Sonntag, 31. Juli 2016

Elle Kennedy - The Deal - Reine Verhandlungssache




Verlag. Piper
Seiten: 447
Erschienen: 1. Juli 2016
Preis: 9.99 Euro (Ebook: 8.99 Euro)










Hannah ist eine ruhige und fleißige Studentin, die alles dafür gibt das heiß begehrte Musik Stipendium ihrer Uni zu bekommen. 
Garrett ist gut aussehend, beliebt und Kapitän und Star des Eishockey-Teams der Universität.
Auf normalem Wege wären sich die beiden wohl über den Weg gelaufen aber hätten sich wahrscheinlich nicht wahr genommen. Doch wie das Schicksal nun manchmal so spielt, treffen diese beiden eigentlich so ganz unterschiedlichen Typen doch aufeinander. Garretts Zwischenprüfung in Philosophie geht nämlich richtig in die Hose und da er - durch Zufall - erfährt, dass Hannah, die in seinen Kurs geht, eine Eins bekommen hat, bittet er sie um Nachhilfe. Denn Garrett darf die Nachprüfung nicht verhauen, sonst müsste er das Eishockey spielen erst einmal auf das sprichwörtliche Eis legen und das will er nicht, denn dieser Sport ist sein Lebensinhalt. 
Doch Hannah weigert sich zunächst Garrett zu helfen, da sie ihn für einen eingebildeten Idioten hält. Als Garrett dann erfährt, dass Hannah insgeheim auf einen Football Spieler namens Justin steht aber zu schüchtern ist, um ihn anzusprechen, bietet er ihr einen Deal an. Wenn Hannah ihm hilft die Nachprüfung zu bestehen, würde er ihr wiederum helfen bei Justin zu punkten. 
Doch kann das gut gehen?
Denn, wie Hannah schnell herausfindet, ist Garrett gar nicht der, für den sie ihn gehalten hat...

Vielleicht liegt es daran, dass ich nun bereits den zweiten wirklich guten Roman, nach "Stepbrother dearest" von Penelope Ward, aus dem Young-Adult Bereich, gelesen habe, dass ich in diesem Genre nun doch immer mehr Positives abgewinnen kann. 
Normalerweise waren mir die Charaktere und die Handlungen immer zu klischeehaft und vorhersehbar. Das ist auf einer gewissen Art und Weise auch in "The Deal-Reine Verhandlungssache" von Elle Kennedy, der Fall. Allerdings auf einer gewissen angenehmen Art und Weise. Natürlich kommt der Handlungsstrang in "The Deal" den Leser durchaus bekannt vor aber die wirklich sympathischen Charaktere, die Elle Kennedy erschaffen hat, holen das schnell wieder heraus. Sicherlich erwartet man in dem Genre auch nicht mehr wirklich eine völlig neue Handlung. Darum geht es im Young-Adult Bereich auch nicht mehr hauptsächlich. Es geht eher um lockere und leichte Unterhaltung, um Geschichten, die man schwer aus der Hand legen kann, weil man irgendwie schon davon ausgeht, dass sie sich am Ende kriegen aber es doch ganz genau wissen will. "The Deal" vereint alle diese Eigenschaften in sich und konnte mich sogar, während der Lektüre, das ein oder andere Mal wirklich überraschen. 
Aber, wie bereits erwähnt, mochte ich vor allem die Charaktere. Garrett war natürlich vom Äußeren her, erst einmal der Traumtyp schlechthin. Aber, wie Hannah war ich zu Beginn sehr skeptisch und wusste nicht, was ich von ihm halten sollte. Und auch Hannah hat mich sehr überrascht, weil ich vor allem bei weiblichen Protagonisten, am Anfang die gewisse Portion Naivität schon fast erwarte. Allerdings habe ich bei ihr diese überhaupt nicht gesehen. Hannah ist klug, witzig, zwar schüchtern aber doch in vielen Situationen durchaus schlagfertig. 
Und genau eben diese Gründe führten dazu, dass ich "The Deal" mehr verschlungen als gelesen habe. Eine wirklich lesenswerte College-Liebesgeschichte, die unterhält und Spaß macht und die sogar ganz ohne überzogene Dramatik auskommt. 

