Mittwoch, 30. September 2015

Lesemonat September


Herzlich Willkommen zu meinem Lesemonat September :)
Ich hab mir gedacht, ich könnte eine neue Rubrik einführen und euch am Ende jeden Monats ein bisschen darüber erzählen, was ich alles gelesen habe und was ich unbedingt weiterempfehlen kann.
Ich habe diesen Monat meine schon fast obligatorischen neun Bücher gelesen. Davon waren fünf Printbücher und vier Ebooks. 
Begonnen hat der Monat mit dem Buch "Die sieben Schwestern" von Lucinda Riley aus dem Goldmann Verlag. Das war mein erstes Buch von der Autorin und der Beginn einer Reihe, in der sie jede dieser Schwestern vorstellt. Und zwar deshalb, weil jede auf eine Reise in ihre Vergangenheit geht, um ihre Herkunft aufzudecken. Die Schwestern wurden nämlich alle aus verschiedenen Orten auf der Welt adoptiert. Die Reise der ersten Schwester führt nach Rio de Janeiro. Insgesamt war es ein sehr unterhaltsamen Buch, das so manch schöne Ecke von Rio aufgezeigt hat. Ob ich die Reihe weiter lese, werde ich wohl daran entscheiden, wohin der Trip der nächsten Schwester führt. Ich liebe Bücher, in denen die Leute reisen. 
Der Titel des nächsten Buches lautete "Die Dreizehnte Fee" von Julia Adrian. 
"Die Dreizehnte Fee" ist eine wunderschöne aber auch furchtbar tragische Märchenadaption, in der es um Schuld, Rache und Liebe geht. Ich freue mich schon, wenn es nächsten Monat mit dem zweiten Teil weiter geht. Ich habe großen Bedarf mich weiter verzaubern zu lassen.


Der nächste Roman, den ich verschlungen habe, war "Verschwörung" von David Lagercrantz aus dem Heyne Verlag. Zu diesem Buch habe ich auch meine erste Rezension im Monat September geschrieben. "Verschwörung" gehört wohl zu den meist diskutierten Büchern, die in letzter Zeit veröffentlicht worden. David Lagercrantz, der ein schweres Erbe antritt, als er die 'Millenium'-Trilogie von dem verstorbenen Autor Stieg Larsson weiterführte. Und obwohl "Verschwörung" kritisiert und boykottiert wurde, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Alles weitere kann man natürlich in meiner Rezension nachlesen.
Eine weitere Rezension habe ich zu dem ersten Teil der "BookElements"-Reihe "Die Magie zwischen den Zeilen" von Stefanie Hasse geschrieben. 

Der tolle Auftakt einer Fantasy-Reihe, die mit einer neuen und frischen Idee punktet. Für jeden Bücherliebhaber ist "BookElements" aber sowieso Pflicht denn wir alle lieben doch Bücher über Bücher ganz besonders. Auch hier wird der zweite Teil in Kürze erscheinen. Ich bin gespannt! 

Außerdem habe ich diesen Monat die Shadow Falls Academy Reihe von C.C. Hunter aus dem Fischer-Verlag angefangen. Ich mag die Protagonistin auf jeden Fall schon einmal sehr gern und freue mich schon auf die Nachfolgebände, es sind insgesamt fünf und Band zwei steht schon in den Startlöchern. 

Dann habe ich einen weiteren Auftakt einer Fantasy-Reihe gelesen (so viele Reihen :)). In diesem Fall ist es der Auftaktband der "Seductio"-Reihe "Von Schatten verführt" von Regina Meißner.
Auch hier hat mich die Idee, die hinter dem Roman steckt, wirklich begeistert. Am Ende hat mich "Seductio" zwar mit einem krassen Cliffhanger- im wahrsten Sinne des Wortes- hängen lassen aber ich werde ebenfalls bald mit dem zweiten Band getröstet werden. Sollte euer Interesse entfacht worden sein, könnt ihr auch hier genaueres in meiner Rezension nachlesen. 
Nun kommen wir zu einem persönlichen Liebling von mir. Ihr müsst dieses Buch alle lesen! Sofort! Ich bin sooo verliebt <3 


 "Das Mädchen aus der 1.Reihe" klingt sehr nach vorhersehbarer Liebesgeschichte, das ist es aber nicht. Ganz und gar nicht. Dieses Buch ist so viel mehr Wunderschönes, das ich es euch alle wirklich ans Herz legen möchte. Natürlich ist es auch Liebe, da ich es ja schon liebe aber vor allem ist es eine riesengroße Überraschungstüte, die euch ganz sicher begeistern wird. Lest auch hier meine Rezension, wenn ihr Lust habt. 

Ja, es gab auch Bücher, die mir diesen Monat nicht so gut gefallen haben und da gehört leider auch "Die Betrogene" von Charlotte Link dazu. Obwohl ich ihre Bücher eigentlich ganz toll finde und den Großteil gelesen habe, konnte ich mich mit den Charakteren in dieser Geschichte einfach nicht anfreuden. 
Schade aber dann bestimmt beim nächsten Mal! 

Zum Schluss kommt dann noch ein Leseschatz, der definitiv zu meinen persönlichen Highlights gehört. "Das Licht der letzten Tage" ist eigentlich eine Dystopie aber eigentlich auch nicht. Ein wunderschön poetisches Buch über die Vergänglichkeit unserer Welt. Definitiv und hundertprozentig lesenswert. Auch hier könnt ihr Einzelheiten in meiner Rezension nachlesen. 

