Samstag, 23. September 2017

Markus Orths - Max





Verlag: Hanser
Seiten: 576
Erschienen: 21. August 2017
Preis: 24.00 Euro (Ebook: 17.99 Euro)







Das ist das bewegte Leben eines begabten Künstlers namens Max Ernst. 
Max begegnet schon in jungen Jahren der Begeisterung für das Malen und die Kunst durch seinen Vater. Doch trotzdem trennen die beiden himmelweite Unterschiede. Während sich sein Vater mit Naturporträts begnügt, will Max mehr. Er will Neues schaffen, er will jemand sein und in der Kunst etwas bewirken. 
Über zwei Weltkriege und sechs bedeutenden Frauen, verfolgen wir Max' Leben durch die Jahre und stellen fest, dass man Leidenschaft für die Kunst und für die Ästhetik auch in den dunkelsten geschichtlichen Stunden finden kann. 

Bei Markus Orths Buch "Max" habe ich sehr schnell gemerkt, dass ich es mit einer besonderen, mit einer einzigartigen Geschichte zu tun habe. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal das Glück hatte ein Buch zu lesen, dass mit so einer Leidenschaft geschrieben wurde. Markus Orths Begeisterung für seine Geschichte springt dem Leser auf jeder Seite ins Gesicht und man kann nicht anders, als sich von dieser Begeisterung mitreißen zu lassen. Das ist allerdings auch nicht sonderlich schwer, weil "Max" einfach großartig geschrieben ist. Und das liegt nicht nur an dieser besonderen und alles umfassenden Leidenschaft.
"Max" wird aus sechs verschiedenen weiblichen Perspektiven erzählt. Dabei handelt es sich um die Sichtweisen der bedeutenden Frauen in seinem Leben, allerdings nicht aus der Ich-Perspektive, was hilfreich ist, da man sich dadurch eine gesunde Distanz zu den Figuren bewahrt. Denn jede wichtige Frau in Max' Leben entwickelt auf verschiedene Arten und Weisen eine Obsession für den Künstler, die sie zweifellos irgendwann in einen Abgrund stürzen wird. Während die eine glaubt nicht genügen zu können, verliert sich die andere in romantische Vorstellungen einer Liebe, die zu dem Zeitpunkt schon längst erloschen ist. Zwischendurch wird dann aber auch immer wieder Max Erzählperspektive eingeführt und lässt schnell den Eindruck erwecken, dass alle diese Frauen von vorneherein keine Chance hatten, da Max einzig wahre Liebe der Kunst gilt. 
In Markus Orths Geschichte werden allerdings nicht nur die Kunst und die Frauen thematisiert, sie ist zugleich Zeitgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, in der der Protagonist an der Front im ersten Weltkrieg steht und im zweiten Weltkrieg, wohnhaft in Frankreich, von den Deutschen und Franzosen gleichermaßen verfolgt wird. "Max" zeigt aber zudem, dass die bedingungslose Liebe zur Kunst nicht nur ein ganzes Leben anhalten, sondern auch in den dunkelsten Zeiten der Gefahr ein Hoffnungsschimmer sein kann. Was ich ebenfalls sehr beeindruckend fand, waren die vielen Begegnungen in Max Leben mit einer Vielzahl von berühmten Namen. Gerade eine zufällige Begegnung am Ende des Buches hat mich so amüsiert, dass das Lächeln noch tagelang nach dem Lesen nicht mehr weichen wollte. Wahrhaftig, im Auftrag Ihrer Majestät. 
Auch beim Schreiben dieser Rezension, stahl sich das ein oder andere Mal bei der Erinnerung an diese wundervolle Lektüre ein Lächeln auf meine Lippen. "Max" von Markus Orths gehört zu diesen besonderen Büchern, die man nicht mehr vergisst, weil es alles ist, außer monoton. Es sticht heraus, es betrübt, es fasziniert und vor allem macht das Buch unheimlich viel Freude. Und es gehört definitiv zu meinen absoluten Jahreshighlights.
Unbedingt lesen! 

Mittwoch, 20. September 2017

Walter Moers - Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr



Verlag: Knaus
Seiten: 345
Erschienen: 28. August 2017
Preis: 24.99 Euro (Ebook: 19.99 Euro)




Prinzessin Dylia Insomnia leidet an einer mysteriösen Krankheit, bei der ihr bisher keiner helfen konnte. Sie findet, manchmal tagelang am Stück, keinen Schlaf und wandelt in dieser Zeit als schlaflose Prinzessin durch das Schloss, in dem sie mit der königlichen Familie wohnt. 
Eines Tages bekommt die Prinzessin Besuch von einem ungewöhnlichen Zeitgenossen. Havarius Opal ist ein albtraumfarbener Nachtmahr, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Dylia in den Wahnsinn treiben zu wollen. Er lässt sich durch nichts von dieser Mission abbringen. Davor macht der Nachtmahr der Prinzessin allerdings noch ein verlockendes Angebot. Dylia soll ihn auf die abenteuerliche Reise nach Amygdala begleiten, der berüchtigten Stadt der Angst, in der das dunkle Herz der Nacht regiert. Nach kurzem Zögern willigt Dylia in die Reise ein. Nicht nur, weil sie eine unabdingbare Neugier überfällt, sondern, weil es bei diesem Abenteuer um ihren Verstand und um ihr Leben geht...

Das war er also, der neue, schon sehr, sehr lange heiß ersehnte Roman von Walter Moers. Ein neues Abenteuer aus Zamonien, dem Planeten, der in den letzten Jahren so viele Fantasy-Fans begeistert hat. Ich war so gespannt auf "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr", dass ich schon fast die Tage im Kalender ausgestrichen habe. Und jetzt war es endlich soweit.
Die Geschichte der Prinzessin ist so typisch Walter Moers, dass man jede Seite mit einem Lächeln umblättert. Nach Zamonien zurückzukehren, das war ein bisschen wie nach Hause kommen, nach einer viel zu langen Reise und endlich wieder die heimische Atmosphäre zu erleben, die man nur erleben kann, wenn man sich wirklich wohl fühlt. 
Trotzdem muss ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Walter Moers' neues Werk wohl wirklich nur alteingesessenen Fans des Autoren zum verträumten Seufzen bringen wird. Allen anderen, die sich noch nicht mit dem Schreibstil Moers' auskennen, werden eine Geschichte lesen, die an manchen Stellen nicht richtig in Fahrt kommen will, und in der viele Dialoge vorkommen, die auf dem ersten Blick mit viel Belanglosem gefüllt sind. Bei Walter Moers allerdings steht so viel zwischen den Zeilen, dass man daraus eigentlich ein weiteres Buch schreiben könnte und es ist wichtig genau hinzusehen, denn es gibt dabei viel zu entdecken und herauszufinden. Auch wenn wir uns zweifellos in einer fantastischen Welt befinden, findet man in der Geschichte der Prinzessin jede Menge Verweise auf unsere heutige Gesellschaft. 
Als Nächstes sind dann natürlich die - mal wieder - absolut hinreißenden Figuren in Moers' neuem Roman zu erwähnen. Allein Dylias und Opals bissige und sarkastische Dialoge, die immer wieder einem Schlagabtausch gleichen, machen so viel Spaß, dass man immer mehr davon haben will. Aber vor allem Dylia ist so ein liebenswerter, intelligenter und vielschichtiger Charakter, dass man jedes ihrer Worte und Gedanken begierig aufsaugt. 
Zum Schluss muss ich dann wieder einmal applaudieren und respektvoll meinen Hut ziehen vor dieser unbändigen und alles umfassenden Fantasie dieses großartigen Autoren. Manchmal fragt man sich, wie Schriftsteller es schaffen ganze komplexe fantastische Welten zu erschaffen und nebenbei noch eine großartige Geschichte in ihnen spielen lassen. Bei Walter Moers fragt man sich das auch. Doch er schafft es überdies ebenfalls unglaubliche Geschichten zu erzählen und magische Orte entstehen zu lassen, ohne, dass seine Protagonisten den Raum verlassen.
"Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr" hat mich nach Hause, nach Zamonien, gebracht und mir sehr viel Spaß gemacht. Zudem lohnt sich hier ein genauerer Blick in die Anmerkungen des Autoren, die noch einmal einen ganz neuen Blick auf das Buch werfen lassen. Die Geschichte ist eine abenteuerliche und gewiss einzigartige Reise durch das träumende Gehirn und obwohl ich das Buch nicht unbedingt Walter Moers Neulingen empfehlen würde, hat sich das Warten für eine Alteingesessene, so wie mich, mehr als gelohnt. 

Montag, 18. September 2017

Karan Mahajan - In Gesellschaft kleiner Bomben






Verlag: CulturBooks
Seiten: 376
Erschienen: 1. August 2017
Preis: 25.00 Euro (Ebook: 15.99 Euro)







Das Leben des jungen Mansoor ändert sich schlagartig, als eine Bombe auf einem Marktplatz in Delhi explodiert, den seine Freunde, die Khuarana Brüder und er selbst gerade besuchen. Der zwölfjährige Mansoor überlebt den Anschlag, während seine Freunde sterben. 
Die Bombe auf dem Marktplatz wird als eine der vielen "kleineren" Bomben bezeichnet, die von der Welt kaum Beachtung erfahren. Doch diese hinterließ einen gewaltigen Riss im Leben aller Beteiligten. Während die Eltern der Khuarana Brüder plötzlich mit dem Tod ihrer einzigen Kinder konfrontiert werden, müssen Mansoor und auch seine Eltern mit den Bürden der Überlebenden zurechtkommen. Die Bombe hinterlässt Spuren an Körper und Seele. Nach einem Aufenthalt an einer amerikanischen Universität, kehrt Mansoor viele Jahre später nach Delhi zurück. Er freundet sich dort mit dem Aktivisten Ayub an, mit dessen Einflussnahme nimmt Mansoors Lebensweg plötzlich immer radikalere Formen an...