Donnerstag, 14. Juli 2016

Senta Richter - OPUS- Der Verrat

Bild: www.charmandelle.blogspot.com


Erschienen: 15. Juli 2016
Preis: 2.99 Euro (Ebook)










Kurze Warnung zu Beginn: 
Es folgt eine Rezension zum zweiten Teil der OPUS-Trilogie. Für all diejenigen, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben, könnte sie also Spoiler enthalten. Für den Fall gibt es aber auch eine kleine Abhilfe und zwar der Link zur Rezension des ersten Teils "OPUS-Die Begegnung"
Den Auftakt zur OPUS-Reihe gibt es für den Kindle gerade zum Aktionspreis von 0.99 Cent. Hier entlang


Mila ist am Boden zerstört. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Bruders Leo hat sie das Gefühl nicht wirklich am Leben zu sein. Doch sie hat immer noch die Chance ihren Bruder zu retten. Mit dem geheimnisvollen Abel, in den sich Mila Hals über Kopf verliebt und der sich im Nachhinein als ein Zeitreisender aus der Zukunft entpuppt hat, hat sie immer noch die Möglichkeit in die Zukunft zu reisen, um von dort aus den Tod ihres Bruders zu verhindern. 
Doch diese Möglichkeit birgt allerlei Gefahren, denn in der Zukunft wartet OPUS. OPUS ist eine riesige Firma, die fast die ganze Welt regiert und die Menschen unterdrückt. Freizeit, Kultur, unterschiedliche Lebensmöglichkeiten, all das gibt es in der Zukunft nicht mehr. Und sollte jemand herausfinden, dass Mila aus der Vergangenheit kommt, wäre Leo für immer verloren und auch Mila würde wohl nicht mehr nach Hause zurückkehren können.
Keine guten Aussichten also!
Doch Mila setzt alles daran ihren geliebten Bruder zu retten und macht sich auf in ein Abenteuer, das sie an Orte bringt, mit denen sie wohl niemals gerechnet hätte...

Endlich ist er da! 
Der lang ersehnte zweite Teil der OPUS-Trilogie von Senta Richter. "OPUS-Der Verrat" kam mit einigen hohen Erwartungen um die Ecke, vor allem nach dem sensationellem ersten Teil. Die Protagonistin Mila muss mit dem Tod ihres Bruders zurecht kommen und hat zudem erfahren, dass in der Zukunft eine Firma wartet, die alles und jeden kontrolliert und die Menschen ausbeutet. Und nach dem zweiten Teil kann ich nur sagen: 
Er hat die hohen Erwartungen mehr als erfüllt, wenn nicht sogar übertroffen. Senta Richter entführt uns in die erschreckende aber gleichzeitig vollkommen faszinierende Welt von OPUS. Und diese Welt hätte kein Science-Fiction-Film besser beschreiben können. Während der Lektüre haben sich ein beklemmendes Gefühl und ein absoluter 'WOW-Effekt' immer wieder abgewechselt. Das lag vor allem im detailreichen Schreibstil, mit dem die Autorin die Zukunft beschrieben hat. Es lag darin so eine Eindringlichkeit , dass man alle Schauplätze und Figuren immer sofort vor Augen hatte. Das beklemmende Gefühl beim Lesen resultierte zudem nicht nur aus dieser detailreichen Schreibweise, sondern auch aus der fast schon unbestreitbaren Tatsache, dass OPUS die Angst schürt. Denn die Welt, die Senta Richter hier beschreibt, mag science-fiction sein, doch das Grundkonzept, das die Firma vertritt, ist von unserer heutigen Realität nicht so weit entfernt, wie man auf den ersten Blick annehmen mag. 
"OPUS-Der Verrat" kann aber nicht nur mit einer beeindruckenden Kulisse bestechen. Die spannende und actiongeladene Handlung in der Fortsetzung lässt den Leser nicht eine Minute zur Ruhe kommen. Man kann dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, weil immer irgendetwas passiert, das sofort zum Weiterlesen animiert. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl die Handlung wäre vorhersehbar. Im Gegenteil. Ich wurde sooft von Wendungen und Szenen überrascht, das ich es am Ende nicht mehr zählen konnte.
Die OPUS-Trilogie gehört für mich bereits jetzt schon zu den Geschichten, die viel mehr Menschen lesen sollten, weil sie einfach wahnsinnig gut erzählt ist. Für jeden Fan des dystopischen Genres und Zeitreisenromane, ist dieses Schmuckstück schon fast ein Muss. Und auch allen anderen begeisterten Lesern kann ich nur den guten Rat geben: 
Lasst euch darauf ein! Macht euch auf die Reise in eine Zukunft, die euch erschrecken und faszinieren wird. Senta Richter hat bereits mit dem ersten Teil "OPUS-Die Begegnung" etwas ganz Besonderes erschaffen und die Fortsetzung hat es geschafft sogar noch einmal einen drauf zu legen.
Lest OPUS! Ihr werdet es nicht bereuen!