Ja, das war mein Lesemonat September. Insgesamt hat er mir sehr gut gefallen und ich habe tolle Geschichten kennen lernen dürfen, von denen auch ein paar ein Platz in meinem Herzchen (BEN!!) bekommen haben :)


Dienstag, 29. September 2015

Emily St. John Mandel - Das Licht der letzten Tage






Verlag: Piper Paperback
Seiten: 407
Erschienen: 14. September 2015
Preis: 14.99 Euro ( Ebook: 12.99 Euro )








Eine Grippewelle bricht aus und lässt in kurzer Zeit die Welt, wie wir sie kannten, zu einer Erinnerung werden. 99 % der Weltbevölkerung sterben. 

Elektrizität, warmes Wasser, Lebensmittel in Supermärkten kaufen, im Internet surfen, all diese Dinge gehören der Vergangenheit an. 
Aber es gibt Überlebende. Da wäre einmal die sogenannte 'Fahrende Symphonie', eine Gruppe von Leuten, die sich zusammengeschlossen haben, um in einer Theatergruppe in verschiedenen Siedlungen, die sich nach dem Zusammenbruch gebildet haben Shakespeare Stücke aufzuführen. 
Oder die Menschengruppe im Flughafen, die sich eine kleine Gesellschaft aufgebaut haben, um sich mit der neuen Welt irgendwie zu arrangieren. 
Sie alle haben aber eins gemeinsam: Sie haben nicht vergessen, wie wunderschön die frühere Welt war, und sie weigern sich zu akzeptieren, dass alles für immer verloren sein soll...

Niemand konnte ahnen, wie zerbrechlich unsere Welt ist.
Sehr sehr lange habe ich auf den Erscheinungstermin dieses Buches gewartet. Nicht nur das wunderschöne Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen, sondern auch der Klappentext. Dieser lässt vermuten, dass es sich erst einmal um ein dystopisches Buch handeln muss aber "Das Licht der letzten Tage" ist noch so viel mehr. 
Genremäßig kann man es gar nicht eingrenzen, natürlich schafft eine Grippewelle, die fast die gesamte Menschheit dahin rafft klare dystopische Verhältnisse aber ist so eine Stimmung dann nicht auch hoffnungslos, düster und grau? 
Dann kann man den Roman von Emiliy St. John eigentlich nicht dazu zählen denn er trägt so viel Hoffnung und Energie auf jeder einzelnen Seite, dass ich mich beim Lesen manchmal nicht gewundert habe, dass genau in diesem Moment die Sonne herauskam und in meine Wohnung schien. 
In einer wunderschönen, manchmal melancholischen und poetischen Sprache strickt die Autorin den Erzählstrang um eine Hauptfigur, die bereits auf den ersten beiden Seiten stirbt. Doch durch Zeitsprünge in die Vergangenheit und Zukunft formt sich das Bild von Arthur, dem Schauspieler. Ein Mann, der viel in seinem Leben falsch gemacht hat aber doch das Herz am rechten Fleck hatte. 
Von ihm aus wird das Handlungsgerüst um eine Anzahl von Protagonisten ergänzt, die zwar alle eine völlig verschiedene Geschichte, vor und während des Zusammenbruchs, zu erzählen haben aber eben auch auf irgendeine Art und Weise mit Arthur verbunden sind. Und zu jedem einzelnen dieser Charaktere baut man sofort eine Beziehung auf. 
Wie die Autorin das schafft, kann ich gar nicht so genau sagen. Fest steht, dass Emily St. John Mandel mit ihrer genial konstruierten und einzigartigen Struktur in "Das Licht der letzten Tage" ein erzählerisches Meisterwerk gelungen ist. 
Und als wäre das noch nicht genug, schafft sie mit der Verbindung zu dem Graphic Novel 'Station Eleven' (übrigens handelt es sich hier um den englischen Titel des Romans) nicht nur eine künstlerische, sondern auch eine durchaus humorvolle Komponente in ihr Buch zu integrieren. 
Es war schon erstaunlich, wie all die klein gelegten Pfade, während der Geschichte, am Ende ineinander fügten und ein stimmiges Bild ergaben. 
"Das Licht der letzten Tage" ist ein sprach- und bildgewaltiges Buch, das mich unglaublich berührt hat und das ich so schnell nicht mehr vergessen werde. 
Eines meiner absoluten Jahreshighlights und das lange Warten definitiv wert. 

Montag, 28. September 2015

Charlotte Link - Die Betrogene







Verlag: blanvalet
Seiten: 639
Erschienen: 02. September 2015
Preis: 9.99 Euro ( Ebook: 8.99 Euro )







Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard, führt ein einsames und tristes Leben. Die kontaktscheue Frau schafft es einfach nicht sich ein Leben in London aufzubauen mit allem, was dazu gehört. Sie hat weder eine Beziehung noch Freunde. Auch in ihrem Beruf ist sie nicht unbedingt das, was man eine Superermittlerin nennen würde. Ihr nicht vorhandenes Selbstbewusstsein macht ihr bei allem ein Strich durch die Rechnung. Nur bei ihrem Vater Richard, ebenfalls Polizist aber bereits pensioniert, kann sie so sein, wie sie möchte. 
Doch dann wird Richard auf brutale Art und Weise ermordet. Da Kate den Ermittlern vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst an die Aufdeckung des Mordes an ihrem geliebten Vater und erkennt dabei, dass sie diesen Mann, den sie glaubte besser zu kennen als jeden anderen Menschen auf dieser Welt, völlig falsch eingeschätzt hatte. Er war nicht der, für den Kate ihn gehalten hatte.
Zeitgleich bricht die Familie Crane in einen lang überfälligen Urlaub auf. Der Drehbuchautor Jonas Crane hat von seinem Arzt strikte Ruhe verordnet bekommen und sucht diese nun auf einer einsamen Farm in den Hochmooren von Yorkshire. Die Familie ahnt nicht, dass die Ereignisse um die Ermordung von Richard Linville auch sie in schreckliche Gefahr bringen werden. Ein flüchtiger Verbrecher hat es nämlich genau auf diese Farm abgesehen...

