Mittwoch, 25. Oktober 2017

Lesemonat September

Liebe Freunde,
herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat September. Immerhin noch halbwegs pünktlich. Im letzten Monat habe ich insgesamt sieben Bücher gelesen mit zwei absoluten Jahreshighlights, die natürlich wieder zum Schluss vorgestellt werden. Insgesamt waren es 3106 Seiten. Dann hätten wir die Fakten, also kann es losgehen.
Los ging es mit dem ersten Teil einer Reihe, die schon komplett in meinem Bücherregal gewartet hat. Ich bin doch nicht die Einzige, die das macht, oder? Die 'Lockwood & Co.' Reihe von Jonathan Stroud hatte mir bereits sehr gut gefallen, ich bin definitiv ein Fan von Strouds Schreibstil geworden und auch im ersten Teil der Bartimäus Serie "Das Amulett von Samarakand" wurde ich bestens unterhalten. Es war schon erstaunlich, wie oft man, während der Lektüre, in ein Kichern ausgebrochen ist, weil Bartimäus mal wieder einen besonders albernen Witz gemacht hat. Das ist auf jeden Fall das Besondere an diesem Buch. Es wird nicht aus der Sicht des vermeintlichen jugendlichen Helden erzählt, sondern aus der Perspektive des Dämons, der vom Protagonisten gerufen wird, um ihn bei einer besonders kniffligen Situation beizustehen. Für Leser, die Action und eine gehörige Portion Grusel mögen, das absolut Richtige! Ich freue mich schon auf die restlichen Bände. 
Kommen wir nun zu einem Autoren, der in den letzten Monaten schon fast zu einem guten Freund geworden ist, den man immer mal wieder gerne besucht, um sich von ihm Geschichten erzählen zu lassen. Im Rahmen des John Irving Leseclubs von der zauberhaften Paper and Poetry haben wir alle zusammen "Gottes Werk und Teufels Beitrag" gelesen. Mein zweiter Irving in meiner persönlichen Chronik dieses unfassbar einzigartigen und besonderen Autoren. Zugegeben, das ein oder andere Mal musste ich mich zusammenreißen, um an Homer Wells Geschichte dran zu bleiben, doch das waren wirklich nur Momentaufnahmen. Alles andere war wieder einmal sogartiges Lesen in diesem besonderen Schreibstil Irvings mit den noch einzigartigeren Figuren, die man wohl unter hunderten Geschichten wiedererkennen würde. Wieder einmal ein sehr besonders und wunderschönes Buch. Unbedingt lesen. 
Das nächste Buch aus dem Lesemonat September glich einer besonderen Premiere. Es war meine erste Geschichte von Ernest Hemingway. Wieder so ein großer Name, der sich im Laufe der Novelle allerdings ziemlich schnell zu meinen Lieblingen gesellt hat. Standesgemäß musste ich "Der alte Mann und das Meer" dann auch am Meer lesen. Da bot sich mein September-Urlaub auf der griechischen Insel Kos geradezu an. Und in nur ein paar Stunden habe ich diese kurzweilige aber dennoch gewaltige Geschichte geradezu verschlungen. Der scheinbar aussichtslose Kampf eines einfachen Mannes gegen einen übermächtigen Gegner. Fast schon in leisen Tönen, erzählt hier Hemingway die Geschichte seines tragischen Helden, aber die Eindringlichkeit seiner Worte schimmerte durch jede einzelne Seite hindurch. Es war zwar eine Premiere, aber es wird ganz sicher nicht mein einziges Buch von Mr. Hemingway gewesen sein. 
Kommen wir nun zu einem Wiedersehen nach viel zu langer Zeit und der ganz besonderen Art. Wer sich einmal in den zauberhaften Geschichten von Walter Moers verloren hat, fällt es schwer wieder in die Realität zurückzukehren, es fällt schwer Abschied von Zamonien, dieses einzigartigen und wundervollen Kontinent, zu nehmen, es fällt schwer in seinen Mitmenschen nicht bücherliebende Zauberwesen zu sehen, die sich in den Straßen vor Schaufenstern mit mehr als ungewöhnlichen Auslagen tummeln. Nun war es also soweit. Es ging zurück nach Zamonien, dieses Mal mit der "Prinzessin Insomnia und der albtraumfarbene Nachtmahr". Tatsächlich verlief die Reise zurück nach Zamonien allerdings anders als erwartet. Das neue Abenteuer von Moers hat gewiss wieder einmal diesen besonderen Zauber, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass dieses Buch wohl eher den besonders eingefleischten Moers Fans gefallen wird. Wer es noch ein bisschen ausführlicher haben möchte, für den habe ich eine Rezension geschrieben.
