Freitag, 20. Juli 2018

Meg Wolitzer- Das weibliche Prinzip



Verlag: Dumont
Seiten: 496
Erschienen: 16. Juli 2018
Preis: 24 Euro (Ebook: 18.99 Euro)






Die junge Greer ist eine ambitionierte Studentin, die sich in der Universität gewissenhaft auf ihr späteres Leben vorbereiten möchte. Regelmäßig telefoniert sie mit ihrem langjährigen Freund Cory, denn eine unglückliche Fügung wollte es, dass das Paar nach ihrem gemeinsamen Schulabschluss auf verschiedene Universitäten gehen mussten. Während Cory auf einer Eliteuniversität studiert, musste Greer sich mit einem staatlichen College zufrieden geben. 
Als Greer dann auf einer Veranstaltung ihrer Universität die Feministin Faith Frank kennen lernt, ändert sich ihr Leben schlagartig auf ganz verschiedenen Weisen...

Auf "Das weibliche Prinzip" von Meg Wolitzer habe ich mich schon sehr lange gefreut. Erst im letzten Jahr habe ich die beeindruckende Biografie der wohl berühmtesten Feministin der Welt Gloria Steinem "My life on the road" gelesen und war seitdem begierig darauf alles in die Hände zu bekommen, was dieses Thema behandelt. Gerade zu Zeiten der "me too" Bewegung ist es sehr wichtig so viele feministische Bücher zu veröffentlichen, wie es geht, da so dieses breit gefächerte Thema der Gleichberechtigung wegen nicht fehlender Aufmerksamkeit in den Medien und der Gesellschaft weiterhin behandelt wird und hoffentlich irgendwann Konsequenzen gezogen werden. 
"Das weibliche Prinzip" ist die Geschichte einer jungen Frau, die zunächst mit dem Feminismus wenig zu tun hat, bis eine wichtige Begegnung in ihrem Leben alles ändert. Faith Frank wird für die Protagonistin Greer zur Gallions- und Identifikationsfigur. Immer wieder setzt Greer Faith auf einen imaginären Thron, an dem niemand heran kommt und an dem schon gar nicht irgendjemand rütteln darf. Umso tiefer ist für die Hauptfigur dieser Geschichte dann der Fall, als sie erkennt, dass auch im Leben und in den Verhaltensweisen ihres großen Vorbildes nicht immer alles Gold ist, was glänzt. 
Besonders gut gefallen an "Das weibliche Prinzip" hat mir nicht nur der mehr als interessante Handlungsverlauf, sondern auch die Art und Weise des Erzählens. Im Vorfeld bin ich davon ausgegangen, dass allein schon wegen der Inhaltsbeschreibung und des Titels das gesamte Buch aus der Sicht der Protagonistin 'Greer' geschildert wird, doch da habe ich mich geirrt. Die verschiedenen Kapitel behandeln abwechselnd alle wesentlichen Figuren der Geschichte und erzählen den Handlungsverlauf jeweils aus einer anderen Sicht. Dies erlaubt einen viel intensiveren Blick in die Gefühlswelten der einzelnen Figuren und erklärt auch so manche fragwürdige Handlung der jeweiligen Personen, die zuvor aus der Sicht einer anderen Person geschildert wurde und die man möglicherweise, als Leser, nicht nachvollziehen konnte. 
Auch wenn ich mir an manchen Stellen noch viel mehr feministische Züge in die Geschichte hineingewünscht hätte, hat mir zusammenfassend betrachtet "Das weibliche Prinzip" wirklich gut gefallen und hatte alleine wegen der Lebensgeschichte der Hauptfigur ein persönliche großes Identifikationspotenzial auf meiner Seite. 
Für alle, die sich mehr starke, kluge und interessante weibliche Protagonistinnen in Geschichten wünschen, eine mehr als sehr gute Empfehlung. 
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