Montag, 11. Juli 2016

Owen Sheers - I saw a man






Verlag: DVA 
Seiten: 299
Erschienen: 22. Februar 2016
Preis: 19.99 Euro (Ebook: 15.99 Euro)








Michael Turner zieht nach dem schmerzhaften Tod seiner Frau von einem kleinen Cottage in Wales zurück nach London in die Stadt. Zu viele schmerzhafte Erinnerungen verweilen in dem Cottage an Caroline, die journalistischen Tätigkeiten in Pakistan nachging und bei einer Explosion ums Leben kam. 
In London schließt Michael, durch einen puren Zufall, relativ schnell Freundschaft mit seinen Nachbarn Josh und Samantha Nelson. Das Ehepaar wohnt mit seinen beiden Töchtern Rachel und Lucy direkt nebenan in einem Haus und schon bald geht Michael bei den Nelsons - wie selbstverständlich - ein und aus. 
Doch an diesem Samstagnachmittag im Juni sollte sich ihr aller Leben schlagartig verändern. Denn an diesem Nachmittag betritt Michael das Haus der Nelsons durch die offene Hintertür mit einem äußerst unguten Gefühl. Es scheint nämlich niemand im Haus zu sein, doch warum stand dann die Hintertür auf? Das sieht den Nelsons gar nicht ähnlich...

Anscheinend sind genau diese Geschichten so besonders und so faszinierend, von denen man es am Anfang überhaupt nicht erwartet hätte. Neugierig wurde ich auf "I saw a man" von Owen Sheers, ganz altmodisch und einfach, durch den Klappentext, weil der ziemlich clever formuliert wurde. Ein, mir bisher unbekannter, Protagonist, der das scheinbar leere Haus seiner Nachbarn und Freunde durch die offene Hintertür betritt und eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die keiner mehr aufhalten kann. Das klingt natürlich erst einmal ziemlich spannend und mysteriös und das war es auch, da der Autor ziemlich lange den Leser im Unklaren darüber lässt, was in dem Haus der Nelsons vorgeht. 
Was mich aber besonders an der Geschichte beeindruckt hat, war die Art und Weise des Erzählens. Absolut clever, unvorhersehbar und wahnsinnig spannend, hat Owen Sheers hier ein ganzes Erzählgerüst aufgebaut, bestehend aus Rückblicken in die Vergangenheit, parallelen Handlungssträngen und der eigentlichen präsenten Geschichte, die den Protagonisten Michael im Haus der Nelsons dokumentiert. Durch dieses Erzählgerüst, das ich auf diese Art und Weise noch nirgendwo anders gelesen habe, hat mich dieses Buch unglaublich fasziniert. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Und ich meine sogar zu behaupten, dass ich möglicherweise eine andere Meinung zu dem Buch gehabt hätte, wenn die Erzählweise sich nicht genauso dargestellt hätte, wie es in "I saw a man" der Fall ist. Ob diese Meinung positiver oder negativer ausgefallen wäre, kann ich nicht sagen aber sie wäre anders gewesen. 
Wer aber genau diese besonderen Arten des Erzählens mag, wird hier auf seine Kosten kommen. 
Owen Sheers ist eine faszinierende und spannende Geschichte über die Last von Geheimnissen gelungen. Ein besonderes Buch, das mich auch Tage, nachdem ich die letzte Zeile gelesen habe, nicht mehr losgelassen hat. Man muss sich gewiss auf die Story einlassen aber wenn man das einmal getan hat, dann kann man dieses Buch nicht mehr weglegen. 