An einem neuen Roman von Charlotte Link kann ich immer schlecht vorbei gehen. Zu oft hat mich diese Frau schon Stunden in atemloser Lesespannung verbringen lassen und mich bestens unterhalten.
Auch 'Die Betrogene' kann mit einem spannenden und clever konstruierten Plot aufwarten. Charlotte Link macht hier das, was sie am besten kann und zwar zwei Erzählstränge zu erschaffen, die nahtlos am Ende zueinander finden und einen eigentlich guten Krimi kreieren. 
Auch die obligatorische Frage nach dem Mörder konnte ich fast bis zur Auflösung nicht enträtseln. Link lockt ihre Leser immer wieder auf verschiedene Fährten, so dass ich erst kurz vor der Auflösung eine vage Vermutung hatte, die sich dann zumindest als halbwahr herausgestellt hatte. 
Auch die Lieblingsschauplätze der Autorin, die sich hauptsächlich in Englands abgelegensten Gegenden finden lassen, waren auch hier vorausschauend gewählt. Ein Hochmoor in Yorkshire und eine verlassende Schiffswerft in Liverpool bieten ideale Voraussetzungen für einen guten Kriminalroman. 
Doch trotz dieser Vielzahl von positiven Punkten in 'Die Betrogene' gab es doch einen Kritikpunkt, der die Geschichte am Ende- für mich zumindest- kaputt gemacht hat und das waren die Charaktere. 
Mit genervtem Augenverdrehen und ungläubigen Kopfschütteln lernte ich die völlig vereinsamte Kate kennen, die schon nicht mehr kontaktscheu war, sondern eher eine Sozialphobie hatte. Dann gab es da noch den eigentlich hervorragenden Detective Caleb, der sich mit seinem gerade überstandenen Alkoholproblem und seiner daraus resultierenden Unsicherheit permanent selbst im Weg steht und dann ist da noch Jane, die taffe, selbstsichere Jane, die mich zunächst noch hoffen ließ es doch einmal mit einer Persönlichkeit zu tun zu haben, die wenigstens einmal, innerhalb der Geschichte, lächeln würde aber weit gefehlt. 
Natürlich sind Charaktere, bei denen auch mal etwas gewaltig schief läuft im Leben, durchaus interessant aber wenn gleich so viele, und die genannten waren nur Beispiele, aufeinander treffen, wirkt das doch mehr unrealistisch als alles andere.
Eigentlich ziemlich schade, weil 'Die Betrogene' durchaus, von der Idee her, Potenzial hatte aber mit den Charakteren eine negative Kehrtwendung genommen hat. 
Natürlich bleibt der neue Roman von Charlotte Link, wie bereits erwähnt, trotzdem eine spannende Geschichte. Nur die Auseinandersetzung mit den Figuren, hat mir persönlich den Lesespaß zu oft genommen. 

Aber bestimmt dann wieder beim nächsten Mal, Frau Link! 

Samstag, 26. September 2015

Jana Crämer - Das Mädchen aus der 1.Reihe





Verlag: juneberry
Seiten: 311
Erschienen: 15. August 2015
Preis: 12.80 Euro ( Ebook: 6.99 Euro )









Lea und ihre beste Freundin Jule sind nicht unbedingt das, was man Partygängerinnen nennen würde. Eher zufällig geraten sie in einem Club und noch gar nicht richtig angekommen, schmieden sie bereits Pläne um möglichst schnell wieder flüchten zu können, bis sich plötzlich alles ändert. 
In dem Moment, als die Band 'Joyning' die Bühne betritt, ist es um die beiden Mädchen geschehen. 
'Joyning', das ist eine Gruppe von begeisterten und äußerst talentierten Musikern um ihren Frontsänger Ben. 
Und nicht nur, dass die Jungs an diesem Abend eine Palette von Coversongs zum besten gaben, die den Laden zum Beben brachte, nein, ganz zufällig ist Ben auch noch der bestaussehendste Typ, den Lea ja gesehen hatte. 
Hin und weg beobachte sie ihn auf der Bühne ohne ihre Umgebung mehr im Mindesten wahr zu nehmen. 
Von diesem Tag an reisen die beiden Freundinnen den Jungs zu fast all ihren Auftritten-quer durch das Land- hinterher und lernen dabei die Band auch immer besser kennen.
Doch zu welchem Preis? Immer mehr muss sich Lea den Eifersüchteleien ihres weiblichen Umfeldes aussetzten. Dieses scheint die besondere Beziehung zwischen Ben und Lea schon lange nicht mehr auf der rein platonischen Ebene zu betrachten.
Doch woher glauben diese Menschen Recht zu haben wenn Lea noch nicht einmal selbst weiß, wie sie sich fühlen soll. 

