Mittwoch, 21. März 2018

A.J. Finn - The woman in the window





Verlag: blanvalet
Seiten: 543
Erschienen: 19. März 2018
Preis: 15 Euro (Ebook: 4.99 Euro -Stand 21.03.18)







Anna Fox, ehemalige Kinderpsychaterin, hat seit zehn Monaten ihr Reihenhaus in New York City nicht mehr verlassen. Bei jedem Versuch wieder ins Freie zu treten, überfallen die ehemals selbstbewusste und im Leben stehende Frau Angstattacken und Ohnmachtsanfälle. Von der Ärztin zur Patientin, versucht Anna alles, um sich von der drohenden Vereinsamung zu schützen.
Dazu gehören auch regelmäßige Gespräche mit Mann und Tochter, die seit Annas psychischen Zusammenbruch nicht mehr mit in dem Haus leben. Zudem beobachtet Anna regelmäßig ihre Nachbarn, um wenigstens an irgendeinem anderen Leben teilzuhaben. 
Als die Familie Russell in das Haus gegenüber zieht, stellt sich Annas Leben plötzlich vollkommen auf den Kopf, als sie eines Tages ein schreckliches Verbrechen in dem Haus ihrer neuen Nachbarn beobachtet. 
Doch was hat sie wirklich gesehen?
Ist Anna eine glaubhafte Zeugin?
Und kann sie ihrem eigenen Urteil trauen?

Mit "The woman in the window - Was hat sie wirklich gesehen?" hat der amerikanische Autor A.J. Finn endlich mal wieder einen Thriller vorgelegt, der so atemlos spannend, sogwirkend und noch ziemlich gut geschrieben ist, dass die Seiten einfach nur dahin flogen. Obwohl das Rad auch in Annas Geschichte nicht neu erfunden wurde, ist es dem Autoren trotzdem gelungen eine unglaublich intensive Atmosphäre in seinem Thriller aufzubauen. Zudem sind die bekannten Einflüsse, die zweifellos auf die Geschichte gewirkt haben, so clever und charmant gewählt, dass man sich eigentlich nicht richtig darüber ärgern kann, dass die Grundidee der Handlung bereits allseits bekannt ist: 
Eine Hauptfigur, mit einem gewissen Hang die Nachbarn auszuspionieren, beobachtet ein Verbrechen und ist aus diversen Gründen verhindert aktiv einzugreifen und Schlimmeres zu verhindern. Alfred Hitchcock und James Stewart aus "Das Fenster zum Hof" grüßen freundlich aus dem Fenster von der anderen Hausseite. Doch der Autor macht kein Geheimnis aus seiner Inspiration und baut diese sogar indirekt in die Handlung mit ein. 
Und dann wäre da noch die Hauptfigur an sich, die in "The woman in the window" wahnsinnig gut gelungen ist. Durch ihre persönliche Hintergrundgeschichte, aber gleichzeitiger Einnahme diverser starker Medikamente und Alkohol, schwankt der Leser, während der gesamten Geschichte, zwischen einer Ambivalenz. Auf der einen Seite fühlt man mit Anna mit. Da die ganze Handlung aus ihrer Sicht erzählt wird, bekommt man zudem ein intimes Verhältnis zu ihr. Auf der anderen Seite steht der übermäßige Alkoholkonsum und die zahlreichen Medikamente, die den Leser in vielen Momenten an Annas Glaubwürdigkeit zweifeln lassen. Durch diesen perfekt inszenierten Zwiespalt, analysiert der Leser permanent Situationen, auch wenn das Buch nicht gelesen wird.
Auch wenn vieles in "The woman in the window" bekannt ist, hat A.J. Finn es trotzdem geschafft mich komplett zu überraschen, da ich in letzter Zeit skeptisch zu Kriminalromanen oder Thrillern gegriffen habe. Seine Geschichte um eine ehemalige Psychaterin, die selbst zur Patientin wird, ist gut geschrieben und besticht in den relativ kurzen Kapiteln zusätzlich mit einer unglaublichen Intensität. Zu Beginn braucht die Geschichte Anlaufzeit, doch dann wird man sie nicht mehr aus der Hand legen. 
Endlich wieder ein Thriller, der mich komplett überzeugen konnte. 

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