Auf die Thematik in "In Gesellschaft kleiner Bomben" von Karan Mahajan war ich deswegen so gespannt, weil das Buch als eines der wenigen einen Anschlag zum Gegenstand seiner Handlung macht, der in natura an leider zahllosen Beispielen gesehen, in den Medien wohl keine größere Beachtung finden würde. In Mahajans Geschichte wird das Schicksal von Angehörigen der Opfer und Überlebenden thematisiert, das relativ schnell in der Nachrichtenflut unserer heutigen Gesellschaft vom Bildschirm verschwindet und stellt gerade in Hinblick auf die "Überlebenden-Figur" des Mansoor, möglicherweise auch einen Appell dar, diese Menschen nicht zu vergessen.
Aber erst einmal der Reihe nach: Mir persönlich fiel es relativ schwer eine angemessene Einschätzung der Geschichte wiederzugeben. Das lag vor allem daran, dass mir der Erzählstil zu sprunghaft war. Ich benötige meistens eine kurze Dauer, um herauszufinden aus welcher Perspektive der verschiedenen Charaktere eigentlich gerade erzählt wurde. Daraus resultierte, dass es mir an einigen Stellen schwer fiel den Handlungsstrang zu folgen und oft musste ich auch einige Absätze zurückspringen, um das Lesen noch einmal neu aufzunehmen. Gleichzeitig war da aber auch der unabdingbare Wille meinerseits dem Handlungsstrang folgen zu wollen, weil ich, wie bereits angedeutet, die Thematik der Geschichte wahnsinnig interessant und vor allem wichtig fand. Abgesehen von dem mir persönlich zu sprunghaften Wechseln der Erzählperspektiven, erlauben diese gleichzeitig eine gute Einsicht in die Gefühlswelt der jeweiligen Figuren. Die Eltern der verstorbenen Khuarana Brüder verkörpern hierbei das Schicksal der Hinterbliebenden. Mansoors Erzählstrang beschäftigt sich mit der Überlebenden Rolle, der allerdings das Überleben nicht zum Thema macht, sondern die körperlichen und seelischen Folgen eines solchen traumatischen Erlebnisses. An Mansoors weiteren Lebensweg wird überdies deutlich gemacht, was passiert, wenn die Gesellschaft glaubt, dass der Schicksalsweg eines Überlebenden bei seinem Überleben endet und ihn damit keine weitere größere Hilfe zuteil werden muss. 
Auch Ayub, ein Aktivist, mit dem Mansoor in Kontakt kommt, verkörpert einen allumfassenden Charakter in "In Gesellschaft kleiner Bomben". Er thematisiert die Handlungskette, in der beschrieben wird, wie Menschen, die zunächst lediglich strikte politische Ansichten verfolgten, sich durch eine Vielzahl von fast schon unglücklichen Umständen radikalisieren und schließlich zu Terroristen werden. 
Karan Mahajan hat eine zweifellos wichtige Geschichte geschrieben. Eine Geschichte, die gleichzeitig provozieren und aufrütteln soll. Dieses Konzept geht im Großen und Ganzen auf. Auch wenn mich der Erzählfluss oft stocken ließ, wollte ich doch immer wissen, wie es weiter geht und zu welchem Ende die Geschichte schlussendlich kommen wird. 

Sonntag, 27. August 2017

Stefan Bachmann - Palast der Finsternis


Verlag: Diogenes
Seiten: 400
Erschienen: 23. August 2017
Preis: 18 Euro (Ebook: 14.99 Euro)





 Die siebzehnjährige Anouk reist mit vier anderen Jugendlichen aus den Staaten nach Paris. Dort soll die Gruppe, die sich aus auffällig vielen Außenseiter zusammensetzt, eine Art Expedition unternehmen. Erkundet werden soll der geheimnisvolle unterirdische Palast eines verrückten französischen Adeligen, der diesen vor mehreren hundert Jahren erbauen ließ, um seine Familie zu schützen. Der Fund des Palastes gehört zu den wichtigsten geschichtlichen Entdeckungen der letzten Jahrhunderte. 
In Paris angekommen wird den Jugendlichen allerdings schnell deutlich, dass die Expedition anders verläuft, als sie zunächst angenommen hatten. Der unterirdische Palast entpuppt sich als riesiges Labyrinth und hinter jeder Ecke lauert eine neue Gefahr. Nur wenn die bunt zusammengewürfelte Gruppe zusammen hält, können sie es schaffen dem Palast der Finsternis zu entkommen...

"Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann gehört definitiv zu den Büchern, die schon lange auf der Wunschliste standen und von mir sehnsüchtig erwartet wurden. Dabei handelt es sich sogar um das erste Buch, das ich von Stefan Bachmann gelesen habe. Der Klappentext allerdings versprach ein ereignisreiches Abenteuer an einem ungewöhnlichen Handlungsort und schlussendlich, nach der Lektüre, kann ich behaupten, dass die Geschichte in allen Punkten mithalten konnte.
Meine positive Resonanz begann schon beim ersten Eindruck der Protagonistin Anouk. Aus ihrer Perspektive werden die Kapitel des gegenwärtigen Handlungsstranges erzählt. Dabei wirkt Anouk auf den ersten Blick überhaupt nicht wie ein fröhlicher Charakter, bei dem man sich freut, mit ihr in ein Abenteuer zu starten. Sie ist mürrisch, sarkastisch und ziemlich direkt, womit sie sich bei den anderen Gruppenmitgliedern zu Beginn der Reise nicht unbedingt beliebt macht. Für mich, als Leserin, wirkte sie dadurch viel authentischer als die anderen Figuren, die ebenfalls zu Beginn der Geschichte vorgestellt wurden. In Andeutungen erfährt der Leser, dass Anouks Leben bis hierhin nicht das Leichteste gewesen ist und somit wird direkt eine Verbindung zu ihr aufgebaut, die bei mir während der ganzen Geschichte angehalten hatte. Neben dem Erzählstrang, der sich in der Gegenwart verortet, gibt es aber noch einen anderen, der in der Vergangenheit spielt und aus der Sicht der Tochter des Adeligen, der den Bau des geheimnisvollen Palastes befohlen hat, erzählt wird. In dem Zusammenhang finde ich unbedingt erwähnenswert, dass es dem Autor gelungen ist beide Erzählstränge, obwohl sie viele hunderte Jahre auseinander liegen, zusammen zu bringen und seine Geschichte zu einem gelungenen Ende zu führen.
Die Handlung selbst birgt das Abenteuer, das man von vorneherein angenommen hatte, und schafft sogar noch die ein oder andere unerwartete Wendung hineinzubringen. Vor allem der Handlungsort war nicht nur außergewöhnlich, sondern brachte sogar den Leser dazu sich mehr als einmal klaustrophobisch zu fühlen. Der ideale Schauplatz für eine abenteuerreiche Geschichte. 
Stefan Bachmann ist mit "Palast der Finsternis" eine besondere und fast schon liebeswerte Fantasy-Geschichte gelungen mit jeder Menge angenehmen Charakteren und actionreichen Handlungssträngen. Tatsächlich ist sein Buch aber auch eine außergewöhnliche Geschichte über eine Vielzahl von ungewöhnlichen Freundschaften geworden und einer Botschaft, die besagt, dass man zusammen alles schaffen kann. 

