Freitag, 16. September 2016

Derek Landy - Demon Road - Hölle und Highway






Verlag: Loewe
Seiten: 478
Erscheint: 19. September 2016
Preis: 19.99 Euro (Ebook: 14.99 Euro)









Ihr glaubt, dass eure Eltern manchmal Probleme bereiten?
Dann habt ihr wirklich keine Ahnung, was Amber gerade durchmacht.
Amber Lamont ist gerade erst sechszehn Jahre alt geworden, als sie herausfindet, dass ihre ohnehin schon sehr seltsamen Eltern ein teuflisches Geheimnis haben. Sie sind Dämonen. Und als wäre das nicht schon genug, wollen sie nun, da ihre Tochter sechszehn geworden ist, diese zum Abendessen verspeisen. Denn nur so würden sie ihre dämonischen Kräfte noch mehr stärken. 
Doch Amber denkt gar nicht daran als das Essen von ihren Eltern zu enden und tritt eine spektakuläre Flucht an. 
Der Fluchtwagenfahrer? Ein zwielichtiger Typ namens Milo.
Das Fluchtauto? Ein riesiger Charger, der mehr nach einem Monster als nach einem Auto aussieht. 
Ihr Roadtrip führt das ungewöhnliche Duo quer durch die USA auf der sogenannten Demon Road, einem magischen Straßennetz, das unheimliche Orte und schauerliche Wesen miteinander verbindet. Amber trifft auf Vampire, Hexen, den ein oder anderen untoten Serienkiller und muss auf ihrer verrückten Reise ebenfalls einer nicht zu leugnenden Tatsache ins Auge sehen: 
Auch in ihr stecken Kräfte, die sie sich nicht in ihren kühnsten Träumen ausmalen konnte...

Kennt Ihr diese Reisen, von denen Ihr immer wieder erzählen werdet? 
Diese Trips, auf denen so viele verrückte Sachen passieren, das Ihr sie gar nicht mehr zählen könnt? 
Genauso eine Reise erwartet euch auf der Demon Road, nur hundertmal verrückter! Aber Vorsicht! Die Demon Road ist nichts für schwache Nerven! Für Vampire, messerschwingende Serienkiller oder Hexen solltet ihr möglichst nur einen lockeren Spruch auf den Lippen haben und nicht zitterndes Gestammel.
Sehr, sehr lange habe ich mich auf den Auftakt der neuen Reihe von "Skulduggery Pleasant" Autor Derek Landy gefreut. "Demon Road" versprach ein actionreicher, witziger und abenteuerreicher Horror-Trip zu werden und genau das wurde er auch mit noch vielem mehr! 
Die Figuren, die Derek Landy auf seine Demon Road loslässt, könnten genauso gut einem Quentin Tarantino Film entsprungen sein. Lässige Typen, coole Sprüche und Dialoge und jede Menge Blut. Vielleicht will Mr. Tarantino die mögliche Verfilmung übernehmen? Ich würde das ziemlich gut finden. 
Aber hinter all der lockeren Fassade verbergen sich durchaus sensible und verletzbare Charaktere, vor allem Amber, die sich während dieses ganzen Irrsinns, in den sie unfreiwillig hineinstolpert, eigentlich nur nach Liebe und Geborgenheit sehnt. Aber vor allem ist Amber noch verdammt mutig. Denn während jeder andere vermutlich verrückt geworden wäre, findet sie sich mit ihrem Schicksal ab und versucht alles, um ihren Eltern zu entkommen aber gleichzeitig nie zu vergessen, was das Richtige ist.
Auch die Nebencharaktere, die meiner Meinung eigentlich keine sind, geben einiges her und bleiben im Gedächtnis. 
Ich hatte jede Menge Spaß auf meiner Reise auf der Demon Road. Manchmal wollte ich mich vor Angst verkriechen, manchmal habe ich gelitten, gelacht aber vor allem war es etwas ganz Besonderes. 
Derek Landy ist mit dem ersten Band seiner Demon Road Trilogie mal wieder ein Glanzstück gelungen. Ich freue mich jetzt schon auf die Nachfolger.
Steigt ein! Wenn Ihr euch traut... 

Donnerstag, 8. September 2016

Melanie Raabe - Die Wahrheit





Verlag: btb
Seiten: 443
Erschienen: 29. August 2016
Preis: 16.00 Euro (Ebook: 12.99 Euro)








Sarah und ihr kleiner Sohn Leo haben sich ein gemütliches Leben in Hamburg aufgebaut. Sarah ist Lehrerin und geht in ihrer Rolle als Mutter komplett auf. Die beiden sind ein eingespieltes Team. 
Doch eigentlich fehlt in diesem idyllischen kleinen Familienbild die obligatorische Vaterrolle, denn mit dieser verbinden Sarah und Leo ein tragisches Schicksal. 
Vor sieben Jahren verschwand Sarahs Mann Philipp auf einer Geschäftsreise in Südamerika spurlos. Keine Lösegeldforderung und keine Spur mehr von dem Mann, den Sarah liebt. 
Nur mühsam gelang es ihr sich mit Leo, der kaum mehr Erinnerungen an seinen Vater hat, ein neues Leben aufzubauen. Die Jahre vergingen und irgendwann ging es wieder. Doch von einem auf den anderen Moment steht Sarahs Leben ein weiteres Mal Kopf. Sie bekommt einen Anruf aus Südamerika. Ihr Mann ist nach sieben Jahren lebend gefunden worden und wird nun nach Hause zurückkehren. Sarah ist total durcheinander. Als sie dann am Flughafen ihren Mann in Empfang nehmen will, verwandelt sich die ganze Situationen in einen wahr gewordenen Albtraum. Der Mann, der aus dem Flieger steigt, ist nicht Philipp. Eine ihr völlig fremde Person tritt plötzlich in Sarahs Leben und behauptet ihr lang verschollener Ehemann zu sein. 
Was ist das Motiv dieses völlig Fremden und vor allem:
Was ist mit Philipp? 

Nachdem Melanie Raabes Debütroman "Die Falle" zu den besten Thrillern gehörte, die ich jemals gelesen habe, war ich natürlich mehr als gespannt auf ihren neuen Roman "Die Wahrheit", der vom Inhalt genauso viel Gutes versprach. Und nachdem ich das Buch in nur anderthalb Tagen mehr inhaliert als gelesen habe, kann ich nur sagen: Das versprochene Gute vom Inhalt ist in der Lektüre mehr als nur eingehalten worden.
Es ist erstaunlich, wie Melanie Raabe es schafft ihre Leser von der allerersten Seite an in die Geschichte hineinzuziehen. Ich habe, während des Lesens, meine Umgebung überhaupt nicht mehr wahrgenommen, weil ich zu sehr in der Geschichte gefangen war. Das liegt vor allem auch an den unverwechselbaren Schreibstil der Autorin. In meist kurzen und anaphorischen Sätzen wird die abwechselnde Verzweiflung und die Wut der Protagonistin besonders gut in Szene gesetzt. Was Melanie Raabe ebenfalls sehr gut kann, ist es ihre Leser immer wieder auf falsche Fährten zu führen und zwar meistens im Bereich der Schuldfrage. Geschickt verschiebt sie immer wieder die Perspektive, auf die der Leser sein Augenmerk richtet. Das führt dazu, dass man zwischendurch überhaupt nicht mehr weiß, wem man von den Protagonisten eigentlich noch trauen kann. Diesen Aspekt unterstreicht auch noch einmal die Art, wie "Die Wahrheit" aufgebaut ist. Während es in "Die Falle" zusätzlich aus der Sicht der Hauptfigur noch einen 'Roman im Roman' gab, wird hier als zusätzliche Perspektive die des fremden Mannes erzählt, der aus dem Flugzeug stieg und sich als Sarahs Mann ausgab. 
Egal, ob Schauplätze, Charaktere oder Erzählweise: Melanie Raabes neuer Thriller ist vom Anfang bis zu letzten Seite hundertprozentig durchdacht. Alles scheint auf einen größeren Sinn hin ausgelegt zu sein, der Leser wird Stück für Stück auf die Spur der Wahrheit geführt. 
Wieder einmal ist der Autorin ein höchst spannungsgeladener Thriller gelungen, der aber größtenteils auf psychologischer Ebene spielt. Häufige blutige Szenen wird man hier nicht finden, dafür aber eine unglaublich lesenswerte Geschichte. 
Für alle Fans des Genres und die, die es noch werden wollen, ein Muss! 