Dienstag, 5. Juli 2016

Lesemonat Juni


Hallo und Herzlich Willkommen zu meinem etwas verspäteten Lesemonat Juni!
Im letzten Monat kam ich auf ganze zehn Bücher, dieses Mal ohne ein Ebook. Insgesamt waren es 3893 Seiten. 
Na das waren aber noch viel zu wenige Infos, deswegen fangen wir an und werden ein bisschen konkreter. 
Los geht es mit einer echten persönlichen Premiere. "Splitterfasernackt" von eine meiner neuen Lieblingsautorinnen Lilly Lindner ist tatsächlich das erste autobiografische Buch, das ich gelesen habe. Warum? Weil diese Frau ein absolutes Schreibgenie ist. Sie malt Bilder mit ihren Worten, die man einfach selbst erleben muss. Obwohl natürlich ihre Biografie alles andere als leichte Lektüre ist. Lilly Lindner erzählt von ihrer Kindheit, von sexuellem Missbrauch, von Magersucht aber auch von einer Sehnsucht nach dem Leben, die durch jede Seite durchscheint. Ihre Bücher muss man einfach erleben, bei "Splitterfasernackt" allerdings nur, wenn man wirklich bereit dazu ist. Ich hatte schon, vor dem Lesen, ein gehörigen Respekt vor ihrer Geschichte und danach umso mehr. Aber alle bisherigen Bücher, die ich von ihr gelesen habe, sind immer etwas Besonderes, eines gehört sogar zu meinen absoluten Jahreshighlights, später dazu noch mehr. 
Weiter ging es im Lesemonat Juni mit einem neuen, alten King-Buch. Die Kurzgeschichtensammlung "Nachtschicht" vom Meister des Schreckens Stephen King gehört bereits zu seinen älteren Bücher aber nachdem ich dieses Jahr bereits seinen neuen Kurzgeschichtenband "Basar der bösen Träume" gelesen habe, hatte ich mal wieder Lust auf ein paar schön schaurige Short-Stories. Und wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht. Ich kann mir noch sooft vor einer King-Lektüre sagen: "Lisa, jetzt bist du ja auch schon etwas älter, jetzt musst du nicht mehr so viel Angst haben!", es nützt nichts. Dieser Mann schafft es immer wieder mich das Fürchten zu lehren aber auch mich zu begeistern und irgendwann werde ich bestimmt alle Bücher von ihm gelesen haben (Wenn er dann nicht schon wieder sechs neue veröffentlicht hat). "Nachtschicht" ist für alle Grusel-Fans genau das Richtige!
Weiter ging es im vergangenen Monat mit einem Buch, auf das ich schon sehr gespannt war. "Anima. Schwarze Seele, weisses Herz" von Kim Kestner ist eine Fantasy-Geschichte als Einzelband und besticht nicht nur durch das tolle Cover, sondern auch mit einer sehr spannenden Story. Die Protagonistin befindet sich mit ihrer Familie in einem Nationalpark im Urlaub, als ein plötzlich auftauchender mysteriöser Zauberer alles durcheinander wirbelt. Die ganzen Besucher, samt ihrer Familie, scheinen nicht mehr diejenigen zu sein, die sie vorher waren. Alle sind aggressiv und gehen respektlos miteinander um. Woran mag es liegen? Konnte das wirklich die Schuld des unbekannten Zauberers gewesen sein? "Anima" hat im Handlungsverlauf eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und war insgesamt eine durchaus unterhaltsame Geschichte, die vor schönen Schauplätzen spielt.