Weiter ging es im September mit einem Buch, das schon sehr lange auf meiner Wunschliste auf seinen Veröffentlichungstermin gewartet hat. Seit ich "19 Minuten" von Jodi Picoult gelesen habe, waren Geschichten, in denen Amokläufe an Schulen thematisiert werden, immer mit einer gewissen persönlichen Schwere verbunden, die ich mir nicht ganz erklären konnte. Man ist so tief erschüttert, von dem, was man dort liest, und weiß gleichzeitig, dass es trotzdem wichtig war diese Worte aufzuschreiben und in die Welt hinauszutragen. "54 Minuten" von Marieke Nijkamp ist so intensiv erzählt, dass es Angst macht. Man ist sich im Klarem auf seinem Lesesessel zu sitzen und trotzdem fühlt man sich in diese Aula versetzt, in der junge Menschen um ihr Leben fürchten müssen. Menschen, die eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich haben. "54 Minuten" ist teilweise so entsetzlich still, dass man den Schmerz und das Grauen im eigenen Herzen fühlt. Und doch ist es genau das, was diese Geschichte so wichtig macht. 
Und da hätten wir es auch schon. Mein erstes Jahreshighlight im Lesemonat September. "My life on the road" von Gloria Steinem nahm ich als Tipp von Emma Watsons Lesegruppe 'Our Shared Shelf" bei Goodreads mit. Ich erwartete eine Art Biografie einer besonderen Frau und war schließlich überrascht und fast schon überwältigt, dass ich die Lebensgeschichte einer außergewöhnlichen, unglaublichen und beeindruckenden Frau zu lesen bekam. Ihr kennt diese kleinen Post-its, die wir immer brauchen, um besondere Stellen in Büchern zu markieren? "My life on the road" ist voll davon. Gloria Steinem Lebensgeschichte gehört meiner Ansicht nach in jedes Bücherregal. Was sie zu sagen hat, ist wichtig und muss gehört werden. Mir bleibt nur die Möglichkeit diese Art von Botschaft immer und immer wieder weiter zu empfehlen, so dass Steinems Worte in die Welt hinausgetragen werden. Unbedingt, und ich wiederhole, unbedingt lesen!
Und da sind wir schon wieder beim Ende, Buch Nummer sieben und meinem zweiten absoluten Lesehighlight angelangt. Auch "Max" von Markus Orths stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste, bevor das Buch endlich erschien. Sehr, sehr selten hat man das Glück eine Geschichte lesen zu dürfen, die mit so einer unglaublichen Begeisterung geschrieben wurde, wie "Max". Es ist eine Lebensgeschichte des Protagonisten, erzählt aus der Sicht von den wichtigen Frauen seines Lebens und thematisiert auf ungewöhnliche und beeindruckende Weise das zwanzigste Jahrhundert. "Max" besticht mit einem ungewöhnlichen aber unvergesslichen Schreibstil und zeigt, dass Menschen in der Lage sein können die dunkelsten Stunden des eigenen Lebens zu ertragen, wenn man sich immer wieder an die größten Leidenschaften im Leben erinnert, in Max Fall ist es die Kunst. Markus Orths neues Buch ist unglaublich besonders und lesenswert und da es mein erstes Buch von dem Autoren war, freue ich mich schon auf den Rest seiner Werke. Auch zu "Max" habe ich eine Rezension geschrieben. 

Das war er also. Mein Lesemonat September. Tolle Bücher waren mal wieder dabei. Kennt ihr möglicherweise eines oder mehrere der Bücher? Lasst es mich in den Kommentaren wissen. 

Eure Lisa.

1 Kommentar:

  1. Hallo Lisa,
    toller Lesemonat mit tollen Büchern.
    Ich hab keins von deinen vorgestellten Büchern gelesen,
    bin aber sehr interessiert an Gloria Steinems Biographie.
    Liebe Grüße,
    Kathrin

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