Sonntag, 4. September 2016

Lesemonat August

Liebe Freunde,
herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat August! Im vergangenen Monat kam ich auf ganze elf Bücher, wobei eines ein Ebook gewesen ist. Insgesamt habe ich 4344 Seiten gelesen. Nicht ganz so viel wie in meinem vorherigen etwas ausgearteten Lesemonat Juli aber ich kann euch sagen: Im August habe ich mein persönliches Highlight des Jahres gelesen. Mein bestes Buch 2016, ein stilles Buch, fast ein Underdog aber jetzt geht's erst einmal ins Detail.
Der Monat beginnt mit einem Buch, das der Grund sein wird, warum ich demnächst unbedingt mal Paris besuchen werde. "Paris, du und ich" von Adriana Popescu ist so voller Fernweh nach dieser wundervollen und romantischen Stadt, das es schon fast ein bisschen weh tut. Aber diese zuckersüße Liebes- und Lebensgeschichte hat noch so viel mehr zu bieten. Vincent und Emma sind wundervoll, sie sind auf jeder einzelnen Seite so sympathisch, das man am besten gleich mit ihnen Paris unsicher machen will. Aber auch die Nebenfiguren der Geschichte, die man gar nicht als solche bezeichnen will, da sie für die Handlung viel zu bedeutend sind, sind absolut großartig. Ich habe mich rundum wohl gefühlt, weil es so eines dieser Bücher ist. Ein Wohlfühlbuch, das dich mit einem warmen und herzlichen Gefühl zurücklässt. Ein Gefühl, das noch lange anhält. Zu "Paris, du und ich" gibt es auch eine etwas andere Rezension von mir. Wer will, kann ja mal vorbeischauen. 
Weiter geht es im August mit dem Buch "Young World - Die Clans von New York" von Chris Weitz. Es stand schon ewig auf meiner Wunschliste und eigentlich wollte ich es mir relativ nahe nach der Veröffentlichung zulegen aber irgendetwas hielt mich dann doch davon ab. Vielleicht lag es daran, dass die Meinungen zu dem Buch ziemlich weit auseinander gingen. Viele kamen mit dem Schreibstil von Chris Weitz nicht zurecht, der eigentlich Drehbuchautor mit "Young World" seinen ersten Roman vorlegte. Aber dann habe ich es mir doch geholt denn man soll sich seine Meinungen immer selbst bilden und ich fand es wirklich gut und im Endeffekt bin ich auch unter denjenigen Lesern gewesen, die den Schreibstil mochten. Er erinnerte durchaus zwischendurch an ein Drehbuch aber der jugendliche und coole Ton, der sich durch die ganze Handlung zog, war erfrischend und anders. Und auch die Handlung an sich konnte mich überzeugen. Ich werde ganz sicher auch die restlichen Teile lesen. 
Dann habe ich ein weiteres Buch gelesen, das den Begriff "Abenteuer" an die oberste Stelle setzt. "Battle Island" von Peter Freund hatte ich ebenfalls schon sehr lange auf meiner Wunschliste und war sehr gespannt, was mich erwarten würde. Leider muss ich sagen, dass ich enttäuscht wurde. Das Ausgangsszenario, zehn Jugendliche auf einer Insel in einer Fernsehshow, die um einen wertvollen Schatz spielen, versprach sehr viel aber konnte es dann doch leider nicht halten. Ich fand, dass der Autor sich einfach viel zu oft in Nebenhandlungen verstrickte, was das Buch an vielen Stellen sehr langatmig machte. Und auch mit den Charakteren konnte ich mich nicht anfreunden, die mir viel zu klischeemäßig ausgewählt waren. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte: auch zu "Battle Island" habe ich eine Rezension geschrieben, die ihr nachlesen könnt.
Da ist er. Der lang erwartete neue Hoover "It ends with us". Und was soll ich sagen? Er war großartig! Großartig, zerstörerisch, so voller Emotionen, es tat weh, es machte mich glücklich, ich war verwirrt wegen all diesen Gefühlen, die dieses Buch auslösten. Für mich hat diese wundervolle Frau, dieses unfassbare Schreibtalent, die einzige, die es schafft mich mit Liebe zum Weinen zu bringen mit "It ends with us" ihren bisher besten Roman vorgelegt. Natürlich habe ich das Gefühl, dass ich das nach jedem neuen Hoover sage aber das hier, ich kann es schwer erklären, es war persönlicher, es hat sein Gefühlsleben ohne Umschweife auf den Tisch geknallt und so konnte man es nur annehmen und leben, lachen, weinen, manchmal so sehr, dass ich schluchzend Luft holen musste. Diese Frau kann so viel, wenn man sich drauf einlässt. Ein ganz besonderes Buch. Trotzdem ist "It ends with us" zwar mein persönlich bestes Buch von Colleen Hoover aber immer noch nicht DAS Buch 2016 bisher...
Harry, ach Harry! Es war ein unfassbar tolles Gefühl in die Buchhandlung zu fahren, um einen neuen Harry Potter zu kaufen. Ich hätte niemals gedacht, dass ich das irgendwann noch einmal machen würde. "Harry Potter and the Cursed Child", das Skript zum gleichnamigen Theaterstück wurde gekauft und sofort verschlungen und natürlich geliebt. Es war wie alte Freunde zu besuchen, es hat so viel Emotionen frei gesetzt, dass ich diese ganz besondere Welt noch einmal betreten durfte. Dafür war ich sehr, sehr dankbar. Ich habe oft gelesen, dass sich die Meinungen zu diesem Buch spalten und dazu kann ich nur sagen: Seht es nicht als Fortsetzung an, sondern als Hommage, als eine Liebeserklärung an diese ganz besondere Geschichte, die uns heute noch, nach so langer Zeit, bezaubern kann. Dann werdet ihr dieses Buch lieben. Ihr werdet es schließen, nickend lächeln und wissen...
Colleen Hoover nenne ich immer gerne mehrmals in meinem Lesemonat, auch das einzige Ebook, das ich im August gelesen habe, kommt von ihr. "Finding Cinderella" ist eine Kurzgeschichte, die quasi in die beiden bereits sehr bekannten Romane "Hope forever" und "Looking for Hope" hineingeschrieben wurde. Und auch wenn es dieses Mal nicht so viele Seiten waren, konnte mich auch "Finding Cinderella" mehr als überzeugen. Die Idee, die erst zur Handlung geführt hat, war so wahnsinnig toll, dass sie eigentlich gar nicht kurzgeschichtenwürdig war. Aus ihr hätte man auch locker ein weiteres wunderbares Hoover Buch machen können. Aber davon haben wir ja zum Glück eine ganze Menge. 
Weiter ging es im August mit einer Reihe, deren bereits drei erschienene Teile ich schon eine ganze Weile ungelesen im Regal herumstehen hatte. Das musste natürlich geändert werden und ein bisschen ärgere ich mich schon, dass ich nicht schon eher mit dem ersten Teil von "Throne of Glass" "Die Erwählte" angefangen habe. Denn diese gehört zu den Geschichten, die von der ersten Seite an alles versprachen und auch hielten. Ich habe lange keine High-Fantasy Story gelesen, die mich wirklich von der ersten Seite begeistern konnte. Die Protagonistin und Heldin war mir sofort sympathisch und ich konnte es kaum erwarten sie auf ihr Abenteuer und ihre Reise begleiten zu dürfen und da ist einiges passiert. Absolute Kaufempfehlung meinerseits! Bis im November der vierte Teil herauskommt, kann ich dann noch den zweiten und dritten Teil lesen. Ich freue mich so sehr darauf! 
Kommen wir nun zum ersten Buch, das ich in meinem diesjährigen Sommerurlaub auf Zakynthos (Griechenland) gelesen habe. "Falsche Schwestern" von Cat Clarke gehörte ebenfalls zu den Büchern, die schon sehr lange auf meiner Wunschliste standen. Auch, weil der Klappentext sehr vielversprechend klang. Zwei Schwestern, von der eine in jungen Jahren entführt wird und dann nach dreizehn Jahren plötzlich aus dem Nichts lebend und gesund wieder auftaucht. Nach einer gewissen Zeit merkt Faith, die irgendwie, auch wenn ihre Schwester nicht da war, trotzdem in ihren Schatten gelebt hat, dass mit dem zurückgekehrten Familienmitglied irgendetwas nicht stimmt. Da "Falsche Schwestern" kurz vor Urlaubsbeginn erschien, wanderte es noch schnell in den Koffer und konnte mich durchaus überzeugen. Ich war schnell in der Geschichte gefangen und wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Das erste von drei sehr guten Urlaubsbüchern. 
Auf das zweite Buch, das ich im Urlaub gelesen habe, war ich ebenso gespannt. "The Girls" von Emma Cline wurde, nachdem es in den USA ein riesiger Erfolg wurde, auch auf Deutsch veröffentlicht und spielt in Kalifornien Ende der 60er Jahre. Es geht um die Geschichte der vierzehnjährigen Evie, die sich auf der Suche nach sich selbst mit der älteren Suzanne anfreundet und in eine Art Hippie Kommune ziehen lässt, die sich ziemlich schnell als eine Art Sekte entpuppt. Tief berührend und erzählerisch besonders wertvoll hat mich dieses Buch schockiert und mich zum Nachdenken gebracht. "The Girls" klingt noch lange nach. Gerade das Ende war für mich wahnsinnig schwer zu lesen, weil ich es fast gar nicht fassen konnte, was dort passierte. Für schwache Gemüter würde ich es auf jeden Fall nicht empfehlen, obwohl es, wenn man die Geschichte als Ganzes betrachtet, schon wieder fast schade ist. 
Mein letztes Urlaubsbuch war mit über 600 Seiten ein richtiger Brocken. Seltsamerweise habe ich "Kafka am Strand" von Haruki Murakami am schnellsten zu Ende gelesen, weil es einfach wunderbar war. Ich habe lange überlegt, wie ich meinen ersten Murakami finden werde denn schon oft habe ich im Vorfeld gehört, dass dieser Autor einen ganz besonderen Schreib-und Erzählstil hat, das ich nach der Lektüre von "Kafka am Strand" auf jeden Fall so unterschreiben kann. Murakami erzählt in diesem wundervollem und ganz außergewöhnlichem Buch ein Märchen für Erwachsene voller Weisheiten und einem unglaublichen Erfahrungsschatz. Ich war so gefangen in dieser Geschichte, das ich teilweise wirklich vergaß, wo ich war und meistens war ich ja selbst am Strand. Noch zwei weitere Murakamis habe ich im Bücherregal, die darauf warten gelesen zu werden und es werden ganz sicher nicht die letzten bleiben. Ich bin Fan!
Nun kommen wir aber endlich zu meinem bisher besten Buch dieses Jahres. Ein Schatz, der so wertvoll und besonders ist, das mir wieder einmal ein bisschen die Worte fehlen. Aus diesem Grund übernehme ich einfach den Text, den ich, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, auf meiner Facebook Seite veröffentlicht habe: 