Weiter ging es im Juni mit einem Rezensionsexemplar aus dem dtv-Verlag. "Die Sehnsucht des Vorlesers" ist der Debütroman des französischen Autoren Jean-Paul Didierlaurent und was soll ich sagen? Er hat einfach einen explosiven französischen Charme. Es geht um den Außenseiter und Buchliebhaber Guylain, der die Zeit auf den Weg zu seinem ungeliebten Job damit verbringt seinen Mitfahrern im Zug vor zu lesen. Und das macht er mit so viel Liebe, Hingabe und Begeisterung, das er jeden Morgen eine kleine Zuschauermenge um sich versammeln kann. Aber eigentlich geht es in dieser Geschichte auch um einen geheimnisvollen USB-Stick, der Guylain eines Morgens im Zug vor die Füße fällt und der er neugierig einsteckt. "Die Sehnsucht des Vorlesers" ist eine Liebeserklärung nicht nur an die Literatur und hat mich wirklich verzaubert. Eine Rezension gab es natürlich auch zu diesem Buch.
Das nächste Buch reiht sich ebenfalls nahtlos in die Geschichten auf meinem Stapel ungelesener Bücher ein, auf die ich sehr gespannt war. "Zeitsplitter" von Cristin Terrill ist, wie der Titel schon vermuten lässt, ein Zeitreiseroman, in der es um Em und um Marina geht. Die beiden sind ein und dieselbe Person, allerdings trennen sie genau fünf Jahre. Als Em in die Vergangenheit zu Marina reist, will sie sie nicht nur warnen, sondern auch einen wichtigen Auftrag erledigen, der alles besser machen soll. Sollte Em allerdings scheitern, könnte alles zerstört werden. "Zeitsplitter" war die erwartete Mischung aus Science Fiction und Dystopie, sollte allerdings ursprünglich nur der erste Teil eines Zweiteilers sein. Ob und wann der Nachfolger kommt, steht allerdings noch nicht fest. Fans von Zeitreiseromanen werden aber definitiv auf ihre Kosten kommen. 
Jaja diese Cliffhanger in Büchern. Sie überfallen uns in dem Augenblick, in dem wir es am wenigsten erwarten...Letzten Monat habe ich den zweiten Teil der Unsterblich-Trilogie "Tor der Nacht" von Julie Kagawa gelesen. Bereits der erste Teil aus dem Lesemonat Mai konnte mich mehr als begeistern. Die Verbindung von Vampirroman und Dystopie war einfach genau mein Ding und absolut großartig umgesetzt, also musste natürlich auch der zweite Band sofort angeschafft werden. Und der war, zumindest meiner bescheidenden Meinung nach, sogar noch besser als der erste. Nur der Cliffhanger am Ende hat mir dann den Rest gegeben. Und natürlich, NATÜRLICH ist es bei ganz besonders schlimmen Cliffhangern in Büchern immer gang und gebe, dass dann das Finale erst gefühlte 678 Jahre später erscheint, in diesem Falle im Februar 2017 als Taschenbuchformat. Na gut, dann muss ich mich wohl noch gedulden. Das gehört ja auch schließlich zu meinen Stärken...nicht. Auch zum zweiten Teil der Unsterblich-Trilogie gibt es eine Rezension von mir.
Weiter ging es im Lesemonat Juni mit einer kleinen aber gleichzeitig großen Geschichte. "Das Cafe am Rande der Welt. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens" von John Strelecky erzählt von einem Mann, der eigentlich ganz woanders hinwollte und sich dann, nachdem er sich komplett verfahren hatte, im Cafe am Rande der Welt wiederfindet. Sehr schnell bemerkt er, dass das hier ein ganz besonderer Ort ist. Ein Ort, an dem er beginnt über sein bisheriges Leben nachzudenken, um sich dabei die Frage zu stellen, ob er sein Leben denn so weiterführen möchte, wie er das all die Jahre getan hat. Das Buch von John Strelecky hat gewiss nicht allzu viele Seiten dennoch lässt sich viel zwischen den Zeilen dieser wundervollen Geschichte entdecken. Ein Buch, das auch lange nachdem man die letzte Zeit gelesen hat, nachklingt. Ein Buch, das man auch nach langer Zeit noch einmal aus den Regal nimmt, um darin zu blättern. Einfach etwas ganz Besonderes. 