Sonntag, 20. August 2017

Lesemonat Juli

Und da ist er endlich. 
Mein Lesemonat Juli, mal wieder etwas verspätet :)
Im vergangenen Monat habe ich insgesamt zehn Bücher gelesen, insgesamt 4494 Seiten,also etwas mehr, als das, was ich normalerweise im Monat lese. Woran das gelegen hat, kann ich allerdings nicht sagen. Fakt ist aber, dass sich mal wieder ein kleines Highlight unter diesen zehn Büchern versteckt hat, aber das kommt mal wieder am Ende. Wie mir die Bücher im Einzelnen gefallen haben, erfahrt ihr, wenn ihr weiter lest. Alle da? 
Dann kann es ja losgehen. 
Los geht es mit einem Kriminalroman der ganz besonderen und paranormalen Art. "Der Freund der Toten" erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der in einem irischen Dorf das Schicksal seiner Mutter aufklären will. Im Waisenhaus aufgewachsen ist er sich sicher, dass seine Mutter in ihrem Heimatdorf den Tod gefunden hat. Wie und wer ihr Mörder war, das möchte er nun herausfinden. Jess Kidd hat einen ungewöhnlichen aber meiner persönlichen Ansicht nach großartigen Roman geschrieben. Der ausschlaggebende Grund für den Kauf des Buches war für mich der Schauplatz der Geschichte, da ich Geschichten liebe, die in Irland spielen, aber ich war sehr überrascht, wie viel Spaß ich beim Lesen hatte. "Der Freund der Toten" ist voll von schwarzen Humor und schrägen Figuren, die die ganze Story unheimlich sympathisch machen. Trotzdem glaube ich, dass das Buch nicht für jeden etwas ist. All diejenigen, die allerdings auf außergewöhnliche Geschichten stehen, die sich nicht an einen strikten Erzählpfad halten, die sind mit "Der Freund der Toten" gut bedient. 
Das nächste Buch kommt von Carson McCullers. "Das Herz ist ein einsamer Jäger" war mein persönliches Debüt mit der Autorin und ich kann voll und ganz behaupten, dass es sicher nicht bei dem einen Buch bleiben wird. Gefunden habe ich die Geschichte übrigens in dem Buch "Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells, in dem der Roman erwähnt wird. McCullers Erzählung von einer amerikanischen Kleinstadt ist von einer eigentümlichen Schönheit. Obwohl hier von vielen trostlosen Dingen berichtet wird, besaß die Geschichte etwas ganz Besonders und Eigenes, das mich fasziniert hat und mich immer tiefer in die Story hineingezogen hat. McCullers Figuren sind allsamt einzigartig und verstehen es ihre Einsamkeit auf ganz individuelle Art und Weise zu beschreiben. Glücklicherweise habe ich noch eine ganze Palette von Büchern, die ich von der Autorin lesen kann. "Das Herz ist ein einsamer Jäger" war auf jeden Fall schon einmal ein ganz besonderes Leseerlebnis. 
Weiter ging es im Juli mit dem Debütroman von Carolin Hagebölling "Der Brief", erschienen im dtv Verlag. Diese Geschichte gehört zu diesen Büchern, die man in einem Rutsch durchlesen MUSS. Es ist nämlich fast nicht möglich den Roman aus der Hand zu legen. Das Leben der Protagonistin in "Der Brief" wird völlig auf den Kopf gestellt, als sie ein Brief von einer alten Schulfreundin aus ihrem Heimatdorf erreicht, in dem die Schulfreundin sie über ihr Leben in Paris, ihrem Ehemann und ihrer Karriere ausfragt. In Wahrheit lebt Hagebölling's Hauptfigur allerdings mit ihrer Lebensgefährtin in Hamburg als Journalistin. Was wird hier also gespielt? Geschickt erzählt die Autorin von einem Leben, das nie gelebt wurde und hat einen atemlos spannenden Roman geschrieben, den ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. Wer noch nicht ganz überzeugt ist, kann sich gerne noch einmal meine Rezension zu "Der Brief" durchlesen. 
Das nächste Buch aus dem Lesemonat Juli war der Auftakt einer Trilogie. "A Thousand Pieces of you" ist der erste Teil der Firebird Trilogie der Autorin Claudia Gray und mein erstes englisches Buch aus dem vergangenen Monat gewesen. Ich war sehr gespannt, was mich erwarten würde, da der Klappentext eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy versprach und ich war sehr überrascht von diesem Auftakt. "A Thousand Pieces of You" ist eine wilde und spektakuläre Verfolgungsjagd durch verschiedene Welten, die wir gemeinsam mit der Protagonistin entdecken und die unglaublich spannend aufgebaut waren. Man wusste nie, was als Nächstes passierte und auch die Auflösung fand ich sehr gelungen und freue mich schon die Trilogie so bald wie möglich weiter zu lesen. Der zweite Teil liegt schon bereit. 
Im Juli war dann auch wieder Atwood Zeit. "Das Herz kommt zuletzt" von Margaret Atwood ist ihr aktueller Roman und mein drittes Buch der Autorin. "Hexensaat" und "Der Report der Magd" konnten mich schon begeistern und auch hier ist das der Fall. Atwood hat eine Geschichte geschrieben, die sich zunächst wie eine Utopie in einer Dystopie liest und sich aber ganz allmählich und immer mehr in einem Albtraum verwandelt. Die Hauptfiguren sind ein Ehepaar, die in ein Wohnprojekt ziehen in einer Welt, die von Wirtschaftskrisen aus den Fugen geraten ist. Gesetze existieren nicht mehr und offene Kriminalität ist an der Tagesordnung. Allerdings gibt es einen Haken. Jeden Monat tauschen sie ihr trautes Heim gegen eine Zelle im Gefängnis, so soll in dem Experiment die Kriminalität ausradiert werden. Doch einiges geht schief und Margaret Atwood beweist in Bestform, dass sie einen ganz bestimmten Blick auf die Gesellschaft hat und es versteht diese in ihren Geschichten zu kritisieren. Ich freue mich schon riesig ihr Werk weiter zu lesen. Für mich ist Atwood definitiv meine literarische Heldin des Jahres. Auch zu "Das Herz kommt zuletzt" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Das dickste Buch, das ich jemals gelesen habe, war "Es" von Stephen King. "Das kalte Blut" von Chris Kraus steht allerdings seit dem Lesemonat Juli auf Platz zwei meiner dicksten Schmöker. Mit 1200 Seiten erzählt der Autor die Lebensgeschichte zweiter Brüder aus Riga, die eigentlich zufällig in die Fängen der NS geraten, und somit ihren weiteren Lebensweg maßgeblich beeinflussen. "Das kalte Blut" ist eine Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert, es ist aber auch eine Liebesgeschichte oder besser ausgedrückt eine Dreiecksgeschichte, die sich zwischen den beiden Brüdern und ihrer Adoptivschwester bewegt und Einfluss auf die politischen Ereignisse hat, die sich unmittelbar zwischen den drei Protagonisten abspielen. Es ist natürlich schwer auf so vielen Seiten nicht einmal langatmig zu werden, doch Chris Kraus ist dieses Kunststück gelungen. Wer neugierig geworden ist, auch zu "Das kalte Blut" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Auch ein weiterer Auftakt war unter meinen gelesenen Büchern im vergangenen Lesemonat. "Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung" von Stefanie Hasse ist der erste Teil einer Dilogie und beschäftigt sich, wie man vielleicht erahnen kann, mit Schicksalsfragen. Die Protagonistin bekommt die Möglichkeit in das Schicksal der Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung einzugreifen und ist sich, nach anfänglichen unbedachten Schwierigkeiten, schnell darüber im Klaren, was für eine Verantwortung sie mit dieser Aufgabe trägt, denn ab welchem Zeitpunkt greift man in einem so intensiven Maße in das Schicksal sein, dass es das Leben der jeweiligen Person ändert, vielleicht sogar zum Negativen? Natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte in "Schicksalsbringer" und insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, vor allem die moralischen Grundsätze fand ich gut gelungen. Und, ich war diesen Monat sehr fleißig, auch zu diesem Buch gibt es eine Rezension geschrieben. 
Weiter ging es im letzten Monat mit der Fortsetzung einer Trilogie, einer Fortsetzung, auf die ich mich schon sehr gefreut habe. "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill", ist der zweite Teil von Derek Landys Trilogie über Amber, die sich auf der Flucht vor ihren Eltern befindet, die sie essen wollen und nun auch vor einem Oberdämon flüchtet, der noch eine Rechnung mit ihr offen hat. Zum Glück hat sie Miles an ihrer Seite, der ihr schon das ein oder andere Mal das Leben gerettet hat. Die Fortsetzung konnte tatsächlich noch einmal einen drauf legen. Wieder einmal hat der Handlungsstrang an einen Quentin Tarantino Film erinnert auch die Figuren könnten aus der Feder des berühmten Kult Regisseurs stammen. Der Horror in "Demon Road" darf allerdings nicht unterschätzt werden, diese Geschichte ist garantiert nichts für zarte Gemüter. Ich fand die Fortsetzung großartig und freue mich schon auf das Finale. Übrigens, auch zu "Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Selten hat mich ein Buch so verstört zurückgelassen, wie das nächste Buch aus dem Lesemonat Juli. "Geständnisse" von Kanae Minato erzählt von einer Lehrerin, deren kleine Tochter im Schulschwimmbad ertrinkt. Etwas, was zunächst wie ein tragischer Unfall aussieht, entpuppt sich als kaltblütiger Mord, der eine Fülle von dramatischen Ereignissen nach sich zieht. Das Besondere in "Geständnisse" ist zweifellos die Erzählweise. In den einzelnen Kapiteln kommen die Figuren zu Wort und führen quasi einen Monolog. Der Zuhörer ist der Leser, der ganz allmählich in das Grauen und den Schrecken, den die einzelnen Erzählungen bieten, eingehüllt wird und irgendwann nicht mehr raus kann. "Geständnisse" kann man fast nicht aus der Hand legen. Es ist ein hochspannender und unglaublich verstörender und gleichzeitig tieftrauriger Thriller, der einiges zu bieten hat. Und auch zu "Geständnisse" habe ich eine Rezension geschrieben. 
Zuletzt kommen wir nun zu meinem kleinen und feinen Monatshighlight. Habt ihr schon einmal bei einem Buch bitterlich geweint, so dass es richtig weh getan hat in der Brust? Habt ihr eine Gänsehaut gehabt, die an der Haut festgewachsen schien und musstet ihr sooft lächeln, dass man quasi zwischen Lachen und Weinen permanent abgewechselt hat? Und könnt ihr fassen, dass Gedichte diese Fülle an Emotionen auslösen können? Ich habe "The princess saves herself in this one", übrigens für mich einer der besten Buchtitel der Welt, von Amanda Lovelace aus purer Neugierde gekauft, weil so viele plötzlich von Lyrik geschwärmt haben und ich mich damit auch einmal auseinander setzen wollte. Ich hätte nie gedacht, dass dieses kleine Büchlein mich so dermaßen wegfegen würde. Aber genau deswegen liebe ich Bücher so sehr. 