Achtung, Achtung, das wird ein emotionaler Buchtext.

Kennt Ihr diese Geschichten, von denen Ihr das Gefühl habt, dass sie viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen? 
Diese Geschichten, die Ihr selbst nur durch Zufall auf den Stapel ungelesener Bücher gebracht habt, weil Ihr das Buch irgendwo gesehen habt? 
Diese Geschichten, die eine unerklärliche Ausstrahlung umgeben, die ich euch dann auf eine geheimnisvolle Art und Weise zuflüstern:
"Das hier, siehst du es? Das hier ist etwas ganz Besonderes!" 
Gott, ich liebe Bücher allein  schon wegen diesem besonderen Gefühl. Du liest die erste Seite und weißt, du hattest Recht. Du hast hier etwas Wertvolles und Schönes in der Hand. Eine Geschichte, die auf jeder Seite so besonders ist, dass du sie nie wieder vergessen wirst. 
"Mit anderen Worten: ich", ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr dieses Buch zu so einer Geschichte geworden ist.
Es ist eines dieser Bücher, das man in die Welt hinaustragen möchte. Eines dieser Bücher, die man auf Rezept verschreiben lassen sollte, weil man sich einfach mit ihnen besser fühlt. Obwohl mich dieses Buch an vielen Stellen mit einem beklemmenden Gefühl zurück gelassen hat, liebe ich es! Ich liebe jedes Wort, jede Bedeutung dahinter! 
"Mit anderen Worten: ich" ist eine Liebeserklärung an die Kraft und die Magie der Worte, die uns bücherbegeisterten Menschen jeden Tag den Alltag ein bisschen entfliehen lassen. 
Die Protagonistin Sam stellt sich in meine Hall of Fame meiner absoluten Lieblingsfiguren. 
Ich liebe wirklich alles an dieser Geschichte! Auch wenn ich das schon einmal erwähnt habe aber- wie gesagt- es würde emotional werden!
Was bleibt mir noch zu sagen, außer: 
Mit anderen Worten: Lesen! 

Und Sam?
Du bist wundervoll! 

Drei Worte.

"Mit anderen Worten: ich" von Tamara Ireland Stone...bitte...ihr müsst dieses Buch alle lesen! Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen!

Und das war er auch schon wieder mein Lesemonat August. Lasst mich in den Kommentaren wissen, ob Ihr vielleicht auch eines der Bücher schon kennt und dass ihr jetzt alle fleißig "Mit anderen Worten:ich" kauft :) 

Schönen Abend euch noch,
eure Lisa. 

Freitag, 19. August 2016

Derek Landys neuester Streich!

Liebe Freunde,
schon seit ewigen Zeiten freue ich mich auf den Auftakt der neuen Reihe von 'Skulduggery Pleasant' Autor Derek Landy. 
Jetzt gibt es einen mehr als vielversprechenden Trailer zu genau diesem Buch, den ich euch unbedingt zeigen muss.
Ich freue mich riesig auf das Buch! 
Alle weiteren Infos erhaltet ihr unter:
www.demonroad.de


Montag, 15. August 2016

Peter Freund - Battle Island





Verlag: cbj
Seiten: 543
Erschienen: 25. Juli 2016
Preis: 14.99 Euro (Ebook: 11.99 Euro)








Durch einen scheinbar beruflichen Zufall erhält Louisa die Chance bei den Castings zu einer brandneuen TV-Show, namens "Battle Island", mitzumachen. Der sagenhafte Preis? Eine Millionen Euro aus purem Gold, versteckt auf einer, von der Außenwelt abgeschnittenen, Insel im Atlantik.
Als Louisa dann tatsächlich die Castings erfolgreich abschließt, kann sie ihr Glück gar nicht fassen. Mit dem möglichen Geldgewinn könnte sie die Therapie für ihre schwerkranke Mutter bezahlen und diese somit vor dem sicheren Tod retten.
Angekommen auf der Insel, bemerkt Louisa aber ziemlich schnell, dass dieses Vorhaben wohl nicht so einfach in die Tat umzusetzen wird. Denn nicht nur die anderen neun Kandidaten sind logischerweise genauso hinter dem Preisgeld her, wie Louisa. Nein, bald schon wird ihr klar, dass sich seltsame Vorgänge auf Battle Island abspielen. Sie muss einsehen, dass nicht nur die Rettung ihrer Mutter auf dem Spiel steht, sondern sogar ihr eigenes Leben, denn aus der ursprünglich geplanten Unterhaltungsshow wird bald schon brutaler Ernst...

Auf das Buch "Battle Island" von Peter Freund habe ich mich schon lange vor Veröffentlichung sehr gefreut. Der Klappentext versprach spannende und actionreiche Unterhaltung vor einer traumhaften Kulisse. Nach der Lektüre muss ich aber leider sagen, dass "Battle Island" seinen Erwartungen nicht gerecht werden konnte. 
Aber der Reihe nach:
Im Prinzip mag ich es, wenn Geschichten keinen obligatorisch geraden zeitlichen Erzählstrang haben. Wenn man daraus ein cleveres Erzählgerüst baut, erhält der Leser nötige Informationen, beispielsweise aus der Vergangenheit, genau zum richtigen Zeitpunkt und genau das trägt dann zum besseren Verständnis des Handlungsstrangs bei. Das Erzählgerüst in "Battle Island" war allerdings so wirr konstruiert, das es an vielen Stellen einfach zusammenbrach und ich somit den Faden verloren habe. Auch der Handlungsstrang selbst konnte die gute Voridee im Klappentext nicht verwirklichen. Viel zu oft verlor sich der Autor in Nebengeschichten, die die Lektüre des Buches oft sehr mühsam machten. Und auch die schlussendliche Auflösung konnte mich nicht überzeugen. 
Der zweite leider negative Punkt ist bei den Charakteren anzusiedeln. Für mich waren sie einfach viel zu klischeehaft. Die Rollen, die die Kandidaten auf der Insel einnahmen, wirkten wie gewollt aber nicht gekonnt. Und so wurde das Ganze unecht. 
Der traumhaften Kulisse wurde "Battle Island" allerdings gerecht. Obwohl das Ganze als Abenteuer gedacht war, konnte es zwischendurch das ein oder andere Mal ein Urlaubsgefühl hervorbringen. 
Was ich ebenfalls positiv hervorheben möchte, ist die klare Gesellschaftskritik, die hinter "Battle Island" steckt. Die Geschichte spielt zwar im Jahr 2022 aber das TV-Format und das gesamte Imperium, das dahinter steht, ist auch heutzutage präsent und genauso kritisch anzusehen. 
Wirklich schade finde ich allerdings, dass die Geschichte mit der guten Ausgangsidee und der berechtigten Gesellschaftskritik nicht mithalten konnte. 