Weiter ging es mit einer Geschichte, die mich im Nachhinein doch ein bisschen enttäuscht hat aber wohl auch nur, weil ich einfach sehr viel von ihr erwartet habe. "Verliebt in Mr. Daniels" von Brittainy C. Cherry gehört zu den Büchern, die einem in jeglichen sozialen Netzwerken immer wieder begegnen und zwar irgendwann in so einem Maße, dass man das Buch dann auch haben will. Jeder bücherbegeisterte Mensch kennt das sicherlich. Zusätzlich waren dann auch irgendwie alle von der Geschichte begeistert und dann tritt man, ob gewollt oder nicht, schließlich mit hohen Erwartungen an so ein Buch heran und diese Erwartungen konnten sich bei mir zumindest nicht erfüllen. "Verliebt in Mr. Daniels" ist eine süße Liebes- und Leidensgeschichte, die mir aber an vielen Stellen einfach zu klischeehaft war. Ich wurde mit den Charakteren absolut nicht warm und kann sie am Ende nur unter "Gewollt aber nicht gekonnt" abstellen. Das ist aber zum Glück nur meine ganz individuelle Meinung.
Natürlich durfte auch in meinem Lesemonat Juni ein Band der 'Game of Thrones' Reihe nicht fehlen. "Zeit der Krähen" ist mittlerweile schon der siebte Band der Reihe. Was mache ich eigentlich, wenn ich alle zehn ausgelesen habe? Warten? Wahrscheinlich! Aber auch weinen...warten und weinen! Nach den zahlreichen Ereignissen aus dem Vorgängerband "Die Königin der Drachen" ging es hier nun etwas ruhiger und gesittet zu, zumindest so weit man die Begriffe 'ruhig' und 'gesittet' bei George R.R. Martin verwenden kann. Interessant ist dazu noch zu erwähnen, dass ich mich mittlerweile bei der Lektüre zu einem Zeitpunkt befinde, in dem die Bücher und die Serie auseinander gehen. Endlich ein sicheres Zeichen dafür die Serie problemlos weiterzugucken. "Zeit der Krähen" erzählte zwar größtenteils die Geschichte der eigentlichen Nebenfiguren in "Das Lied von Eis und Feuer" weiter, konnte mich aber von der ersten Seite an ebenfalls sehr gut unterhalten. 
Und hier ist es ganz am Schluss, als würdiger Abschluss meines Lesemonats Juni. Eines meiner absoluten Jahreshighlights 2016. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist das erste und bisher einzige Jugendbuch von Lilly Lindner, das ich noch vor "Splitterfasernackt" gelesen habe und erst im Nachhinein wird deutlich, wie sehr Lilly in diesem Roman ihre eigene Geschichte verarbeitet hat. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" erzählt von dem Briefwechsel zweiter Schwestern, die verzweifelt versuchen sich gegenseitig zu retten und was soll ich sagen? Bitte, lest alle dieses Buch! Es ist unheimlich wichtig, dass möglichst viele die Worte dieser unglaublich talentierten Frau lesen. "Was fehlt, wenn ich verschwunden bin" ist besonders, wundervoll und einzigartig von der ersten bis zur letzten Seite. Selten, das mich ein Buch so aufgewühlt und gleichzeitig auch bezaubert hat. Es ist eines dieser besonderen Bücher, die man wohl nie vergessen wird.