Ich bin definitiv kein Mensch weniger Worte aber wenn ich dieses Buch mit einem Wort beschreiben müsste dann ist es: Überraschungstüte. 
Und zwar eine riesige bunte mit all den Dingen drin, die einen glücklich machen, die dir einen wohligen Gänsehautschauer bereiten und dich auffangen, wenn es dir schlecht geht.
"Das Mädchen aus der 1. Reihe" ist wohl eine der besten Überraschungstüten, die ich in letzter Zeit gelesen habe. 
Du glaubst zu wissen, worum es geht und denkst: "Okay, da ist dieses etwas unsichere Mädchen, die sich in den hübschen Sänger der Band verguckt und ihn wahrscheinlich aus der Ferne permanent anschmachten wird. Ziemlich vorhersehbar oder nicht?" Du hast keine Ahnung.
Du bist sicher jeden einzelnen Charakterzug der Protagonisten genau voraussagen zu können und stempelst den Sänger als 'Frauenheld' und Lea als 'naives kleines Mädchen' ab, das sich wahrscheinlich durchgehend über den Tisch ziehen lassen wird. Lass dir gesagt sein, du wirst ziemlich überrascht aus der Wäsche gucken.
Ich persönliche spreche mich überhaupt nicht davon frei und gebe zu, dass ich nahezu identische Vermutungen im Vorfeld über diesen Roman hatte, bis dann die Überraschungstüte angefangen hat zu knallen und nicht mehr damit aufgehört hat. 
"Das Mädchen aus der 1.Reihe" ist berührend, emotional und so unfassbar verletzlich, das mir an sehr vielen Stellen das Herz richtig weh getan hat.
Auf der anderen Seite strotzt dieser Roman nur so vor Lebensenergie und macht glücklich. 
Und vor allem verdeutlicht er eine Liebe, die bei keinem Menschen jemals zu Ende gehen wird, die unerreichte, manchmal emotional zerstörende aber einfach nur glücklich machende Liebe zur Musik. Sei es bei den Leuten, die auf der Bühne stehen und ihr Herzblut und alles, was sie haben, in jeden einzelnen Song legen, um das Publikum zu begeistern oder eben bei den Menschen im Publikum, die bei einem Konzert die Möglichkeit haben für eine kurze Zeit den Alltag zu vergessen, sich nur von der Musik tragen zu lassen und Kraft zu schöpfen für all das, was da kommen mag.
Vielleicht lag es daran, dass ich selbst eine begeisterte Konzertgängerin bin und bei jeder zweiten Seite gedacht habe "Verdammt man, genauso ist es!", dass mich dieses Buch etliche Straßenbahnhaltestellen verpassen ließ, weil ich so vertieft in der Geschichte von Ben und Lea war und mich Stunden im Bett wach gehalten hat, als ich eigentlich schon schlafen sollte (genauso übrigens in dem Moment, in dem ich diese Rezension schreibe).
Aber vielleicht hat Jana Crämer hier auch eine Geschichte erschaffen, die vor allem eins ist: Unvergleichlich. 

Donnerstag, 24. September 2015

Ode an die Indies


Heute richtet sich mein persönliches und allerherzlichstes Dankeschön an all die Indie-Autoren da draußen, die mir mit ihren wunderschönen und besonderen Geschichten meinen tristen Alltag versüßen. 
Ohne euch hätte ich zahlreiche fantastische Welten nicht kennen lernen dürfen, hätte nicht an unzähligen Protagonisten mein Herz verloren, das träumerische Seufzen bei so vielen herzzereißenden Liebesgeschichten, die einen häufiger auch mal in den Wahnsinn getrieben haben, wäre mir nicht nur entgangen sondern hätte mir wahnsinnig gefehlt. 
Und wenn wir schon einmal beim Wort 'fehlen' sind: Eure ebenfalls nicht mehr zu zählenden unfassbar spannenden und toll erzählten Handlungsstränge, die mich oft gar nicht merken lassen haben, dass ich den Atem angehalten habe, was hätte ich nur ohne eure tollen Geschichten gemacht? 
Seite um Seite flogen sie nur dahin, genauso wie die Zeit und plötzlich war es wieder 3 Uhr nachts. Das machte aber überhaupt nichts. Die dicken Augen und das unkontrollierte Gähnen am nächsten Tag waren es mir definitiv wert. Konnte ich doch zwischendurch - zumindest gedanklich- noch einmal in eure Bücher abtauchen auch wenn ich zu diesem Zeitpunkt meistens schon zu Ende gelesen habe. 

Und da ihr mich nicht nur von anstrengenden Uni-Aufgaben ablenkt sondern einfach immer wieder am Straßenrand mit dem Fluchtwagen raus aus der doofen Realität wartet, freue ich mich über jede einzelne positive Rezension, die ihr bekommt und jedes Mal wenn ihr ein erstes oder neues eurer wunderbaren Bücher in den Händen halten dürft aber vor allem freue ich mich darüber, dass immer mehr Verlage auf euer großes Talent aufmerksam werden und eure Schätze im neuen Glanz erstrahlen lassen.

Das ist so wichtig und so wunderbar denn viel zu wenig von euch findet Platz in den Buchregalen der Buchhandlungen dieser Welt aber eines könnt ihr euch sicher sein:
Einen Platz in meinem kleinen Herzchen werdet ihr immer haben.

<3
Lisa

Gewinnerbekanntgabe

Ihr lieben Menschen, 

ich gebe schnell die Gewinnerin meines Gewinnspiels bekannt.
Zu gewinnen gab es ja "Die Auserwählten in der Brandwüste" 
Gewonnen hat: 
Laura Sophie. 

Herzlichen Glückwunsch! 
Melde dich doch bei mir mit Privatnachricht am besten auf meiner Facebookseite und das Buch werde ich dir umgehend zuschicken :)


Sonntag, 20. September 2015

Regina Meissner - Seductio- Von Schatten verführt






Verlag: neobooks Self-Publishing
Seiten: 353 
Erschienen: 09. September 2015
Preis: 11.99 Euro  ( Ebook: 2.99 Euro )







Die 19-jährige Ivory ist auf der Flucht, so lange sie denken kann. Mit ihrer Tante Grace hat sie schon fast das ganze Land gesehen. Das führte aber auch dazu, dass sich Ivory niemals emotional an einen Ort oder geschweige denn an einen Menschen band. Zu groß war die Gefahr beides in absehbarer Zeit wieder verlassen zu müssen. 
Doch wovor flieht die junge Frau eigentlich? Sie nennt man Decassaren oder einfach nur Schatten. Seelenlose Monster, die sich in menschliche Gestalt hüllen, um Ivory lebend zu fangen und sie da zu zwingen das Tor nach Embonis zu öffnen. Die Heimat der Schatten. Denn sie ist der Schlüssel, die einzige Möglichkeit die normale Welt mit tausender weiterer Schatten zu überfluten. Aber das darf nicht passieren. Deswegen muss Ivory alles daran setzen den Schatten nicht in die Hände zu fallen. Hilfe bekommt sie dabei von dem mysteriösen und geheimnisvollen Kil. 
Können sie es gemeinsam schaffen? 