Donnerstag, 4. August 2016

Lesemonat Juli

Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat Juli. Und soll ich euch mal etwas sagen? Es war bisher mein lesereichster Monat! Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte. Ich war zwar knapp eine Woche in Hamburg und konnte dort viel lesen aber das erklärt wohl nur halbwegs die ganzen 14 Bücher, von denen drei Ebooks gewesen sind. Insgesamt kam ich dabei auf 5419 Seiten.
Das ist ja eine ganze Menge! Dann ist es wohl besser direkt anzufangen. 
Alle bereit?
Okay! 
Los geht's! 
Das erste Buch diesen Monat war die Fortsetzung einer Trilogie, die mich schon im ersten Teil nicht nur überraschen, sondern schlichtweg begeistern konnte. Die OPUS-Trilogie von Senta Berger ist eine Mischung aus Dystopie, Liebesgeschichte und Zukunftsroman. Und tatsächlich konnte der zweite Teil den ersten Teil noch einmal toppen. Voller unerwarteter Wendungen und actionreicher Spannung kommt der Leser nicht einmal zum Luft holen und auch der Cliffhanger am Schluss des zweiten Teils, hatte es noch einmal in sich. Ich hatte sogar das Glück die Fortsetzung im Rahmen einer kleinen Leserunde auf Facebook vorab lesen zu dürfen und kann die OPUS-Trilogie nur jedem empfehlen. Wer immer noch nicht überzeugt ist, der kann sich auch gerne meine Rezensionen zu beiden Teilen durchlesen, die hier auf dem Blog zu finden sind. Aber glaubt mir, ihr werdet es nicht bereuen! Eine wirklich tolle Geschichte!
Weiter ging es im Juli mit noch einer Fortsetzung. "Der wispernde Schädel" ist der zweite Teil der 'Lockwood & Co.' Reihe von Jonathen Stroud und erzählt die Geschichte einer Geisteragentur, die sich dem Kampf gegen böse Geister in London verschrieben hat. Man könnte sogar die bereits drei erschienenen Teile der Reihe unabhängig voneinander lesen aber ich empfehle schon in der richtigen Reihenfolge zu bleiben. Bereits das erste Buch konnte mich begeistern, das Trio der Geisteragentur 'Lockwood & Co.' war mir sofort sympathisch. Und im zweiten Teil habe ich sie sogar noch ein bisschen mehr in mein Herz geschlossen, ganz besonders Lucy. Aus ihrer Sicht ist nämlich die Geschichte erzählt. Von ihrem Witz, ihrem Mut und ihrer Tapferkeit erinnerten mich die drei auch häufiger an ein weiteres und ziemlich berühmtes Trio: Harry, Ron und Hermine. Auf jeden Fall hat 'Lockwood & Co.' alles was eine gute Geschichte ausmacht: Spannung, Witz und genau die richtige Portion Grusel. Sehr lesenswert, ich bin schon gespannt, was mich im dritten Teil erwarten wird. 
Weiter ging es mit was? Genau! Einer weiteren Fortsetzung. Einer weiteren Fortsetzung, an der ich ehrlich gesagt bei ihrer Veröffentlichung gar nicht wirklich interessiert gewesen bin. "Ein ganz neues Leben" von Jojo Moyes ist der auch von der Autorin selbst nicht wirklich geplante zweite Teil nach "Ein ganzes halbes Jahr", das sich bekanntlich wochenlang in den Bestseller-Listen gehalten hat und aktuell dort wieder zu finden ist. Das liegt wohl vor allem an dem Kinostart der gleichnamigen Verfilmung, die Ende Juni in den deutschen Kinos gekommen ist. Und genau dieser Film ist auch der Grund, warum ich dann schlussendlich doch die Fortsetzung gelesen habe, da man sie schon fast lesen muss, wenn man sich den Film angesehen hat. Emilia Clarke, bekannt aus der Serie 'Game of Thrones', verkörpert die weibliche Hauptrolle in "Ein ganzes halbes Jahr" auf so charmante Art und Weise, das ich unbedingt wissen musste, wie es mit genau dieser Hauptfigur weiter geht. "Ein ganz neues Leben" kommt zwar nicht ganz an den Vorgänger dran, ist aber trotzdem eine tolle Geschichte geworden. 
Kommen wir nun zu einem neuen Highlight von mir. Ebenfalls im Juli habe ich nämlich den ersten Teil der 'Starbound'-Trilogie "These Broken Stars - Lilac und Tarver" von Amie Kaufman und Megan Spooner gelesen und zwar ganz ohne Erwartungen, weil ich im Vorfeld überhaupt nicht wusste, was mich erwarten würde. Und ich wurde überrascht, wenn nicht sogar total überrumpelt. "These Broken Stars" ist eine Liebesgeschichte, natürlich aber besticht vor allem durch eine tolle Handlungsidee, die mich förmlich am Buch kleben ließ. Somit war nicht nur Liebe das Thema, sondern auch Science-Fiction, Dystopie, Fantasy, Mystery und auch viel Abenteuer. Lilac und Tarver waren mir sofort sympathisch, sogar die etwas verwöhnte Lilac und ich war gespannt, was die beiden wohl alles erleben werden. Mindestens genauso gespannt bin ich auf die Fortsetzung der Reihe. Mal sehen, wie es weiter geht.
"Eine ganz tolle Geschichte! Ist bestimmt auch was für dich, ich leih es dir aus!", das waren die Worte meiner Freundin aus Hamburg, der ich diese wunderschöne Geschichte verdanke. Ja, "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" von Milan Kundera war ganz gewiss etwas für mich. Schon zu Beginn konnte mich allein der Titel dieses Buches begeistern und schnell merkte ich, dass der Titel die gesamte Handlung durchzieht. Milan Kunderas zwar schon älteres aber berühmtestes Buch ist eine tieftraurige aber auch schöne Liebesgeschichte voller philosophischer Elemente, die mich auf jeder Seite begeistern konnte. Ich habe beim Lesen gar nicht bemerkt, wie die Zeit verflogen ist, ich war einfach zu sehr in der Handlung gefangen. Und das ist schon eine große Tat, da das ja eigentlich gar nicht mein Genre ist. Wirklich sehr lesens- und empfehlenswert, genauso wie die gleichnamige Verfilmung, die ich ganz zufällig nach meiner Rückkehr aus Hamburg auf Arte gesehen habe. 
Und da ist er auch schon wieder, der fast schon obligatorische Teil der "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe, besser bekannt als 'Game of Thrones',von George R. R. Martin. Im Juli habe ich bereits schon den achten Band der Reihe "Die dunkle Königin" gelesen und muss leider sagen, dass nach sieben Vorgängern, es das erste Mal gewesen ist, dass sich die Handlung doch etwas gezogen hat. Das sah man schon daran, dass ich ganze zehn Tage für dieses Buch gebraucht habe und auch immer wieder zwischendurch etwas anderes gelesen habe, was mich in dem Moment mehr begeistern konnte. Ich glaube, es hat daran gelegen, dass es nun schon zum zweiten Mal um die eigentlichen Nebenfiguren aus Westeros in der Geschichte ging. Das war zwar an vielen Stellen auch sehr interessant aber ich habe oft gemerkt, dass ich einfach nur zum Ende kommen wollte. Aber ich bin guter Dinge für die letzten beiden noch veröffentlichen Bände, in denen es wieder um die Hauptcharaktere gehen wird. 
Und dann habe ich im Juli noch eine weitere Trilogie begonnen, die sich schon seit einiger Zeit in meinem Besitz befindet und nun endlich vom Stapel ungelesener Bücher befreit werden wollte. "Goldene Flammen" ist der erste Band der 'Grischa'-Trilogie von Leigh Bardugo und war wirklich durchaus interessant. Vor allem hat mich die Welt beeindruckt, die die Autorin hier geschaffen hat. Detailreich und intensiv bildete sie das perfekte Ausgangsszenario für die Geschichte um die Protagonistin Alina, die eigentlich eine gewöhnliche Kartografin in der Armee ist und durch purem Zufall in den Mittelpunkt gedrängt wird, um eine besondere Aufgabe zu erfüllen. "Goldene Flammen" ist düster, voller Fantasy, Spannung und Action und beinhaltet ebenfalls eine Liebesgeschichte, die das Ganze noch einmal schön abrundet. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht und bin froh die beiden Nachfolger schon im Buchregal stehen zu haben.
Und auch ein Thriller war in meinem Lesemonat Juli dabei, dieses Mal ein Rezensionsexemplar, das ich zur Verfügung gestellt bekommen habe. Es geht um das Buch "Leons Erbe" von Michael Theißen. Ein Psychothriller, der zwar kurzweilig war aber dennoch nicht minder spannend. Ich finde es super, wenn die Handlung immer mehr mysteriöse Elemente bekommt, so dass man, als Leser, überhaupt nicht mehr weiß, in welche Richtung die schlussendliche Auflösung nun führen könnte und genau das ist bei "Leons Erbe" der Fall. Die Auflösung hätte ich nicht so erwartet und das macht, meiner Meinung nach, einen guten Psychothriller aus. Ebenfalls kommt "Leons Erbe" fast ganz ohne blutige Szenen aus und ist insgesamt eine ziemlich gute Geschichte geworden. Wer noch etwas mehr überzeugt werden will, gibt es zu diesem Buch folglich noch eine Rezension zu lesen. 
Auch ein englischsprachiges Buch war in diesem Monat dabei. Da ich "Stepbrother dearest" von Penelope Ward irgendwie in keiner Buchhandlung auf Deutsch bekommen habe, habe ich es mir spontan in Englisch auf den Reader geladen und ja, es war wieder ein Young-Adult Roman. Wer die letzten Lesemonate verfolgt hat, kann wohl möglich erahnen, dass ich diesem Genre meistens immer etwas skeptisch gegenüber stehe, weil mir die Handlungen und die Figuren in den meisten Fällen immer zu klischeehaft sind. Aber ich bin überrascht worden. "Stepbrother dearest" ist mit einer tollen Handlung, die dazu geführt hat, das mein Reader quasi an meiner Hand festklebte und so gar nicht klischeehaften Figuren ein wirklich gutes Buch geworden. Leichte Unterhaltung für zwischendurch, die man schnell wegliest, weil man unbedingt wissen will, wie es ausgeht, eben alles, was ein guter Young-Adult Roman ausmacht. Und es sollte nicht der letzte im Juli bleiben...