So, das war er: mein Lesemonat Juli. Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß, konntet etwas für die Wunschliste klar machen oder habt vielleicht schon etwas davon gelesen. Ich war auf jeden Fall sehr zufrieden. 

Eure Lisa. 


Sonntag, 13. August 2017

Omar El Akkad - American War





Verlag: S.Fischer 
Seiten: 448
Erschienen: 27. Juli 2017
Preis: 24 Euro (Ebook: 19.99 Euro)







Die USA im Jahr 2075. 
Der Klimawandel hat die Küsten des Landes verschwinden lassen und dringt immer weiter ins Land ein. Die Vereinigten Staaten von Amerika befinden sich in einem Bürgerkrieg nie gekannten Ausmaßes. Die Nordstaaten, die sich nur noch als 'Blaue' bezeichnen, kämpfen gegen die Südstaaten, die sogenannten 'Roten', die bereits ein eigenes Land gegründet haben.
Mittendrin in diesem beängstigenden Zukunftsszenario, die Familie Chestnut mit ihren drei Kindern Sarat, Dana und Simon. Als die Familie überstürzt aus ihrem bisherigen Heim fliehen muss, glauben die Südstaatler in einem riesigen Flüchtlingscamp Zuflucht gefunden zu haben, doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und ebnen den Weg für die Familie Chestnut in ihr furchtbares Schicksal hinein...

"American War", der erste Roman des Journalisten Omar El Akkad, ist so aktuell, dass man bei jeder weiteren gelesenen Seite nicht weiß, ob man dem Autoren applaudieren oder sich verängstigt irgendwo einschließen und verbarrikadieren soll. El Akkad zeichnet ein erschreckendes Bild der USA, die sich zu einem Dritte-Welt-Land entwickelt haben. Gezeichnet vom jahrelangen Krieg und gravierenden Klimaschäden erinnert nichts mehr an die Supermacht, die das Land einmal gewesen war. 
Mittendrin in diesem politischen, gesellschaftlichen und klimatischen Chaos wird die Geschichte der Familie Chestnut erzählt, die schon sehr bald die Geschichte von Sarat wird. Die Familie wird auf ihren Weg ins Flüchtlingscamp begleitet, das ihr neues Zuhause sein soll. Vom Flüchtlingscamp aus verschärft sich der Fokus der erzählerischen Haltung des Autoren immer mehr auf die Figur Sarat, die ich persönlich auch als Hauptprotagonistin bezeichnen würde, auch wenn die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen, ermöglichen den Leser erstens einen genaueren Blick in das jeweilige Innenleben der Figur und ihrer persönlichen Einschätzung der schwierigen Gesamtlage und zweitens, was ich persönlich sehr interessant fand, die Wahrnehmung gegenüber der Hauptprotagonistin Sarat. Diese macht nämlich, während der Handlung in "American War", eine so krasse und intensive Entwicklung durch, dass es spannend war zu lesen, wie sie von ihren Mitmenschen wahr genommen wurde. Man begegnet gewiss nicht oft einer literarischen Figur wie Sarat. Besonders die Einschätzungen von Sarats Neffen im letzten Drittel des Buches fand ich besonders gut gelungen, da es sich bei ihren Neffen um einen der wenigen Personen handelt, denen Sarat echte Zuneigung entgegen bringt, auch wenn sie gerade am Schluss diese Zuneigung in einem Maße demonstriert, den die meisten Menschen nicht verstehen würden.
"American War" ist beängstigend. So viel steht fest. Es mag sein, dass es sich um Fiktion handelt, doch wenn man heutzutage nur einmal Nachrichten schaut, kommt es einen so vor, als hätte der Autor eine Kristallkugel zu Hause, mit der er einmal einen Rundumblick in die Zukunft geworfen hat. "American War" mag eine Dystopie sein, doch man bekommt das Gefühl nicht los, als würden in der heutigen Zeit die Weichen gestellt, um dieses erschreckende Zukunftsbild irgendwann Wirklichkeit werden zu lassen. Die 'Washington Post' schreibt zu "American War", dass es sich um eine Geschichte für all diejenigen handelt, die die Ära Trump umtreibt. Ich würde sogar so weit gehen, um zu behaupten, dass, wenn Trump dieses Jahr nur ein Buch lesen würde, es dieses sein muss. 

Donnerstag, 10. August 2017

Jaroslav Kalfar - Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt





Verlag: Tropen
Seiten: 368
Erschienen: 05. August 2017
Preis: 22 Euro (Ebook: 17.99 Euro)






Jakub Procházka wird als erster tschechischer Astronaut alleine mit einem Raumschiff ins Weltall geschickt. Seine Mission lautet eine mysteriöse kosmische Staubwolke in der Nähe der Milchstraße zu untersuchen. Die Mission soll seinem Land die Ehre und den Ruhm einbringen, das es schon so lange verdient hat. 
Nach mehreren einsamen Wochen im All beginnt Jakub allerdings langsam die Kontrolle über seine Sinne zu verlieren. Plötzlich taucht in seinem Raumschiff ein merkwürdiges Wesen, mit haarigen acht Beinen und einer Vorliebe für Nutella, auf. Als dann auch noch Jakubs Frau, Lenka, ihre Beziehung von der Erde aus beendet, scheint Jakubs Raumfahrer-Karriere eine nicht geplante Wendung zu nehmen...

"Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" von Jaroslav Kalfar ist ein sehr gutes Beispiel, wie man sämtliche Genregrenzen sprengen kann. Der Debütroman von Kalfar vereint sowohl fantastische, biografische und Science-Fiction Elemente in sich und ist dadurch zu einer unglaublich besonderen Geschichte geworden. Eine Geschichte, in dessen Mittelpunkt ein gewöhnlicher Physiker steht, der plötzlich zur Hoffnung einer ganzen Nation wird.
Jakubs Familie steht nach dem Fall der Sowjetunion auf der falschen Seite der Geschichte. Sein Vater, als Spion angeklagt, stirbt, bevor er verurteilt werden kann. In einem Akt der lebenslangen Wiedergutmachung der Taten seines Vaters, zögert Jakub keine Sekunde, als er das Angebot erhält die kosmische Staubwolke zu untersuchen. Auch wenn er dadurch seine Ehe mit seiner Frau Lenka gefährdet. 
Während Jakubs Abenteuer im Weltall werden immer wieder Rückblenden in seine Vergangenheit in die Handlung eingebaut, die das Bild einer ganzen Familie entstehen lassen, die lebenslang für Taten büßen muss, die sie nicht begangen hat. Zudem ist "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" eine Hommage an die Stadt Prag, die einen wichtigen Stellenwert in der Handlung einnimmt, und als Heimatstadt des Autoren dementsprechend gewürdigt wird. 
Besonders gefallen haben mir die bereits erwähnten vielen Rückblenden in die Vergangenheit des Protagonisten, die einen guten Überblick über das Familienporträt der Hauptfigur einbrachte. Zudem bekommt gerade am Ende der Handlung eine, zunächst eher unbedeutende, Nebenfigur plötzlich einen unheimlich intensiven Stellenwert in der Geschichte, die mich nicht nur überrascht hat, sondern absolut überzeugen konnte. Weil ich nichts vorweg nehmen möchte, sollte diese kluge Wendung in der Handlung allerdings alleine entdeckt werden.
Mein absolut persönliches Highlight stellt allerdings der blinde Passagier auf Jakubs Weltraummission dar. Das geheimnisvolle achtbeinige Wesen mit der Vorliebe für Nutella und einen Hang dazu die Spezies Mensch genau unter die Lupe nehmen zu wollen. Jakubs Mitreisender brachte nicht nur viel Abwechslung in die Handlung, sondern auch einen Hauch Philosophie, die man gerade in seinen vielen Gesprächen mit dem Protagonisten erkennt. 
Mit den vielen historischen Begebenheiten, den philosophischen und fantastischen Elementen, ist "Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt" gewiss keine Geschichte, die man an jeder Straßenecke findet. Sie strahlt eine Besonderheit aus, die sie fast schon liebenswert macht. Genau so wie ihre Figuren und vor allem ihren Protagonisten, der nach seinem ständigen Drang nach Höherem zu streben, resultierend aus seiner ungewöhnlichen Familiengeschichte, vergisst, was wirklich im Leben wichtig ist. Bis ihn ein kleines Wesen aus dem Weltall auf den richtigen Weg führt. 