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein Buch zu Ende lest und einfach nicht einsehen wollt, dass es zu Ende ist? Beim Ende von "Seductio" habe ich mehrere Male auf die "Seite-umblättern"-Taste auf meinem Reader gedrückt, ihn ungläubig angestarrt mit den Worten "Das kann doch jetzt nicht dein Ernst sein!", um ihn dann an die Seite zu legen und wütend anzustarren. 
Cliffhanger sind immer schlimm, vor allem, wenn ihnen eine wunderbar erzählte und clever konstruierte Fantasy-Geschichte voran gegangen ist. 
Springen wir direkt an den Anfang. Ivory ist durch ihre jahrelange Flucht mit ihrer Tante eine verschlossene junge Frau geworden, die niemanden mehr an sich ran lässt. Lieber igelt sie sich ein, als Vertrauen zu jemanden Fremdes zu fassen, um dann doch wieder enttäuscht zu werden.
Durch diese, an den Anfang gestellte und komplett schattenfreie reine Darstellung von Ivory's Lebens- und vor allem Gefühlage, habe ich direkt eine Beziehung zu ihr aufgebaut. Natürlich konnte ich verstehen, dass man irgendwann so werden musste, wenn man permanent und zu jedem Zeitpunkt seine wenigen Sachen packen und die Flucht ergreifen musste. 
Doch genauso muss Ivory ihre Einstellung ändern, als sie Kil trifft. Dieser zwingt sie schon fast ihre Geschichte preis zu geben, weil er- nach seiner Ansicht- alles wissen muss, um sie richtig beschützen zu können. So muss Ivory zum ersten Mal in ihrem Leben einen anderen Menschen vertrauen, abgesehen von ihrer Tante. Genau das macht aber die tolle Entwicklung dieses Charakters aus. Manchmal ist sie stur, manchmal sogar ein bisschen nervig, manchmal witzig aber vor allem ist sie mutig und bereit ihr Schicksal zu akzeptieren und alles zu tun, um das Tor zu Embonis geschlossen zu halten. Das war, mehr als einmal, wirklich beeindruckend. 
Und dann ist da natürlich auch noch Kil. Kil wechselt seine Launen öfter wie andere Menschen ihre Unterwäsche und wirkt dadurch, während der gesamten Lektüre, vor allem eins: unberechenbar...aber auch wahnsinnig heldenmäßig gutaussehend. Ich verstehe Ivory da vollkommen, ich hätte auch nicht gewusst, was ich von ihm halten sollte. 
"Seductio" ist somit, mit seinen sehr gut ausgearbeiteten Charakteren und einer spannenden Handlung, der absolut lesenswerte Auftakt einer romantischen und düsteren Fantasy-Trilogie, die dich am Ende wenigstens mit einer Hoffnung zurücklassen wird: "Zum Glück erscheint der zweite Teil bereits im Oktober!"

Freitag, 18. September 2015

Gewinnspiel


In genau sechs Tagen startet endlich der neue Teil der Maze Runner Reihe in den Kinos. Aus diesem feierwütigen Grund verlose ich "Die Auserwählten in der Brandwüste" hier, jetzt und sofort :)
Einzige Bedingung: Ihr müsst nur meinem Blog folgen. Also kommentiert diesen Beitrag und schon seid ihr im Lostopf.
Das Gewinnspiel endet bei Kinostart am Donnerstag den 24. September 2015 um 20 Uhr. 

Ich wünsche euch viel Glück!!

Donnerstag, 17. September 2015

Stefanie Hasse - BookElements (Die Magie zwischen den Zeilen)







Verlag: Impress
Seiten: 249
Erschienen: 03. September 2015
Preis: 12.99 Euro (Taschenbuch erscheint am 24. September) Ebook: 3.99 Euro







Lin ist eine sogenannte Wächterin. Abend für Abend zieht sie mit ihrem Team, bestehend aus Coral, Peter und Ric los, um heraus gelesene Buchcharaktere wieder einzufangen und in ihre Geschichten zurückzuschicken. Das geschieht immer, wenn Menschen, die Bücher lesen zu viele Emotionen in einem Buchcharakter stecken und dieser sich dadurch in der realen Welt materialisieren kann. 

Dabei steht das ganze Team jeweils für ein Element: Ric ist das Feuer und kann sich in einen Drachen verwandeln, Coral steht für das Wasser und kann sich in eine Meerjungfrau verwandeln, Peter für die Erde, seine Verwandlung lässt ihn zu einem Baum werden und schließlich Lin, die für die Luft steht und sich in eine Elfe verwandeln kann. 
Zusammen haben sie schon den ein oder anderen Edward oder auch mal eine Bella den Weg zurück in ihre Welt gewiesen. Doch Lin bezahlt einen großen Preis für ihre Arbeit, Privat ist ihr das Lesen nämlich ausdrücklich verboten. Zu groß ist die Gefahr, dass die reale Welt mit den Buchcharakteren, die auch Seelenlose genannt werden, überbevölkert wird. 
Doch Lin hat ein Geheimnis. Schon seit einiger Zeit hortet sie- verbotenerweise - ein Buch bei sich zu Hause. Ein Buch, von dem sie noch nie vorher gehört hatte und das in der sogenannten "Otherside" spielt. Der unangefochtene Held in dieser Geschichte ist zweifellos Zacharias. Lin hat ganz eindeutig eine Schwäche für ihn und kann es nicht lassen in diesem Buch zu lesen. Plötzlich taucht Zacharias in der realen Welt auf. Ist er Teil der dunklen Prophezeiung, die immer mehr veränderte und stärkere Seelenlose aus der Buchwelt hervorlockt? 