Weiter ging es im vergangenen Monat aber erst einmal mit einer ganz besonderen Reise. Ich habe mich aufgemacht nach Night Vale, im Gepäck hatte ich den Roman "Willkommen in Night Vale", nach dem gleichnamigen Podcast von Joseph Fink und Jeffrey Cranor. Und ich kann euch eines sagen: Night Vale ist ein ganz schön verrücktes Städtchen aber durchaus mit Charme. Viele waren von dem Schreibstil der beiden Autoren irritiert und ich muss ehrlich zugeben, er ist auch etwas gewöhnungsbedürftig aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, dann kann man den Aufenthalt in der Stadt durchaus genießen und es gibt auch so einiges und vor allem mysteriöses zu entdecken. Da wird euch ganz sicher nicht langweilig werden! Es sei denn, ihr traut euch nicht?! Es heißt nämlich, dass viele Menschen, die Night Vale einen Besuch abgestattet haben, nicht mehr wiedergesehen wurden...
Puh, könnt ihr noch? So viele Bücher :) Okay, weiter geht es im Juli mit einem weiteren Rezensionsexemplar, dieses Mal aus dem Hause DVA. "I saw a man" von Owen Sheers hat mich vor allem durch seinen doch etwas kryptischen aber wahrscheinlich genau deswegen so vielversprechenden Klappentext neugierig gemacht. Ein Mann, der durch eine offene Hintertür, das scheinbar leere Haus seiner Nachbarn betritt, weil er ein komisches Gefühl hat. Ganz besonders gefallen an Owen Sheers Geschichte hat mir das besondere Erzählgerüst, das der Autor erschaffen hat. Dadurch bekommt die Story noch einmal extra Würze. Wer es noch etwas ausführlicher haben möchte, folglich gibt es auch zu diesem Buch eine Rezension zu lesen. 
Das nächste Buch im Monat Juli stand bereits im Vorfeld schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Jugendliche, die ursprünglich zu einem Schüleraustausch in die USA wollten und nach Turbulenzen im Flugzeug plötzlich in einem völlig verlassenen und heruntergekommenen Flughafen in Denver landen und überhaupt nicht wissen, was passiert ist. Das ist ein Ausgangsszenario, das schon fast für mich geschrieben wurde. Deswegen musste ich das Buch von Thomas Thiemeyer auch sofort haben und ich bin nicht enttäuscht worden, im Gegenteil. "Evolution - Die Stadt der Überlebenden" ist der vielversprechende und sehr spannende Auftakt einer Trilogie, der wirklich alles hat und ziemlich viel Lust auf die nächsten Bücher macht. Ich freue mich schon sehr drauf! 
Kommen wir nun zu einem fast schon Klassiker der amerikanischen Horrorliteratur und ja, es gibt durchaus noch viele Stephen King Bücher, die ich noch nicht gelesen habe. "Sie-Misery" kann ich aber nun von dieser Liste streichen. Viele werden schon einmal etwas von der Handlung gehört haben, kennen das Buch oder auch eben die ziemlich berühmte Verfilmung und auch ich habe immer in Teilen mitbekommen, um was sich "Sie" dreht und doch kommt das nicht einmal im Entferntesten an das Buch an sich dran. Es ist einfach ein typischer King. Egal ob Monster oder Mensch, obwohl der Übergang hier auch fließend ist, niemand schafft es besser den Wahnsinn in den jeweiligen Geschöpfen besser einzufangen als dieser Mann. "Sie" hat mich fast wahnsinnig gemacht und doch konnte ich es nicht aus der Hand legen. Für alle King Fans ein Muss! 
Und da haben wir es auch schon fast geschafft! Dreizehn Bücher sind besprochen, eins fehlt noch und zwar handelt es sich um den bereits angekündigten zweiten Young-Adult Roman, den ich diesen Monat gelesen habe und auch der zweite Young-Adult Roman, den ich für sehr gut befunden habe. Die Handlung in "The Deal-Reine Verhandlungssache" von Elle Kennedy ist sicherlich in Teilen bereits auf irgendeiner Art und Weise bekannt und trotzdem hat die Autorin es geschafft ihre Geschichte sehr sympathisch zu machen und das liegt vor allem an den Charakteren. Hannah und Garrett kann man eigentlich nur gern haben, weil sie doch anders sind, als man angenommen hat. "The Deal" ist eine wirklich tolle College-Liebesgeschichte geworden. Fans des Genres werden diese Geschichte lieben und vielleicht auch der ein oder andere Nicht-Fan. 

So Leute, das war es! Wer es bis hierhin geschafft hat, hat definitiv einen Orden verdient! Vielleicht war ja wieder etwas für eure Wunschliste dabei? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 
Und auch der Lesemonat August wird wahrscheinlich umfangreich werden, da ich diesen Monat in den Urlaub fliege :)

Lisa. 

Dienstag, 2. August 2016

Adriana Popescu - Paris, du und ich




Verlag: cbj
Seiten: 350
Erschienen: 25. Juli 2016
Preis: 14.99 Euro (Ebook: 11.99 Euro)











Endlich ist Emma da. 
Paris, in der Stadt der Liebe. 
Wobei das Wort 'Liebe' groß geschrieben werden muss, denn Emma ist hier, um ihren Freund Alain zu besuchen und ihn zu überraschen. 
Diese Überraschung verwandelt sich aber ziemlich schnell in einen absoluten Albtraum, als Emma herausfindet, dass Alains 'Emma' inzwischen oder besser gesagt schon immer 'Chloe' hieß und seine gesamten Versprechungen und liebevollen Worte nichts als eine dicke Lüge gewesen sind. 
Und nun steht sie alleine da. 
In einer Stadt, in der einen die Romantik an jeder Ecke überfällt und in der man folglich lieber nicht mit einem gebrochenen Herzen sein sollte. 
Ganz zufällig trifft sie dann in einem Bistro auf Vincent, der ebenfalls gerade aus einem Herzschmerzdrama geflüchtet ist und schnell so etwas wie ein Verbündeter für Emma wird, ein Verbündeter gegen die Liebe. 
Die beiden beschließen einen Pakt einzugehen und zwar sich nie wieder so heftig zu verlieben und da sie nun schon einmal in Paris sind, wollen sie die Stadt auch erkunden. Allerdings auf ihre Art und Weise.