So, das war er auch schon wieder, mein Lesemonat Juni! 
Vielleicht habt ihr ja auch etwas davon gelesen oder es war Stoff für eure Wunschliste dabei! Wenn es so ist, lasst es mich in den Kommentaren wissen. 
Ich wünsche euch noch einen schönen und lesereichen Abend!

Eure Lisa.

Sonntag, 3. Juli 2016

Michael Theißen - Leons Erbe




Verlag: Bastei Entertainment
Seiten: 232
Erschienen: 02. Mai 2016
Ebook: 5.99 Euro








Katja macht wohl das Schlimmste durch, was einer Mutter passieren kann. Sie muss Leon, ihren einzigen Sohn, beerdigen. Der Sechszehnjährige wurde auf einer Landstraße von einem Auto angefahren. Der unbekannte Fahrer des Wagens ließ den Jungen liegen und beging Fahrerflucht. 
Katjas Schmerz könnte nicht größer sein denn Leons Tod war nicht der erste Schicksalsschlag, den ihre Familie verkraften musste. Erst vor wenigen Monaten verschwand Katjas Schwester Nicole auf mysteriöse Weise. Bis heute konnte sie nicht gefunden werden. 
Als Katja dann einen seltsamen Anruf von einem ihr unbekannten Notar erhält, wird ihr schnell klar, dass der Albtraum gerade erst begonnen hat, denn der geheimnisvolle Notar eröffnet Katja, dass er vor Leons Tod Kontakt zu ihrem Sohn hatte und dass Leon seiner Mutter etwas hinterlassen hatte, das ihr der Notar nun aushändigen wollte...
Eine Kiste mit unbekanntem Inhalt...

Michael Theißen ist mit seinem Debütroman "Leons Erbe" auf Anhieb ein wirklich gut konstruierter Psychothriller gelungen. Katjas Geschichte ist kurzweilig und wahnsinnig spannend erzählt. 
Besonders gefallen an Michael Theißens Schreibstil hat mir dieses gewisse Unvorhersehbare. Er beschreibt seine Schauplätze und auch die Figuren, denen seine Protagonistin Katja begegnet auf eine clevere und unnahbare Weise, das man, als Leser, eigentlich immer den Eindruck hat, dass mit den jeweiligen Personen oder den Orten irgendetwas nicht stimmen kann. Ob das nun der Wahrheit entspricht oder nicht, das bleibt sehr lange der Fantasie des Lesers überlassen, der sich wohl auch gerade durch diese besondere Schreibweise in wilde Mutmaßungen verliert, so dass er von der schlussendlichen Auflösung der Geschichte noch einmal vollkommen überrascht wird. Zumindest konnte ich das genau so bei mir beobachten. 
Auch die Protagonistin seines Romans Katja ist dem Autor sehr gut gelungen. Jede ihrer Gefühls- und Entwicklungsstufen, während der Geschichte, wirkten authentisch. Man konnte zwar nur erahnen, wie sie sich fühlen musste, nachdem ihre Familie fast komplett zerstört wurde. Ihre Handlungen, während des Verlaufs, nachzuvollziehen, das fällt sehr leicht.
Auch atmosphärisch gibt "Leons Erbe" einiges her. Das mysteriöse Gefühl, das den Leser sehr schnell befällt, hält fast bis zum Ende an.
Insgesamt also ein spannungsgeladener, mysteriöser Psychothriller, der fast ohne blutige Szenen auskommt und den man irgendwann nicht mehr aus der Hand legen kann. 
Für Thriller Fans ein sehr unterhaltsames Lesevergnügen! 
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