Denkt an all unsere Helden aus vergangenen Geschichten, seien es Edward, Bella und Jacob aus der Biss-Reihe oder Daemon, den schnuckeligen Lux, den Jennifer L. Armentrout netterweise erschaffen hat, in "BookElements" trifft ihr sie alle wieder! Wenn auch in veränderter Form, da es sich meistens um verirrte Abbilder ihrer Selbst handelt, die ziellos in unserer Welt umher wandern. Aber dafür gibt es ja- glücklicherweise - Lin und ihr Team, die die meisten wieder einfangen und in ihre Welt zurückschicken. Und so wurde, wie ich finde, eine großartige Idee geboren. In "BookElements" liest man auf fast jeder Seite die uneingeschränkte und bedingungslose Liebe zu Büchern heraus. 
Auch wenn die Protagonistin selbige, in ihrer Freizeit, noch nicht einmal lesen darf, Stefanie Hasse hat hier eine Geschichte erschaffen, die sich kein Buchliebhaber entgehen lassen sollte.
Ein tolles Leseabenteuer, das zeigt, warum Bücher eben so wichtig sind und auch wenn ich niemals Lin's Job machen möchte, weil ich ohne Bücher in meiner Freizeit nicht sehr lange bis gar nicht durchhalten würde, habe ich versucht "Book Elements"so emotionsgeladen zu lesen, dass ich wenigstens Ric herauslesen würde. Hat aber leider nicht geklappt. Da "Die Magie zwischen den Zeilen"aber nur der Auftakt der "Book Elements" Trilogie gewesen ist und ich, als bekennende Fictionmate ´, natürlich die Hoffnung nicht aufgebe, versuche ich es im zweiten Teil, der am 03. Dezember erscheint, einfach noch einmal. Der erste Teil verspricht zumindest sehr viel und hält es auch. Unbedingt lesen! 

GEWINNERBEKANNTGABE

Ihr Lieben, 

Ich wollte euch nur schnell die Gewinnerin des "MondSilberLicht" Gewinnspiels bekannt geben.
Es ist...Trommelwirbel und so...
Yvonne Augustin. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn ihr meine Wenigkeit in einem kurzen Bekanntgabevideo sehen wollt, könnt ihr das gerne, auf meiner Facebook Seite machen ;) 

Ansonsten kann ich nur sagen, dass bereits morgen das nächste Gewinnspiel startet. Ihr könnt also gespannt sein! 

Habt einen schönen Abend und vielen Dank für's Mitmachen und Da sein <3

Lisa. 


Freitag, 11. September 2015

David Lagercrantz- Verschwörung






Verlag: Heyne 
Seiten: 600
Erschienen: 27. August 2015
Preis: 22.99 Euro ( Ebook: 18.99 Euro ) 










Mikael Blomkvist ist in einer Art Midlife-Crisis geraten. Seinem Magazin 'Millenium' fehlen immer mehr Anzeigekunden, so dass sie bereits Hilfe von außerhalb annehmen mussten. Zudem setzt sich der einstige Vorzeige-Journalist Schwedens mit der Frage auseinander, ob das Schreiben wirklich das Richtige für ihn ist und er nicht doch lieber die Branche wechseln sollte.
An diese Stimmung angepasst, schenkt er dem Informanten, der ihn dringend sprechen wollte und dabei eine große Story versprach, erst einmal nicht wirklich Glauben. Ein berühmter Wissenschaftler, namens Frans Balder, hätte dem Journalisten etwas zu erzählen, das einen weltweiten Skandal auslösen könnte. Richtig Gehör schenkt Blomkvist der Geschichte erst, als der besagte Wissenschaftler ihn mitten in der Nacht kontaktiert und um ein sofortiges Treffen bittet.
Als sich die Ereignisse in der Nacht überschlagen, Balder Opfer eines Mordes wird und herauskommt, dass sein autistischer Sohn August, der noch nie ein Wort gesprochen hat, Zeuge des Verbrechens an seinem Vater wurde, weckt das nicht nur Blomkvists journalistischen Scharfsinn, sondern auch eine persönliche Seite in ihm. 
Es stellt sich heraus, dass seine alte Freundin Lisbeth Salander ebenfalls an der Sache dran ist...

Blomkvist und Salander wieder vereint.
"Verschwörung" wurde boykottiert, zerrissen und auf allen erdenklichen Weisen kritisiert. Von 'Leichenfledderei' bis zur Schändung der Erinnerung an Stieg Larsson war die Rede. 
Erstmal eins vorneweg: Auch ich gehöre zu den großen Anhängern der Millenium-Trilogie. "Verblendung", "Vergebung" und "Verdammnis" haben ihren Schöpfer Stieg Larsson in eine Liga katapultiert, die nur schwer zu erreichen ist.
Allein die Schöpfung der Figur 'Lisbeth Salander' ist ein Kunststück, das man vielleicht in eines von tausend Büchern findet. Eine Heldin, die keine sein will und sich trotzdem in die Herzen Millionen Leser gespielt hat. Einfach, weil sie so ist, wie sie ist und nie vergisst, was im Leben das Wichtigste ist und das ist für sie: Gerechtigkeit. 
Aber David Lagercrantz will sich überhaupt nicht in die Liga von Stieg Larsson erheben, viel mehr ist "Verschwörung" eine Hommage, ein Andenken an einen Autor, der viel zu früh gestorben ist. 
Die Fortsetzung der Millenium-Trilogie ist ein Thriller, der auf den ersten Seiten Anlauf braucht. Der Leser muss die Tatsache erst einmal verdauen, dass Blomkvist, den man nur als brillanten und gefeierten Journalisten in Erinnerung hatte, plötzlich ein Midlife-Crisis geplagter Mann in den mittleren Jahren ist, der die Branche wechseln und ins Fernsehen will. Bitte, Herr Blomkvist, was wollen Sie denn im Fernsehen?
Doch als er dann der Story auf die Spur kommt und immer mehr bemerkt, welche Brisanz sie beinhaltet, erlebt man, wie schnell sich Blomkvist wieder auf das beschränkt, was er am besten kann: ermitteln, recherchieren und die Wahrheit, um jeden Preis, ans Tageslicht rücken.
Seine Schwäche für Lisbeth hat er auch im vierten Teil nicht abgelegt. Hier kommen wir auch zu dem Punkt, vor dem ich persönlich Bedenken hatte. Lisbeth Salander ist eine der faszinierendsten und eindrucksvollsten Romanfiguren, die jemals geschaffen wurden. Kann ihr ein David Lagercrantz gerecht werden? Er kann. 
Zumindest hatte ich das Gefühl keiner vollkommen fremden Person zu begegnen, sondern einer alten Freundin, bei der ich mehr als einmal, während der Lektüre, schmunzelnd den Kopf schütten musste und gedacht habe: "Typisch Lisbeth!". Auch die Beziehung und die Umgangsweise zwischen Lisbeth und August, den autistischen Sohn von Balder, ist wunderbar beschrieben und lesenswert. 