Liebes "Paris, du und ich",

wenn ich an deine Zeilen denke, da entfährt mir wohl noch in vielen Jahren ein verträumtes 'Hach, ja!'.
Was bist du nur für eine zauberhaft schöne Geschichte geworden! 
Jedes Detail, das deine Autorin Adriana Popescu dir hinzugefügt hat, ist so liebevoll ausgearbeitet und besonders gestaltet worden, dass man eigentlich nur träumerisch seufzen kann, wenn man an dich und deine sympathischen und liebevollen Charaktere denkt. 
Da ist, zum Beispiel, Emma.
Emma, die zu Beginn noch ein wenig naiv ist und schnell auf die harte Tour lernen muss, dass das Leben nicht immer so spielt, wie sie es gerne möchte. Die aber, während der Handlung, immer mehr lernt, was wirklich zählt im Leben und dass man mutig seine Träume verfolgen sollte. 
Und dann ist da Vincent. 
Hach, Vincent. Du hast mindestens genauso viele 'Hach's' verdient, wie die wunderschöne Story von "Paris, du und ich". Ich habe selten einen Buchcharakter treffen dürfen, der mir sofort so sympathisch war, wie du es gewesen bist. Ich konnte es fast sehen, wie du durch die Gassen Paris geschlendert bist mit deiner lässigen Lederjacke und deinem schiefen Grinsen im Gesicht. Bleib bitte bloß so, wie du bist, denn genauso bist du ganz wunderbar. Jedes Mädchen würde sich freuen einen Vincent in Paris begegnen zu dürfen (inklusive mir!). 
Und dann ist da noch Jean-Luc. 
Für mich der heimliche Star deiner ganzen Geschichte, liebes "Paris, du und ich". Ich hätte mich noch stundenlang zu ihm an den Tisch setzen können, mit einer Tasse Tee, um seinen Geschichten zu lauschen. 
Du merkst, du hast eine ganze Menge mit mir angestellt, als ich das Glück hatte deine Geschichte lesen zu dürfen. Und soll ich dir mal etwas verraten? Ich habe sie noch gar nicht zu Ende gelesen, da war schon meine eigene Paris-Reise in Planung. Ich war nämlich noch nie dort. Kannst du dir das vorstellen? 
Höchste Zeit, das zu ändern. Schön, dass du mich mit deinen wunderschönen und detailreichen Schilderungen dieser besonderen Stadt auf diesen Weg bringen konntest. Ich kann es kaum erwarten mit der Lektüre "Paris, ein Fest fürs Leben" von Ernest Hemingway, unter dem Arm, durch die Gassen Montmatres zu schlendern und natürlich ganz viel in Bistros zu sitzen, denn wer weiß? Vielleicht läuft mir auch ein Vincent über den Weg und ich erlebe mein ganz eigenes Paris-Abenteuer. 
Es war mir ein großes Vergnügen deine Geschichte lesen zu dürfen. Eine Geschichte, die so charmant und liebevoll geworden ist, dass ich sie sicher nicht so schnell vergessen und auch fleißig weiterempfehlen werde. 
Ich möchte schließlich, dass du noch weiterhin viel Fanpost bekommst!
Und vielleicht bin ich dann schon bald das Mädchen, das aufgeregt am Bahnhof von Paris ankommt, bereit die Stadt zu erleben. Das wäre schön. 
Schließlich hat man, nachdem man dich gelesen hat, sofort Lust in den Zug zu springen. 

Danke also für das Fernweh und für zauberhafte Stunden mit tollen Zeitgenossen in einer einzigartigen Stadt. 
Deine Lisa. 

Sonntag, 31. Juli 2016

Elle Kennedy - The Deal - Reine Verhandlungssache




Verlag. Piper
Seiten: 447
Erschienen: 1. Juli 2016
Preis: 9.99 Euro (Ebook: 8.99 Euro)










Hannah ist eine ruhige und fleißige Studentin, die alles dafür gibt das heiß begehrte Musik Stipendium ihrer Uni zu bekommen. 
Garrett ist gut aussehend, beliebt und Kapitän und Star des Eishockey-Teams der Universität.
Auf normalem Wege wären sich die beiden wohl über den Weg gelaufen aber hätten sich wahrscheinlich nicht wahr genommen. Doch wie das Schicksal nun manchmal so spielt, treffen diese beiden eigentlich so ganz unterschiedlichen Typen doch aufeinander. Garretts Zwischenprüfung in Philosophie geht nämlich richtig in die Hose und da er - durch Zufall - erfährt, dass Hannah, die in seinen Kurs geht, eine Eins bekommen hat, bittet er sie um Nachhilfe. Denn Garrett darf die Nachprüfung nicht verhauen, sonst müsste er das Eishockey spielen erst einmal auf das sprichwörtliche Eis legen und das will er nicht, denn dieser Sport ist sein Lebensinhalt. 
Doch Hannah weigert sich zunächst Garrett zu helfen, da sie ihn für einen eingebildeten Idioten hält. Als Garrett dann erfährt, dass Hannah insgeheim auf einen Football Spieler namens Justin steht aber zu schüchtern ist, um ihn anzusprechen, bietet er ihr einen Deal an. Wenn Hannah ihm hilft die Nachprüfung zu bestehen, würde er ihr wiederum helfen bei Justin zu punkten. 
Doch kann das gut gehen?
Denn, wie Hannah schnell herausfindet, ist Garrett gar nicht der, für den sie ihn gehalten hat...

Vielleicht liegt es daran, dass ich nun bereits den zweiten wirklich guten Roman, nach "Stepbrother dearest" von Penelope Ward, aus dem Young-Adult Bereich, gelesen habe, dass ich in diesem Genre nun doch immer mehr Positives abgewinnen kann. 
Normalerweise waren mir die Charaktere und die Handlungen immer zu klischeehaft und vorhersehbar. Das ist auf einer gewissen Art und Weise auch in "The Deal-Reine Verhandlungssache" von Elle Kennedy, der Fall. Allerdings auf einer gewissen angenehmen Art und Weise. Natürlich kommt der Handlungsstrang in "The Deal" den Leser durchaus bekannt vor aber die wirklich sympathischen Charaktere, die Elle Kennedy erschaffen hat, holen das schnell wieder heraus. Sicherlich erwartet man in dem Genre auch nicht mehr wirklich eine völlig neue Handlung. Darum geht es im Young-Adult Bereich auch nicht mehr hauptsächlich. Es geht eher um lockere und leichte Unterhaltung, um Geschichten, die man schwer aus der Hand legen kann, weil man irgendwie schon davon ausgeht, dass sie sich am Ende kriegen aber es doch ganz genau wissen will. "The Deal" vereint alle diese Eigenschaften in sich und konnte mich sogar, während der Lektüre, das ein oder andere Mal wirklich überraschen. 
Aber, wie bereits erwähnt, mochte ich vor allem die Charaktere. Garrett war natürlich vom Äußeren her, erst einmal der Traumtyp schlechthin. Aber, wie Hannah war ich zu Beginn sehr skeptisch und wusste nicht, was ich von ihm halten sollte. Und auch Hannah hat mich sehr überrascht, weil ich vor allem bei weiblichen Protagonisten, am Anfang die gewisse Portion Naivität schon fast erwarte. Allerdings habe ich bei ihr diese überhaupt nicht gesehen. Hannah ist klug, witzig, zwar schüchtern aber doch in vielen Situationen durchaus schlagfertig. 
Und genau eben diese Gründe führten dazu, dass ich "The Deal" mehr verschlungen als gelesen habe. Eine wirklich lesenswerte College-Liebesgeschichte, die unterhält und Spaß macht und die sogar ganz ohne überzogene Dramatik auskommt. 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Senta Richter - OPUS- Der Verrat

Bild: www.charmandelle.blogspot.com


Erschienen: 15. Juli 2016
Preis: 2.99 Euro (Ebook)










Kurze Warnung zu Beginn: 
Es folgt eine Rezension zum zweiten Teil der OPUS-Trilogie. Für all diejenigen, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben, könnte sie also Spoiler enthalten. Für den Fall gibt es aber auch eine kleine Abhilfe und zwar der Link zur Rezension des ersten Teils "OPUS-Die Begegnung"
Den Auftakt zur OPUS-Reihe gibt es für den Kindle gerade zum Aktionspreis von 0.99 Cent. Hier entlang


Mila ist am Boden zerstört. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Bruders Leo hat sie das Gefühl nicht wirklich am Leben zu sein. Doch sie hat immer noch die Chance ihren Bruder zu retten. Mit dem geheimnisvollen Abel, in den sich Mila Hals über Kopf verliebt und der sich im Nachhinein als ein Zeitreisender aus der Zukunft entpuppt hat, hat sie immer noch die Möglichkeit in die Zukunft zu reisen, um von dort aus den Tod ihres Bruders zu verhindern. 
Doch diese Möglichkeit birgt allerlei Gefahren, denn in der Zukunft wartet OPUS. OPUS ist eine riesige Firma, die fast die ganze Welt regiert und die Menschen unterdrückt. Freizeit, Kultur, unterschiedliche Lebensmöglichkeiten, all das gibt es in der Zukunft nicht mehr. Und sollte jemand herausfinden, dass Mila aus der Vergangenheit kommt, wäre Leo für immer verloren und auch Mila würde wohl nicht mehr nach Hause zurückkehren können.
Keine guten Aussichten also!
Doch Mila setzt alles daran ihren geliebten Bruder zu retten und macht sich auf in ein Abenteuer, das sie an Orte bringt, mit denen sie wohl niemals gerechnet hätte...