Dienstag, 8. August 2017

Kanae Minato - Geständnisse



Verlag: C.Bertelsmann
Seiten: 270
Erschienen: 27. März 2017
Preis: 16.99 Euro (Ebook: 13.99 Euro)









Die kleine Tochter der Lehrerin Yuko Moriguchi ertrinkt im Schwimmbad der Schule, während ihre Mutter arbeitet. Zunächst sieht es so aus, als wäre die ganze Sache ein tragischer Unfall, doch am letzten Tag vor den Ferien tritt Moriguchi vor ihre Klasse und verkündet, dass sie die Schule und somit auch ihre Schüler verlassen wird und verkündet zudem ein erschütterndes Geständnis, das ihre nun ehemaligen Schülern mit in die Ferien nehmen. Schon bald, nachdem der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde, wird deutlich, dass Moriguchi mit ihren Worten den Anfang für ein verstörendes und tödliches Drama gemacht hat, das sich in ihrer ehemaligen Klasse abspielt. Ein Drama, dass das Leben aller Akteure für immer verändern wird. 

In dem Moment, in dem man die letzte Seite von Kanae Minatos Thriller "Geständnisse" liest, und das Buch schließt, öffnet man es sogleich wieder, um sicher zu gehen, dass man das gerade auch wirklich in der Art und Weise gelesen hat. 
"Geständnisse" ist ein Buch wie ein pechschwarzer und verstörender Sog, der den Leser immer weiter in die Geschichte hineinzieht. Die Handlung ist gleichsam grausam, spannend und endlos traurig. Und doch bin ich der festen Überzeugung, dass genau diese Handlung mich nicht in dem intensive Maße umgehauen hätte, wenn die Autorin ihren Thriller nicht auf eine ganz bestimmte Weise erzählt hätte. Denn in "Geständnisse" kommen gleich mehrere Wahnsinnige in verschiedenen Monologen zu Wort, die ihren Wahnsinn aber zunächst in einem schweren, schwarzen Koffer verbergen, um ihn dann ganz langsam und Stück für Stück auszupacken, um den Leser in das Grauen zu treiben. Doch das wirkliche und all umfassende Grauen zeigt sich vor allem in der intensiven Neutralität, in der "Geständnisse" erzählt wird. Kann Neutralität intensiv sein? Sie kann es. "Geständnisse" beweist das. Fast schon beiläufig berichten einige Protagonisten von ihren schrecklichen Taten und geben so fadenscheinige Gründe dafür an, dass man zwischendurch nur noch den Kopf schütteln konnte. Man weiß nicht, was man fühlen soll. Ekel? Abscheu? Vielleicht sogar auf eine verrückte Art und Weise: Mitleid? All diese Emotionen scheinen sich im Sekundentakt abzuwechseln. Bei ihrer besonderen Art zu erzählen, hat die Autorin zudem darauf geachtet, den Titel ihres Thrillers zum Programm zu machen. Die Monologe der einzelnen Figuren beschönigen nichts, sie schmücken nicht aus, sie versuchen nicht um Sachen herumzureden. Viel mehr wird in "Geständnisse" alles knallhart auf den Tisch gelegt, so dass es den Leser mehr als einmal den Atem raubt und damit Wendungen provoziert, die fassungslos zurücklassen. 
Auch die Themen, die in Kanae Minatos Geschichte behandelt werden sind unglaublich interessant und hervorragend in Szene gesetzt worden. Die Autorin beschäftigt sich mit der Gesellschaft ihres eigenen Landes, die ihre Kinder ausschließlich auf Erfolg und Leistung ausrichtet und nicht merkt, wie einige Kinder daran zugrunde gehen. Zudem ist "Geständnisse" eine Geschichte über verblendete Liebe und übertriebener Fürsorge. Gleichzeitig findet man Misshandlung, Vernachlässigung und junge Menschen, die nicht mehr unterscheiden können, was richtig und was falsch ist und Linien überschreiten, die man sich nicht vorstellen kann. 
Es ist fast unmöglich "Geständnisse" beiseite zu legen. In den wenigen Momenten, in denen man dieses Buch nicht liest, formen sich Bilder im Kopf, die beschreiben, wie es weiter gehen könnte. Bilder, die irgendwann so verstörend werden, dass man unbedingt wissen muss, wie es weiter geht, um dann herauszufinden, dass die fiktionale Realität noch viel beängstigender ist, als man es sich ausmalen konnte. 

Donnerstag, 27. Juli 2017

Derek Landy - Demon Road - Höllennacht in Desolation Hill





Verlag: Loewe
Seiten: 446
Erschienen: 24. Juli 2017
Preis: 19.95 Euro (Ebook: 14.99 Euro)







Immer noch befinden sich Amber und Milo auf der Flucht. Auf der Demon Road verfolgen sie die Höllenhunde, geschickt vom biestigen Oberdämon, den Amber die Tour vermasselt hat. Zuflucht finden sie in dem friedlichen Städtchen Desolation Hill. Doch schnell wird klar, dass etwas in dem beschaulichen Örtchen nicht stimmt. Die Höllenhunde können, aufgrund einer unsichtbaren Barriere, die Stadtgrenze nicht überqueren. Zudem ist es die Zeit vor einem großen Festival, an dem alle Fremden die Stadt verlassen müssen und die Kinder in Panikräume eingeschlossen werden. Allein die Erwachsenen scheinen zu wissen, was in der sogenannten Höllennacht passieren wird. Und sie kommen dabei fast um vor Vorfreude.
Als kurz vor Beginn der Höllennacht ein kleiner Junge spurlos verschwindet und sich niemand für sein Verschwinden zu interessieren scheint, wird Amber schnell klar, dass hier mal wieder jemand einen Pakt mit einem Dämon geschlossen hat, und dass nun ein unschuldiges Kind sterben soll. Doch das will Amber nicht zulassen und schmiedet mit Milo und neuen Verbündeten einen Plan, um den Dämonen das Handwerk zu legen.

Herzlich Willkommen zum zweiten Abenteuer auf der Demon Road, mit dabei das Dämonenduo Amber und Milo und jeder Menge cooler und schräger Typen. Nachdem mir der Auftakt zur 'Demon Road' Reihe von Derek Landy schon ziemlich gut gefallen hat, legt die Fortsetzung "Höllennacht in Desolation Hill" tatsächlich noch einmal einen drauf. 
Dieses Mal geht es auch nicht nur ausschließlich um die beiden Hauptprotagonisten Amber und Milo, die auch in der Fortsetzung den typischen Status eines Antihelden einnehmen. Viel mehr baut Derek Landy einige, unabhängig voneinander laufende, Handlungsstränge auf, stellt neue Charaktere vor und verflechtet dann die Stränge miteinander, um daraus einen Handlungsablauf zu konstruieren. So lernt der Leser vor allem die neuen Figuren auf eine ganz eigene Art und Weise kennen. Ich habe viele der Charaktere sofort lieb gewonnen, was natürlich in einer Welt voller Dämonen schnell nach hinten losgehen kann. Nur, weil Amber und Milo nicht mehr alleine interagieren, heißt das aber noch lange nicht, dass sie weniger interessant sind. Wie bereits erwähnt, verkörpern die beiden die obligatorischen Antihelden. Sie pendeln permanent zwischen ihren bösartigen Zügen, innerhalb ihres Dämonen-Daseins, Eigensinn, Egoismus und ihrem Sinn für Gerechtigkeit und für das Gute zu kämpfen. Vor allem Amber sticht wieder einmal heraus, weil sie auch in der Fortsetzung mit ihrer Menschenrolle hadert, in der sie sich selbst mit ihrer Größe und ihrer molligen Figur nicht wohl fühlt, während sie in ihrem Dämonen-Körper Schönheit und Selbstbewusstsein ausstrahlt. Diese Diskrepanz zwischen beiden Verkörperungen spielt gerade am Ende des zweiten Teils noch einmal eine entscheidende Rolle. Derek Landy hat mit Amber eine wirklich interessante und vielschichtige Heldin erschaffen, die gerade mit den Problemen des eigenen Körpers vom typischen Heldendiskurs abweicht. Die Botschaft dahinter sticht aber mindestens genauso deutlich heraus und zwar, dass jeder eine individuelle Schönheit besitzt, auch wenn er sie nicht immer sehen kann. 
Ansonsten ist die Fortsetzung der 'Demon-Road' Reihe wieder einmal nichts für schwache Nerven. Jede Menge Action, Horror und blutrünstige Szenen erwarten den Leser mit dem ein oder anderen Wiedersehen von alten Bekannten. 
Vor allem aber muss ich wieder einmal den Vergleich ziehen, den ich auch schon in der Rezension zum ersten Band gezogen habe: Auch die Fortsetzung wirkt an mehr als einer Stelle so, als würde ein Quentin Tarantino Film vor dem inneren Auge abgespult werden. Gerade bei einem Kapitel am Ende der Geschichte lag ich vor Lachen auf dem Boden, eine einzige Slapstick-Szene, bei der man die ganze Zeit auf das 'Cut' von Mr. Tarantino gewartet hat. Definitiv ein Vergleich, der mehr als lobenswert gemeint ist.
Schräge Typen, coole Dialoge, vielleicht sogar ein bisschen Liebe und jede Menge Action und Spannung. Derek Landy ist mit "Höllennacht in Desolation Hill" eine großartige und mehr als lesenswerte Fortsetzung gelungen. Das einzig Negative, was man an den Buch auszusetzen haben könnte, ist die letzte Seite, auf der der dritte Teil für den März 2018 angekündigt wurde. 
Jetzt heißt es Warten. 