Ich glaube, das Wichtigste bei Büchern, über die im Vorfeld viel und vor allem viel Negatives geschrieben wurde, ist, sich seine eigene Meinung zu bilden. Und das ist bei "Verschwörung" so wichtig. David Lagercrantz hat einen sehr gut recherchierten, spannenden und lesenswerten Roman geschrieben.
Abseits aller Kritik und Boykottaufrufen, lässt er Blomkvist und Salander auf die Bühne zurückkehren und man erkennt, dass die beiden es noch können und wie sie es können. 

Chapeau, Herr Lagercrantz! 



Dienstag, 8. September 2015

Stapel ungelesener Bücher

Gestern habe ich es getan. 
Bei der Umräumaktion, bei der ich nicht nur meine Bücher im Regal komplett neu sortiert und auch einiges aussortiert habe, wurden alle Karten auf den Tisch gelegt.
Mein SUB, auch Stapel ungelesener Bücher genannt, auch der Grund, warum ich mich jetzt sofort auf eine einsame Insel verschwinden muss, um erst wiederzukommen, wenn ich alles ausgelesen habe, was sich so bei mir angesammelt hat und das ist gar nicht mal so wenig...




80 Bücher sind es insgesamt. Wie konnte das denn bitte passieren? Ich weiß, es ist eine blöde Frage. Natürlich passiert das ganz schnell, man sieht ein Buch, liest den Klappentext und schon will man es haben. Zumindest ist das bei mir so, wenn ich ein Buch wirklich haben will dann kann ich nicht warten, um es mir eventuell später zu kaufen. Nein, ich muss es sofort besitzen ( Bildlich kann man sich das so wie bei Gollum in "Herr der Ringe" vorstellen). Und na ja, was soll ich sagen, ich musste diese Bücher alle haben ;-) 
Genauso übrigens, wie die beiden heute. Ich war in der Buchhandlung und ich konnte sie nicht liegen lassen. 


Somit erhöht sich die Zahl auf 82 Bücher...Aber das macht ja nichts, ich bin sicher irgendwann, wahrscheinlich als 80-jährige im Schaukelstuhl, werde ich meinen SUB-Berg bezwungen haben. Man soll ja immer optimistisch bleiben ;-)
Bis dahin werde ich wohl nicht aufhören können, die Zahl weiterhin in die Höhe zu treiben. 
Es gibt einfach viel zu viele gute Bücher <3



Das kam übrigens bei der Umräumaktion raus: 


Habt einen schönen Abend! 

K. Bromberg - Driven. Verführt






Verlag: Heyne
Seiten: 478
Erschienen: 12. Januar 2015
Preis: 8.99 Euro ( Ebook: 7.99 Euro )









Rylee ist jung, hübsch und steht mitten im Leben. Sie arbeitet als Sozialarbeiterin mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. 
Als dann, auf einer Wohltätigkeitsveranstaltung, ER in ihr Leben tritt, verändert sich mit einem Schlag alles. 
ER, das ist der attraktive, umwerfende Junggeselle Colton Donovan, in dem Fall berühmter Rennfahrer, Werbeträger und Frauenmagnet. 
Obwohl Rylee zunächst die toughe und selbstbewusste Frau mimt, die sich eben nicht von genau solchen Männern den Kopf verdrehen lässt, kann sie Colton nicht vergessen. Es scheint, als würden die beiden sich magisch zueinander hingezogen fühlen und plötzlich bröckelt Rylees mühsam aufrecht erhaltene Fassade denn die junge Frau trägt, seit Jahren, ein schlimmes Schicksal mit sich herum, das es ihr bisher unmöglich machte, sich über ihre selbst auferlegten Grenzen hinauszuwagen aber auch Colton, das erkennt Rylee ziemlich schnell, ist nicht der Draufgänger, für den sie ihn zunächst gehalten hatte. Doch was ist es, was Colton vor Rylee zu verbergen versucht und was ist wenn, beim Versuch dieses Geheimnis zu ergründen, ihr Herz brechen wird?