Endlich ist er da! 
Der lang ersehnte zweite Teil der OPUS-Trilogie von Senta Richter. "OPUS-Der Verrat" kam mit einigen hohen Erwartungen um die Ecke, vor allem nach dem sensationellem ersten Teil. Die Protagonistin Mila muss mit dem Tod ihres Bruders zurecht kommen und hat zudem erfahren, dass in der Zukunft eine Firma wartet, die alles und jeden kontrolliert und die Menschen ausbeutet. Und nach dem zweiten Teil kann ich nur sagen: 
Er hat die hohen Erwartungen mehr als erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Senta Richter entführt uns in die erschreckende aber gleichzeitig vollkommen faszinierende Welt von OPUS. Und diese Welt hätte kein Science-Fiction-Film besser beschreiben können. Während der Lektüre haben sich ein beklemmendes Gefühl und ein absoluter 'WOW-Effekt' immer wieder abgewechselt. Das lag vor allem im detailreichen Schreibstil, mit dem die Autorin die Zukunft beschrieben hat. Es lag darin so eine Eindringlichkeit , dass man alle Schauplätze und Figuren immer sofort vor Augen hatte. Das beklemmende Gefühl beim Lesen resultierte zudem nicht nur aus dieser detailreichen Schreibweise, sondern auch aus der fast schon unbestreitbaren Tatsache, dass OPUS die Angst schürt. Denn die Welt, die Senta Richter hier beschreibt, mag science-fiction sein, doch das Grundkonzept, das die Firma vertritt, ist von unserer heutigen Realität nicht so weit entfernt, wie man auf den ersten Blick annehmen mag. 
"OPUS-Der Verrat" kann aber nicht nur mit einer beeindruckenden Kulisse bestechen. Die spannende und actiongeladene Handlung in der Fortsetzung lässt den Leser nicht eine Minute zur Ruhe kommen. Man kann dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil immer irgendetwas passiert, das sofort zum Weiterlesen animiert. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl die Handlung wäre vorhersehbar. Im Gegenteil. Ich wurde sooft von Wendungen und Szenen überrascht, das ich es am Ende nicht mehr zählen konnte.
Die OPUS-Trilogie gehört für mich bereits jetzt schon zu den Geschichten, die viel mehr Menschen lesen sollten, weil sie einfach wahnsinnig gut erzählt ist. Für jeden Fan des dystopischen Genres und Zeitreisenromane, ist dieses Schmuckstück schon fast ein Muss. Und auch allen anderen begeisterten Lesern kann ich nur den guten Rat geben: 
Lasst euch darauf ein! Macht euch auf die Reise in eine Zukunft, die euch erschrecken und faszinieren wird. Senta Richter hat bereits mit dem ersten Teil "OPUS-Die Begegnung" etwas ganz Besonderes erschaffen und die Fortsetzung hat es geschafft sogar noch einmal einen drauf zu legen.
Lest OPUS! Ihr werdet es nicht bereuen!


Montag, 11. Juli 2016

Owen Sheers - I saw a man






Verlag: DVA 
Seiten: 299
Erschienen: 22. Februar 2016
Preis: 19.99 Euro (Ebook: 15.99 Euro)








Michael Turner zieht nach dem schmerzhaften Tod seiner Frau von einem kleinen Cottage in Wales zurück nach London in die Stadt. Zu viele schmerzhafte Erinnerungen verweilen in dem Cottage an Caroline, die journalistischen Tätigkeiten in Pakistan nachging und bei einer Explosion ums Leben kam. 
In London schließt Michael, durch einen puren Zufall, relativ schnell Freundschaft mit seinen Nachbarn Josh und Samantha Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen beiden Töchtern Rachel und Lucy direkt nebenan in einem Haus und schon bald geht Michael bei den Nelsons - wie selbstverständlich - ein und aus. 
Doch an diesem Samstagnachmittag im Juni sollte sich ihr aller Leben schlagartig verändern. Denn an diesem Nachmittag betritt Michael das Haus der Nelsons durch die offene Hintertür mit einem äußerst unguten Gefühl. Es scheint nämlich niemand im Haus zu sein, doch warum stand dann die Hintertür auf? Das sieht den Nelsons gar nicht ähnlich...

Anscheinend sind genau diese Geschichten so besonders und so faszinierend, von denen man es am Anfang überhaupt nicht erwartet hätte. Neugierig wurde ich auf "I saw a man" von Owen Sheers, ganz altmodisch und einfach, durch den Klappentext, weil der ziemlich clever formuliert wurde. Ein, mir bisher unbekannter, Protagonist, der das scheinbar leere Haus seiner Nachbarn und Freunde durch die offene Hintertür betritt und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die keiner mehr aufhalten kann. Das klingt natürlich erst einmal ziemlich spannend und mysteriös und das war es auch, da der Autor ziemlich lange den Leser im Unklaren darüber lässt, was in dem Haus der Nelsons vorgeht. 
Was mich aber besonders an der Geschichte beeindruckt hat, war die Art und Weise des Erzählens. Absolut clever, unvorhersehbar und wahnsinnig spannend, hat Owen Sheers hier ein ganzes Erzählgerüst aufgebaut, bestehend aus Rückblicken in die Vergangenheit, parallelen Handlungssträngen und der eigentlichen präsenten Geschichte, die den Protagonisten Michael im Haus der Nelsons dokumentiert. Durch dieses Erzählgerüst, das ich auf diese Art und Weise noch nirgendwo anders gelesen habe, hat mich dieses Buch unglaublich fasziniert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Und ich meine sogar zu behaupten, dass ich möglicherweise eine andere Meinung zu dem Buch gehabt hätte, wenn die Erzählweise sich nicht genauso dargestellt hätte, wie es in "I saw a man" der Fall ist. Ob diese Meinung positiver oder negativer ausgefallen wäre, kann ich nicht sagen aber sie wäre anders gewesen. 
Wer aber genau diese besonderen Arten des Erzählens mag, wird hier auf seine Kosten kommen. 
Owen Sheers ist eine faszinierende und spannende Geschichte über die Last von Geheimnissen gelungen. Ein besonderes Buch, das mich auch Tage, nachdem ich die letzte Zeile gelesen habe, nicht mehr losgelassen hat. Man muss sich gewiss auf die Story einlassen aber wenn man das einmal getan hat, dann kann man dieses Buch nicht mehr weglegen. 

