeder von uns ist ein Rätsel" der Fall gewesen ist. Obwohl ich Alvies innere Kämpfe und der Zwiespalt, in dem sie sich immer wieder drängt, hautnahe miterlebt habe, haben sie mich doch irgendwie nicht erreicht. Ich möchte an dieser Stelle mir nicht anmaßen von fehlender oder unzureichender Authentizität zu sprechen, weil ich dafür einfach viel zu wenig informiert bin. Es war wohl einfach eine "höhere Macht", die dazu geführt hat, dass es Alvie und ich nicht auf eine Ebene geschafft haben. Auch die Liebesgeschichte zwischen Alvie und Stanley, die sich während der Lektüre langsam und zart entwickelt, bleibt am Ende leider blass. 
Trotzdem ist "Jeder von uns ist ein Rätsel" keineswegs eine schlechte Geschichte geworden. Wie bereits erwähnt, fällt es nicht schwer viele Seiten dieses Buches mit einer leichten und lockeren Sprache zu lesen und auch die Auflösungen in den jeweiligen Lebensgeschichten der agierenden Protagonisten besitzen einen gewissen Schockeffekt und tragen auch zum Unterhaltungswert der Geschichte bei, aber schlussendlich muss ich zugeben, dass mir die Tiefe gefehlt hat. Etwas, was das Buch in meinem Bewusstsein verankert und immer wieder an das erinnert, was ich beim Lesen gefühlt habe. Das sind aber am Ende alles individuelle Empfindungen, die keineswegs davon abhalten sollten Alvies Geschichte zu lesen, denn jede Geschichte gibt etwas, dem einen mehr, dem anderen weniger. 
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