Montag, 24. Juli 2017

Stefanie Hasse - Schicksalsbringer - Ich bin deine Bestimmung




Verlag: Loewe
Seiten: 418
Erschienen: 24. Juli 2017
Preis: 16.95 Euro (Ebook: 9.99 Euro)








Als junges Mädchen bekommt Kiera auf einem Jahrmarkt von einem Unbekannten eine geheimnisvolle Münze geschenkt. Erst als wunderbarer Schatz aufbewahrt, verliert die Münze über die Jahre an Wert für Kiera und irgendwann denkt sie überhaupt nicht mehr darüber nach. Bis zu dem Tag, an dem sie, wegen eines bevorstehenden Umzuges, zufällig die Münze wieder in die Hände bekommt. Beim näheren Betrachten, schneidet sich Kiera unabsichtlich an dem Schmuckstück und stellt damit ungewollt ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf. Denn plötzlich geschehen seltsame Dinge in ihrer unmittelbaren Umgebung, die sich Kiera nicht erklären und deshalb nur in Verbindung mit der geheimnisvollen Münze bringen kann. Und welche Rolle spielen eigentlich die beiden mysteriösen und ziemlich gut aussehenden Jungen, die mitten im Schuljahr plötzlich in Kieras Schule auftauchten? Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin in einem Kampf, bei dem Mächte im Spiel sind, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Träumen vorstellen konnte...

Stell dir vor, du bist jemand, dem das Schicksal schon einmal übel mitgespielt hat und plötzlich bekommst du die Macht das alles zu ändern. Mit dieser, gewiss nicht nur faszinierenden, sondern auch gefährlichen Machtposition, beschäftigt sich Stefanie Hasse im Auftakt ihrer neuen Diologie "Schicksalbringer - Ich bin deine Bestimmung". 
Angefangen hat alles mit einer geheimnisvollen Münze, die die Protagonistin Kiera als kleines Mädchen von einem ihr unbekannten Mann auf einem Jahrmarkt zugesteckt bekommt. Unbemerkt, weil sie sie schlichtweg vergessen hat, befindet sich die Münze einige Jahre in Kieras Besitz, als sie sie zufällig wiederfindet. Von diesem Fund baut sich dann das gesamte fantastische Erzählkonstrukt auf, das Stefanie Hasse hier erschaffen hat. Während man das plötzliche Auftauchen der geheimnisvollen Brüder Phoenix und Hayden in Kieras Schule zwar als mysteriös aber als nicht weiter verwunderlich empfindet, setzt der Fund der Münze Dinge in Gang, die sich Kiera nicht erklären kann und die genau deswegen so spannend zu lesen sind. Dieser Übergang von der normalen und rationalen Welt in den fantastischen Bereich, hat mir, innerhalb der Handlung, sehr gut gefallen. Zusammen mit der Protagonistin Kiera und ihren verwirrten Gefühlen, verlässt der Leser das Leben, das Kiera bisher kannte und betritt völliges Neuland. Auch das Fantasy-Thema an sich, auf das ich an dieser Stelle natürlich nicht näher eingehen möchte, um nichts vorwegzunehmen, war unglaublich gut gestaltet und umgesetzt. 
Dann muss sicherlich noch einmal dieses große Wort 'Schicksal' genauer unter die Lupe genommen werden, das ein Hauptthema in Stefanie Hasses Geschichte darstellt. Immer mehr erkennt Kiera, mit was für einer großen und machtvollen Aufgabe sie da eigentlich betraut wurde. Mit dieser großen Verantwortung wirft die Geschichte dann auch persönliche moralische Fragen auf. 
Wie weit kann man gehen, bis man zu intensiv in das Leben einer fremden Person eingreift? 
Und was passiert, wenn das Nicht-Eingreifen in das Schicksal keine Option darstellt?
Genau diese Diskrepanz zwischen der Überforderung ihrer Aufgabe, Kieras moralischen Grundsätzen und der Unabwendbarkeit ihrer Bestimmung, fand ich ebenfalls unglaublich gut gelungen. 
"Schicksalbringer-Ich bin deine Bestimmung" ist ein vielversprechender Auftakt geworden, bei dem natürlich auch die obligatorische Liebesgeschichte nicht fehlen durfte. Und obwohl die Geschichte viele typischen Elemente eines Jugendfantasyromans beinhaltet, habe ich mir sehr gut unterhalten gefühlt, mitgefiebert und bin nach dem fulminanten Ende natürlich wieder ungeduldig und hilflos zurückgelassen worden. Ich freue mich schon sehr auf das Finale. 


Montag, 17. Juli 2017

Lesemonat Juni

Herzlich Willkommen zu meinem abermals etwas verspäteten Lesemonat Juni. Im vergangenen Monat habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen mit 2993 Seiten. Auch ein eigenes persönliches Highlight war dabei, was mal wieder zum Schluss verraten wird. Dann haben wir ja jetzt alle Fakten, los geht's!
Begonnen wird der Monat mit einem weiteren Buch von meinen Lieblingskönigskindern. "Jane und Miss Tennyson" von Emma Mills hat mich vor allem wegen der Jane Austen Thematik, die im Klappentext angedeutet wurde, neugierig gemacht und wieder einmal wurde ich angenehm überrascht. Zwar habe ich eine etwas andere Geschichte erwartet, trotzdem konnten mich die Charaktere und die Handlung überzeugen. Es war auch eines der ersten Königskindern, die eine etwas lockere Geschichte beinhaltet und nicht wie bei den anderen Büchern, die ich bisher gelesen habe, die schwerere Themen inne hatten. "Jane und Miss Tennyson" ist eine leichte und liebenswerte Geschichte geworden, die ich sehr gerne gelesen habe und die sich nahtlos zu meinen anderen Lieblingen aus dem Verlag gesellt. 
Weiter ging es im Juni mit dem ersten Teil von Sarah J. Maas neuer Fantasy-Reihe "A court of Thorns and Roses". Von diesem Buch hatte ich im Vorfeld schon einiges gehört, teils wurde es kritisiert und teils in den Himmel gelobt. Ich würde mich kurz vor der zweiten Gruppe verorten. Ich mochte die Heldin und auch die Geschichte konnte mich fesseln. Allerdings war nicht sofort der Wunsch da den zweiten Teil der Reihe zu lesen. Vielleicht brauch ich zwischendurch einfach eine Pause, werde mir aber trotzdem nicht mehr allzu lange Zeit lassen, bis ich die Fortsetzung beginne. Für alle Fantasy Fans und auch für Liebhaber von Märchenadaptionen ist "A court of Thorns and Roses" genau das Richtige, denn das Buch basiert zum Teil auf einer Adaption von "Die Schöne und das Biest". Dringende Leseempfehlung! 
Das nächste Buch aus dem vergangenen Monat war seit langer Zeit mal wieder ein Thriller. Der Klappentext von Jonas Winner "Murder Park" klang erst einmal nach nichts Neues. Eine Gruppe von Personen, die in einem verlassenen Vergnügungspark ausgesetzt wurden, der sich zufällig noch auf einer einsamen Insel befindet und plötzlich geschieht ein Mord. Es stellt sich die Frage, ob sich der Mörder unter ihnen befindet, oder ob sich eine unbekannte Person auf der Insel herumtreibt. Doch Jonas Winner ist es gelungen in dieses altbekanntes Ausgangsszenario etwas Neues und Frisches hineinzubringen. Gerade das Ende der Geschichte habe ich erst einmal überhaupt nicht so erwartet und hat mir wohl gerade deshalb so gut gefallen. Ein unglaublich gelungener Thriller, der sogar teilweise ein gewissen Hitchcock Flair besitzt. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, für den habe ich noch eine Rezension geschrieben. 
Das nächste Buch aus dem Lesemonat Juni besitzt zwar nicht wirklich viele Seiten, hat aber dennoch eine großartige Geschichte zu erzählen. "Der Club" von Takis Würger ist ein grandioser Debütroman geworden, in dem die Geschichte eines einsamen Jungen erzählt wird, der ein Stipendium für die Universität in Cambridge bekommt und als Gegenleistung dort ein Verbrechen aufklären soll. Der Protagonist Hans wird in der Uni Mitglied des elitären Pitt Club und wird in die Elite eingeführt. Dabei verliebt er sich in Charlotte, die versucht ihn im Club zu integrieren. "Der Club" ist eine melancholische und voll vom beißendem schwarzen Humor beinhaltete Geschichte geworden, die mir sehr gut gefallen hat. Eine Geschichte, die die Grenzen zwischen richtig und falsch verschwimmen lässt und die wirklich großartig erzählt wurde. 
Weiter ging es im Juni mit meiner Wiedergutmachung der Margaret Atwood Leselücke, die ich mit ihrem wohl berühmtesten Roman "Der Report der Magd" wieder ein bisschen füllen konnte. Auch diese Geschichte, die sich nahtlos neben solchen Dystopien wie "Schöne neue Welt" von Huxley und "1984" von Orwell einreihen kann, hat mir wieder einmal sehr gut gefallen. Atwoods Schreibstil ist wirklich einzigartig. Sie konstruiert in "Der Report der Magd" eine Welt, in der die Rolle der Frau eben keine Rolle mehr spielt. Frauen aus dem Mittelstand haben keine Rechte mehr und werden als Gebährmaschinen für die elitäre Gesellschaft missbraucht, die aufgrund von vorangegangenen atomaren Katastrophen, keine Kinder mehr kriegen kann. Unglaublich gelungen und für mich fast schon eine Pflichtlektüre.
Im Lesemonat Juni habe ich eine weitere Trilogie begonnen, dieses Mal aus dem Science-Fiction Bereich. Der erste Teil von 'Red Rising' von Pierce Brown lag schon sehr lange auf meinem Stapel ungelesener Bücher, nachdem allerdings eine Bloggerkollegin so von dem Auftakt geschwärmt hat und die drei Bücher quasi am Stück gelesen hat, war ich der Meinung, dass es auch langsam Zeit wurde die Bücher zu beginnen. Ähnlich wie bei "A court of Thorns and Roses" haben es mir die Charaktere angetan und auch die Handlung hat mir gut gefallen, auch wenn sie sich am Anfang ein bisschen gezogen hat. Allerdings war auch hier nicht der Wunsch da die Reihe sofort weiterzulesen. Ich bin mir aber sicher, dass ich auch das bald nachholen werde. "Red Rising" ist eine Mischung aus Tribute von Panem und Game of Thrones, bloß im Weltall. Wenn das keine vielversprechende Verkettung ist. 
Kommen wir nun zum letzten Buch des Lesemonats Juni und zu meinem persönlichen kleinen Highlight. Von "Die Schule der Nacht", geschrieben von Ann A. McDonald habe ich im Vorfeld eigentlich gar nicht so viel erwartet, umso überraschter war ich natürlich, als mir plötzlich eine spannende College Story mit einem Hauch von Mystik und Fantasy um die Ohren gehauen wurde. Allein schon die Umgebung, in der die Geschichte spielt, spielt für die Handlung der Geschichte. Ein altes und traditionsreiches College in Oxford, das ein dunkles Geheimnis birgt und eine junge Frau, die inkognito aus Amerika nach England kommt, um das Geheimnis der Vergangenheit ihrer Mutter aufzudecken. Unglaublich spannend und geheimnisvoll erzählt und sehr lesenswert. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, auch zu "Die Schule der Nacht" habe ich eine Rezension geschrieben. 