Dienstag, 5. Juli 2016

Lesemonat Juni


Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem etwas verspäteten Lesemonat Juni!
Im letzten Monat kam ich auf ganze zehn Bücher, dieses Mal ohne ein Ebook. Insgesamt waren es 3893 Seiten. 
Na das waren aber noch viel zu wenige Infos, deswegen fangen wir an und werden ein bisschen konkreter. 
Los geht es mit einer echten persönlichen Premiere. "Splitterfasernackt" von eine meiner neuen Lieblingsautorinnen Lilly Lindner ist tatsächlich das erste autobiografische Buch, das ich gelesen habe. Warum? Weil diese Frau ein absolutes Schreibgenie ist. Sie malt Bilder mit ihren Worten, die man einfach selbst erleben muss. Obwohl natürlich ihre Biografie alles andere als leichte Lektüre ist. Lilly Lindner erzählt von ihrer Kindheit, von sexuellem Missbrauch, von Magersucht aber auch von einer Sehnsucht nach dem Leben, die durch jede Seite durchscheint. Ihre Bücher muss man einfach erleben, bei "Splitterfasernackt" allerdings nur, wenn man wirklich bereit dazu ist. Ich hatte schon, vor dem Lesen, ein gehörigen Respekt vor ihrer Geschichte und danach umso mehr. Aber alle bisherigen Bücher, die ich von ihr gelesen habe, sind immer etwas Besonderes, eines gehört sogar zu meinen absoluten Jahreshighlights, später dazu noch mehr. 
Weiter ging es im Lesemonat Juni mit einem neuen, alten King-Buch. Die Kurzgeschichtensammlung "Nachtschicht" vom Meister des Schreckens Stephen King gehört bereits zu seinen älteren Bücher aber nachdem ich dieses Jahr bereits seinen neuen Kurzgeschichtenband "Basar der bösen Träume" gelesen habe, hatte ich mal wieder Lust auf ein paar schön schaurige Short-Stories. Und wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht. Ich kann mir noch sooft vor einer King-Lektüre sagen: "Lisa, jetzt bist du ja auch schon etwas älter, jetzt musst du nicht mehr so viel Angst haben!", es nützt nichts. Dieser Mann schafft es immer wieder mich das Fürchten zu lehren aber auch mich zu begeistern und irgendwann werde ich bestimmt alle Bücher von ihm gelesen haben (Wenn er dann nicht schon wieder sechs neue veröffentlicht hat). "Nachtschicht" ist für alle Grusel-Fans genau das Richtige!
Weiter ging es im vergangenen Monat mit einem Buch, auf das ich schon sehr gespannt war. "Anima. Schwarze Seele, weisses Herz" von Kim Kestner ist eine Fantasy-Geschichte als Einzelband und besticht nicht nur durch das tolle Cover, sondern auch mit einer sehr spannenden Story. Die Protagonistin befindet sich mit ihrer Familie in einem Nationalpark im Urlaub, als ein plötzlich auftauchender mysteriöser Zauberer alles durcheinander wirbelt. Die ganzen Besucher, samt ihrer Familie, scheinen nicht mehr diejenigen zu sein, die sie vorher waren. Alle sind aggressiv und gehen respektlos miteinander um. Woran mag es liegen? Konnte das wirklich die Schuld des unbekannten Zauberers gewesen sein? "Anima" hat im Handlungsverlauf eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und war insgesamt eine durchaus unterhaltsame Geschichte, die vor schönen Schauplätzen spielt.
Weiter ging es im Juni mit einem Rezensionsexemplar aus dem dtv-Verlag. "Die Sehnsucht des Vorlesers" ist der Debütroman des französischen Autoren Jean-Paul Didierlaurent und was soll ich sagen? Er hat einfach einen explosiven französischen Charme. Es geht um den Außenseiter und Buchliebhaber Guylain, der die Zeit auf den Weg zu seinem ungeliebten Job damit verbringt seinen Mitfahrern im Zug vor zu lesen. Und das macht er mit so viel Liebe, Hingabe und Begeisterung, das er jeden Morgen eine kleine Zuschauermenge um sich versammeln kann. Aber eigentlich geht es in dieser Geschichte auch um einen geheimnisvollen USB-Stick, der Guylain eines Morgens im Zug vor die Füße fällt und der er neugierig einsteckt. "Die Sehnsucht des Vorlesers" ist eine Liebeserklärung nicht nur an die Literatur und hat mich wirklich verzaubert. Eine Rezension gab es natürlich auch zu diesem Buch.
Das nächste Buch reiht sich ebenfalls nahtlos in die Geschichten auf meinem Stapel ungelesener Bücher ein, auf die ich sehr gespannt war. "Zeitsplitter" von Cristin Terrill ist, wie der Titel schon vermuten lässt, ein Zeitreiseroman, in der es um Em und um Marina geht. Die beiden sind ein und dieselbe Person, allerdings trennen sie genau fünf Jahre. Als Em in die Vergangenheit zu Marina reist, will sie sie nicht nur warnen, sondern auch einen wichtigen Auftrag erledigen, der alles besser machen soll. Sollte Em allerdings scheitern, könnte alles zerstört werden. "Zeitsplitter" war die erwartete Mischung aus Science Fiction und Dystopie, sollte allerdings ursprünglich nur der erste Teil eines Zweiteilers sein. Ob und wann der Nachfolger kommt, steht allerdings noch nicht fest. Fans von Zeitreiseromanen werden aber definitiv auf ihre Kosten kommen. 
Jaja diese Cliffhanger in Büchern. Sie überfallen uns in dem Augenblick, in dem wir es am wenigsten erwarten...Letzten Monat habe ich den zweiten Teil der Unsterblich-Trilogie "Tor der Nacht" von Julie Kagawa gelesen. Bereits der erste Teil aus dem Lesemonat Mai konnte mich mehr als begeistern. Die Verbindung von Vampirroman und Dystopie war einfach genau mein Ding und absolut großartig umgesetzt, also musste natürlich auch der zweite Band sofort angeschafft werden. Und der war, zumindest meiner bescheidenden Meinung nach, sogar noch besser als der erste. Nur der Cliffhanger am Ende hat mir dann den Rest gegeben. Und natürlich, NATÜRLICH ist es bei ganz besonders schlimmen Cliffhangern in Büchern immer gang und gebe, dass dann das Finale erst gefühlte 678 Jahre später erscheint, in diesem Falle im Februar 2017 als Taschenbuchformat. Na gut, dann muss ich mich wohl noch gedulden. Das gehört ja auch schließlich zu meinen Stärken...nicht. Auch zum zweiten Teil der Unsterblich-Trilogie gibt es eine Rezension von mir.
Weiter ging es im Lesemonat Juni mit einer kleinen aber gleichzeitig großen Geschichte. "Das Cafe am Rande der Welt. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens" von John Strelecky erzählt von einem Mann, der eigentlich ganz woanders hinwollte und sich dann, nachdem er sich komplett verfahren hatte, im Cafe am Rande der Welt wiederfindet. Sehr schnell bemerkt er, dass das hier ein ganz besonderer Ort ist. Ein Ort, an dem er beginnt über sein bisheriges Leben nachzudenken, um sich dabei die Frage zu stellen, ob er sein Leben denn so weiterführen möchte, wie er das all die Jahre getan hat. Das Buch von John Strelecky hat gewiss nicht allzu viele Seiten dennoch lässt sich viel zwischen den Zeilen dieser wundervollen Geschichte entdecken. Ein Buch, das auch lange nachdem man die letzte Zeit gelesen hat, nachklingt. Ein Buch, das man auch nach langer Zeit noch einmal aus den Regal nimmt, um darin zu blättern. Einfach etwas ganz Besonderes. 
Weiter ging es mit einer Geschichte, die mich im Nachhinein doch ein bisschen enttäuscht hat aber wohl auch nur, weil ich einfach sehr viel von ihr erwartet habe. "Verliebt in Mr. Daniels" von Brittainy C. Cherry gehört zu den Büchern, die einem in jeglichen sozialen Netzwerken immer wieder begegnen und zwar irgendwann in so einem Maße, dass man das Buch dann auch haben will. Jeder bücherbegeisterte Mensch kennt das sicherlich. Zusätzlich waren dann auch irgendwie alle von der Geschichte begeistert und dann tritt man, ob gewollt oder nicht, schließlich mit hohen Erwartungen an so ein Buch heran und diese Erwartungen konnten sich bei mir zumindest nicht erfüllen. "Verliebt in Mr. Daniels" ist eine süße Liebes- und Leidensgeschichte, die mir aber an vielen Stellen einfach zu klischeehaft war. Ich wurde mit den Charakteren absolut nicht warm und kann sie am Ende nur unter "Gewollt aber nicht gekonnt" abstellen. Das ist aber zum Glück nur meine ganz individuelle Meinung.
Natürlich durfte auch in meinem Lesemonat Juni ein Band der 'Game of Thrones' Reihe nicht fehlen. "Zeit der Krähen" ist mittlerweile schon der siebte Band der Reihe. Was mache ich eigentlich, wenn ich alle zehn ausgelesen habe? Warten? Wahrscheinlich! Aber auch weinen...warten und weinen! Nach den zahlreichen Ereignissen aus dem Vorgängerband "Die Königin der Drachen" ging es hier nun etwas ruhiger und gesittet zu, zumindest so weit man die Begriffe 'ruhig' und 'gesittet' bei George R.R. Martin verwenden kann. Interessant ist dazu noch zu erwähnen, dass ich mich mittlerweile bei der Lektüre zu einem Zeitpunkt befinde, in dem die Bücher und die Serie auseinander gehen. Endlich ein sicheres Zeichen dafür die Serie problemlos weiterzugucken. "Zeit der Krähen" erzählte zwar größtenteils die Geschichte der eigentlichen Nebenfiguren in "Das Lied von Eis und Feuer" weiter, konnte mich aber von der ersten Seite an ebenfalls sehr gut unterhalten. 
Und hier ist es ganz am Schluss, als würdiger Abschluss meines Lesemonats Juni. Eines meiner absoluten Jahreshighlights 2016. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist das erste und bisher einzige Jugendbuch von Lilly Lindner, das ich noch vor "Splitterfasernackt" gelesen habe und erst im Nachhinein wird deutlich, wie sehr Lilly in diesem Roman ihre eigene Geschichte verarbeitet hat. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" erzählt von dem Briefwechsel zweiter Schwestern, die verzweifelt versuchen sich gegenseitig zu retten und was soll ich sagen? Bitte, lest alle dieses Buch! Es ist unheimlich wichtig, dass möglichst viele die Worte dieser unglaublich talentierten Frau lesen. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist besonders, wundervoll und einzigartig von der ersten bis zur letzten Seite. Selten, das mich ein Buch so aufgewühlt und gleichzeitig auch bezaubert hat. Es ist eines dieser besonderen Bücher, die man wohl nie vergessen wird.

So, das war er auch schon wieder, mein Lesemonat Juni! 
Vielleicht habt ihr ja auch etwas davon gelesen oder es war Stoff für eure Wunschliste dabei! Wenn es so ist, lasst es mich in den Kommentaren wissen. 
Ich wünsche euch noch einen schönen und lesereichen Abend!

Eure Lisa.
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