Das war er auch schon wieder. Mein Lesemonat Juni. Wer weiß, vielleicht war ja etwas für eure Wunschliste dabei oder ihr habt auch schon eines der Bücher gelesen?
Ich wünsche euch noch einen schönen Tag.

Lisa. 

Mittwoch, 12. Juli 2017

Chris Kraus - Das kalte Blut



Verlag: Diogenes
Seiten: 1200
Erschienen: 22. März 2017
Preis: 32 Euro (Ebook: 27.99 Euro)










Die beiden Brüder Hub und Koja Solm aus Riga beginnen ihre politische Laufbahn in Nazideutschland. Während Hub in seinem Element angekommen scheint, gerät Koja eher durch unglückliche Umstände in das Netz der NSDAP.
Nach dem Ende des Krieges arbeiten beide als Spione in der jungen Bundesrepublik. 
Schon früh adoptieren Hubs und Kojas Eltern die Jüdin Ev, die als Geliebte zwischen den beiden Brüdern immer wieder wechselt. Aus diesem Dreiecksgespann, das nicht nur eine Menge moralischer Fragen aufwirft, treten abenteuerliche politische Verwicklungen in Kraft. Denn die Geschichte der Familie Solm repräsentiert gleichsam die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Einem Land, das nach seinem Untergang wieder aufersteht. 

"Normale Menschen, die zu Massenmördern werden". Dieses Buch, geschrieben vom Kulturwissenschaftler Harald Welzer, wird in der Danksagung von Chris Kraus' Roman "Das kalte Blut" vom Autor selbst erwähnt und als ein Titel bezeichnet, der auch gut zum hier vorliegenden Roman passen würde. Und das ist mehr als zutreffend. 
Koja Solm, der Protagonist dieser Geschichte, der im weit fortgeschrittenen Alter in einem Krankenhaus einem Hippie, namens Basti, seine Lebensgeschichte erzählt, verkörpert zunächst den klassischen Typen eines Durchschnittmenschen, der nach einer Verkettung unglücklicher Umstände in die NSDAP kommt. Ein Leben lang stand der künstlerisch begabte Koja im Schatten seines größeren und dominanten Bruders und gerade dieser Umstand, dass Hub eine gewisse Macht über seinen Bruder besitzt, ist auch wohl der Grund, warum sich Koja in dieses gefährliche Milieu hineinziehen ließ. An diesem Punkt enden aber auch schon jegliche Rechtfertigungsversuche für die Hauptfigur des Romans. Auch wenn Koja das ein oder andere Mal in seinem weiteren Lebensweg aus Angst um eine geliebte Person handelte, handelte er doch immer im vollen Bewusstsein und war sich der Tragweite seiner Entscheidungen bewusst. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als der Leser diese Tatsache annimmt, wird auch deutlich, dass man es mit einer unglaublich unsympathischen Hauptfigur zu tun hat. Zumindest meiner persönlichen Empfindung nach.
Diese Erkenntnis kam mir sehr früh, während der Lektüre der knapp 1200 Seiten, dementsprechend überrascht war ich dann, dass es der Sogwirkung, die "Das kalte Blut" zweifellos besitzt, keinen Abbruch getan hat. Wenn man einmal begann zu lesen, kam man, selbst nach sehr vielen Seiten, schwer von der Geschichte los. Das lag vor allem daran, dass Chris Kraus einen wirklich begnadeten Erzähler verkörpert. Er erzählt die Familiengeschichte der Solms, eine Geschichte, in der zwei Brüder sämtliche Moralvorstellungen ablegten und zu Massenmördern wurden. Er konstruiert zwei unterschiedliche Charaktere und beschreibt, wie einem die Last wegen der Richtung, die sein Leben nahm, erdrückt und wie der andere besser mit der Situation zurecht zu kommen scheint. Man würde annehmen, dass es sich bei dem Erdrückten um Koja handelt, aber das ist eine falsche Vermutung. In einer fast schon beängstigenden emotionslosen Neutralität berichtet der Protagonist Koja von seinen Verbrechen in der Nazizeit, wie er danach lügt und betrügt und jedem in seiner unmittelbaren Umgebung manipuliert, um seine Ziele zu erreichen. Manchmal bekommt der Leser den Eindruck, dass er nicht von seinem eigenen Leben berichtet, sondern vom Leben eines anderen erzählt. Wutanfälle, Alkoholexzesse, Gewaltausbrüche und den ein oder anderen psychotischen Zusammenbruch überlässt der Protagonist den beiden anderen Akteuren im oben erwähnten Dreiecksgespann, seinem Bruder Hub und seiner Adoptivschwester Ev. Diese Dreiecksgeschichte bildet dann auch eines der wichtigsten Handlungselemente der Geschichte. Sie steht mehr als einmal im Mittelpunkt der Geschehnisse und bestimmte sogar die politischen Wege, die die beiden Brüder nach Ende des Krieges gehen. 
Als Spione der jungen deutschen Bundesrepublik müssen sie Leute abhören, Geheimnisse hüten und ein Lügenkonstrukt erschaffen, dass sich unbemerkt auch in ihr Privatleben schleicht, und dort Ereignisse hervorbringt, die den Leser immer wieder überraschen. Und somit der Sogwirkung von "Das kalte Blut" natürlich keinen Abbruch tut. 
Obwohl der Protagonist mit seiner Lebensbeichte gegenüber dem friedlich lebenden Hippie im Krankenhaus wohl nur Vergebung suchte, und klar stellen wollte, dass er an keinem Punkt seiner teils fragwürdigen und teils grausamen Taten keine Wahl hatte, lässt sich in der Handlung des Erzählens einer Lebensbeichte, wieder ein typischer Charakterzug Kojas erkennen, die er auch oftmals in seinen Erzählungen einfließen ließ, und zwar, dass er in den meisten Fällen immer nur sich selbst retten wollte. Mögen manche seiner Motive aus Liebe gewesen sein, diese Selbstsüchtigkeit konnte ich ihm trotzdem nicht absprechen. 
Auch das Ende der erzählten Geschichte von Koja Solm, möchte ich in handlungstheoretischer Sicht, positiv hervorheben. Es knüpft noch einmal an die bereits erwähnte Disharmonie im Zusammenhang mit dem Protagonisten an und bringt seine gesamte Lebensgeschichte zu einem nennenswerten Abschluss.
Wie bereits erwähnt ist "Das kalte Blut" nicht nur eine Familiengeschichte, sondern gleichsam die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Nicht nur der zweite Weltkrieg wird thematisch behandelt, sondern auch die neue deutsche Bundesrepublik mit einem besonderen Hauptaugenmerk auf die Geheimdienste, in denen sich allerhand ehemalige Naziverbrecher befanden, die straflos ihren Angelegenheiten weiter nachgehen konnten. Gerade die politischen Akteure in Chris Kraus' Roman, so steht es in den Vorbemerkungen des Autoren, entsprangen zum großen Teil eben nicht seiner Feder, sondern haben wirklich existiert. An dieser Stelle sollte auch noch einmal die Danksagung lobend erwähnt werden, in der man nicht nur allerhand interessante Details zum Lesen bekommt, sondern auch einen kleinen Überblick über das enorme Recherchematerial erhält, das Chris Kraus für seinen Roman gebraucht hat.
Es ist ziemlich schwierig auf 1200 Seiten nicht einmal langatmig zu werden, doch genau das ist dem Autoren mit "Das kalte Blut" gelungen. Eine Geschichte, die sauer aufstößt, die einen wütend macht, die man aber doch nicht eine Minute zur Seite legen kann. 

Dienstag, 11. Juli 2017

Carolin Hagebölling - Der Brief



Verlag: dtv
Seiten: 220
Erschienen: 09. Juni 2017
Preis: 14.90 Euro (Ebook: 12.99 Euro)






Wenn ein Brief dein Leben auf den Kopf stellt...

Als Marie einen Brief von ihrer alten Freundin aus Kindertagen erhält, denkt sie sich zunächst nichts weiter dabei. Beim Lesen wird ihr allerdings schnell deutlich, dass sich ihr Leben mit diesen Zeilen verändern würde. Denn in dem Brief ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor und der erfolgreichen Galerie, die die beiden gemeinsam führen. Marie allerdings wohnt in Hamburg, lebt glücklich mit ihrer Freundin Johanna zusammen und arbeitet als freie Journalistin. Zunächst versucht Marie den Brief zu ignorieren, schnell wird ihr aber klar, dass das nicht möglich ist. Sie entschließt sich nach Paris zu reisen, um dem Geheimnis des Briefes auf den Grund zu gehen, und findet sich in einem Leben wieder, das ihr gleichzeitig furchtbar vertraut und furchtbar fremd vorkommt...

Stellt euch vor, ihr bekommt einen Brief, der von einem Leben erzählt, das ihr nie gelebt habt. Der Klappentext von Carolin Hageböllings Debütroman "Der Brief" versprach eine ungewöhnliche und spannende Geschichte und ich wurde nicht enttäuscht. 
Wir begleiten die Protagonistin Marie bei ihrem Versuch ihr aus den Fugen geratenes Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Ein Leben, das wegen ein paar Zeilen in einem Brief völlig auf den Kopf gestellt wurde. Zugegeben, ich wusste nicht wirklich, was mich in der Handlung des Buches erwarten würde. Würde der Verlauf rational gehalten werden oder gab es einfach Dinge, die man sich nicht erklären kann, und dementsprechend mystische und geheimnisvolle Elemente würde es in "Der Brief" zu entdecken geben? Nach der Lektüre ist es wohl eine Mischung aus beidem. Carolin Hagebölling ist eine gewiefte Geschichte gelungen, die mit verschiedenen Realitäten spielt und die eine Faszination ausübt, die gleichsam anziehend und verstörend wirkt. Als Leser fliegt man nur so durch die Seiten, unsicher, ob man es mit einem unerklärlichen und mystischen Phänom zu tun hat oder ob man mit einer Protagonistin konfrontiert wird, die langsam aber sicher an die Grenzen ihrer geistigen Gesundheit gelangt. Die Autorin spielt wahrlich nicht nur mit den Realitäten, sondern auch mit den Wahrnehmungen ihrer Leser, in dem sie ihnen eine Richtung weist, die zunächst als absolut richtige erachtet wird, um dann nur kurze Zeit später in Scheinheiligkeit zu versinken. Die Botschaft in der Geschichte ist so deutlich, dass sie einem von jeder Seite entgegen scheint: Nichts ist so, wie es scheint. 
Du kannst glauben den richtigen Weg gewählt zu haben und das für dich richtige Leben zu leben, nur um dann herauszufinden, dass es bloß einer winzigen anderen Entscheidung bedarf, um dein ganzes Leben komplett zu ändern. Es ist schon erstaunlich, wie es der Autorin auf gerade einmal 220 Seiten gelingt existentielle Fragen des Lebens aufzuwerfen, die einen auch über das eigene Leben grübeln lassen und wie es möglicherweise aussehen würde, wenn man eine andere Abzweigung genommen hätte.
"Der Brief" ist eine atemlos spannende Geschichte geworden, dessen Ende nicht nur besonders klug, sondern auch aussagekräftig konstruiert wurde. Nichts ist so, wie es scheint. Eine Geschichte, die zu diesen Büchern gehört, die man an einem Tag liest, die aber noch lange danach durch den Kopf geistert. 

Mittwoch, 5. Juli 2017

Margaret Atwood - Das Herz kommt zuletzt



Verlag: berlin Verlag
Seiten: 400
Erschienen: 03. April 2017
Preis: 22 Euro (Ebook: 17.99 Euro)






Stan und Charmaine sind ein nettes und ganz normales Ehepaar. Durch die Wirtschaftskrise in Not geraten, fristen sie momentan allerdings ein trostloses Dasein in ihrem Auto. Ein Auto, als Wohnort, ist, in einem aus den Fugen geratenem Land, in dem die normalen Gesetze nicht mehr gelten und Kriminalität an der Tagesordnung ist, nicht unbedingt der ideale Rückzugsort. Aus diesem Grund entscheiden sich Stan und Charmaine relativ schnell für das Positron Projekt, ein soziales Experiment, das Sicherheit und geregelte Verhältnisse verspricht. Die Bedingungen des Projekts sind allerdings höchst fragwürdig. Jeden Monat wohnen die Bewohner der streng bewachten und abgeriegelten Stadt Consilience einmal in einem Haus, das ihnen zur Verfügung gestellt wird und einmal in einem Gefängnis, in dem sie den Status eines Gefangenen einnehmen. 
In ihrer Anfangszeit in Consilience läuft es bei Stan und Charmaine gut. Sie genießen ihr sorgenfreies Leben in ihrem neuen Haus, nichts ahnend, dass sie beide, unabhängig voneinander, eine sexuelle Obsession für ihre Hauspartner entwickeln, also dem Ehepaar, das ihr Haus bewohnt, während sich Stan und Charmaine im Gefängnis befinden. Doch dann geschieht das, was nie passieren sollte. Durch einen Fehler befinden sich die beiden plötzlich in verschiedenen Zyklen und die Ereignisse in Consilience beginnen sich zu überschlagen...

"Das Herz kommt zuletzt" von Margaret Atwood war mein bereits dritter gelesener Roman der Autorin. Ich bin demnach fleißig dabei meine Bildungslücke im Atwood Bereich zu schließen.
Zunächst hat mich der ungewöhnliche Klappentext des Romans auf die Geschichte aufmerksam gemacht. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde. Ein Gesellschaftsroman? Eine Dystopie oder doch eher eine Liebesgeschichte? Nach der Lektüre von "Das Herz kommt zuletzt" kann ich nun sagen, dass es in Stans und Charmaines Geschichte um alles ein bisschen geht. Die Wirtschaftskrise hat das Land in großes Chaos gestürzt. Orte, an denen früher das pure Leben herrschte, gleichen nun einer Geisterstadt. Die bekannten Gesetze sind außer Kraft gesetzt und auf den Straßen herrscht Kriminalität und das Recht des Stärkeren. In dieser Welt verwandelt sich das Projekt Positron, anfangs als klassische Utopie gedacht, ganz schnell in eine Dystopie. Vor allem, weil die beiden Protagonisten nach und nach hinter die Fassaden des Projektes blicken und mit der unangenehmen Wahrheit konfrontiert werden. Stan und Charmaine fungieren dann dazu als Hauptfiguren der Liebesgeschichte, die allerdings auch nicht den Lauf nimmt, den man bei Liebesgeschichten normalerweise annehmen würde. Und dann ist da natürlich noch der Gesellschaftsroman, der sich, typisch Atwood mäßig, darin äußert, dass sich in "Das Herz kommt zuletzt" Gesellschaftsanklage an Gesellschaftsanklage reiht. Atwood lässt ein normales Paar in eine Extremsituation geraten und bietet ihnen, als scheinbar einzigen Ausweg, eine rettende Insel an, die sich aber schnell ebenfalls als Extremsituation entpuppt. Doch nur weil die Protagonisten hinter die Fassade des Projektes blicken, bedeutet das nicht automatisch, dass sie zu klassischen Helden avancieren, die einander und dann auch noch den Tag retten. Viel mehr symbolisieren Stan und Charmaine das musterhafte Profil eines Menschen, der sich um jeden Preis anpassen will. Jemand, der vielleicht viel redet und sich viel vornimmt, das aber nicht umsetzt. Stan und Charmaine sind keine Figuren, die ihr Schicksal in die Hand nehmen und etwas daran ändern möchten, sondern die sich von dominanten Persönlichkeiten führen lassen. Vom Verhalten der Protagonisten ausgehend, hat mich dann das Ende der Geschichte nicht weiter überrascht. 
Margaret Atwood konnte mich auch mit diesen Roman begeistern. Böse und scharfsinnig hält sie der Gesellschaft permanent einen Spiegel vor. Einer Gesellschaft, die nach Perfektion strebt und durch ihre eigenen Fehler immer wieder zurückgeworfen wird. Aber genau hier scheint auch die Botschaft der Geschichte versteckt zu sein und zwar, dass der Mensch nun einmal nicht perfekt ist, dass an diesem Umstand aber nichts auszusetzen ist, so lange man nicht vorgibt etwas zu sein, dass man nicht ist. 
"Das Herz kommt zuletzt" ist verrückt, die Geschichte macht Spaß und stärkt immer mehr den fortwährenden Eindruck, dass Margaret Atwood tatsächlich die coolste Autorin der Welt ist. 
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