"Driven-Verführt" ist typisch, werden viele nach dieser Inhaltsangabe sagen. Vielleicht haben Sie auch Recht, vielleicht haben wir hier wieder die typische: Frau, die sich selber nicht sonderlich hübsch und begehrenswert findet und eigentlich ziemlich in sich gekehrt ist, trifft umwerfend gut aussehenden Typen, der aber auf gar keinen Fall eine feste Beziehung will, ein Geheimnis hat, das ziemlich sicher irgendetwas mit einer schlimmen Kindheit zu tun hat aber trotzdem nicht die Hände von der Frau lassen kann- Geschichte aber wenn wir ganz ehrlich sind, faszinieren uns diese trotzdem, sonst würden wir das Schema F, den der Handlungsstrang von "Driven" zweifelsohne folgt, nicht so gut kennen. 
Ich behaupte, dass genau diese Faszination daraus resultiert, dass sich zumindest die weibliche Seite mit den Protagonistinnen identifizieren kann. In "Driven" spielt keine blonde, 1.80 m große, schlanke Laufstegschönheit die Hauptrolle, es ist eine gewöhnliche Frau, die man an jeder Ecke treffen könnte. Eine Frau, die mit ihrer Vergangenheit gelernt hat umzugehen. Natürlich ist der männliche Protagonist Colton dann wieder ein Auswuchs reiner überschäumender  weiblicher Fiktion denn gut aussehende, steinreiche und berühmte Rennfahrer lehnen sicherlich nicht an jeder zweiten Straßenlaterne und warten darauf, sich mit dir ins nächste Abenteuer zu stürzen aber entschuldigt bitte, in solchen Büchern brauchen, wir Mädels, solche Männer, um zumindest die Hoffnung zu wahren, dass vielleicht doch irgendwo so eine Straßenlaterne in Sicht kommt.
"Driven-Verführt" ist ein wunderbar, unterhaltsamer Auftakt einer Reihe mit einer tollen Story, die Abwechslung beinhaltet und im Leser Neugier erweckt, wie es mit Rylee und Colton weiter geht. Bei mir hat Schema F also ganz hervorragend funktioniert. Band zwei und Band drei stehen schon in den Startlöchern.

Lillith Korn- Better life- Ausgelöscht






Selfpublisher
Seiten: 251
Erschienen: 17. Juli 2015
Preis: 8.99 Euro ( Ebook: 2.99 Euro)
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Wir befinden uns im Berlin der Zukunft. Eine Organisation, namens "Better life", wirbt mit der Sache, dass sie in der Lage ist, die Erinnerungen von Menschen zu löschen, um sie damit von traumatisierten Erlebnissen zu befreien, die man allein normalerweise nicht aus dem Gedächtnis streichen kann. 
Doch "Better life" geht noch viel weiter: Auch die Persönlichkeit eines Menschen kann völlig neu programmiert werden, um ihn dann eine neue Identität verpassen zu können. 
Die Entwicklerin dieses Programms heißt Zoe und ihre erste Ambition ist Gutes zu tun. So will sie beispielsweise aus dem Krieg zurückgekehrte traumatisierte Soldaten dabei helfen das Erlebte zu verarbeiten. 
Doch viel zu spät erkennt Zoe, dass "Better life",mit ihrer Erfindung, ganz andere Ziele verfolgt und als sie dann auch noch auf Paul trifft und sich beide plötzlich auf der Flucht befinden, muss sie alles auf eine Karte setzen...

Ich, als bekennender Dystopie-Fan, kann an dieser Stelle nur anmerken, man fliegt durch dieses Buch. Man bemerkt gar nicht, wie der Prozentzeiger unten am Reader sich immer mehr der Hundert-Prozent-Marke nähert und wenn man dann vom Ende nicht mehr überrascht, sondern überfallen wird, muss man sich erst einmal zwingen in die Realität zurückzukehren, in der es-zum Glück- keine Organisationen gibt, dir deine Persönlichkeit klauen wollen. 
In "Better life-Ausgelöscht" trifft eine clever durchdachte Handlung auf eine fast durchgängig aufrecht erhaltene Spannung und das alles eingebettet in einer Zukunftsvision, die vor allem eins ist, beängstigend real. In unserer heutigen Gesellschaft werden wir fast täglich mit neuen Technologien konfrontiert. Mittlerweile ist es möglich, sich das Aussehen eines Kindes im Mutterleib zu programmieren. Wie weit hergeholt ist es da, dass man- in ferner Zukunft- möglicherweise auch mit der Persönlichkeit eines Menschen experimentieren kann? 
Die Persönlichkeit dieses Buches wurde- glücklicherweise- weder gelöscht noch manipuliert, sie ist und bleibt der spannende Auftakt eines Dystopie-Zweiteilers, der es nicht lassen konnte mich mit einem nervenaufreibenden Cliffhanger gnadenlos an den zweiten Teil zu verweisen.
Hoffentlich erscheint er bald.

Montag, 7. September 2015

GEWINNSPIEL

Liebe Büchermenschen,

gestern ging dieser Blog online und freue mich immer noch riesig darüber. 
Um das ein bisschen zu feiern, möchte ich euch beschenken.

Aus diesem Grund verlose ich den ersten Teil der MondSilberLicht Reihe von Marah Woolf :) 

Um zu gewinnen, kommentiert einfach diesen Beitrag und schon landet ihr im Lostopf! Ein Extralos bekommt jeder, der noch zusätzlich auf meiner Facebook Seite Buchmagie kommentiert.
Für alle, die diesem Blog noch nicht folgen, würde mich natürlich freuen, wenn ihr das nachholt :)
Es ist aber kein Muss. Ende der Aktion ist der 17. September (18 Uhr) .

Und nun wünsche ich euch allen viel Glück und einen schönen Abend! 
Lisa

Sonntag, 6. September 2015

Melanie Raabe- Die Falle






Verlag: btb
Seiten: 352
Preis: 19.99 Euro ( Ebook: 15.99 Euro )






„Ich werde bereit sein.
Eine Falle bezeichnet eine Vorrichtung zum Einfangen oder Töten.
Eine gute Falle sollte zweierlei sein: sicher und simpel.“
Die bekannte Bestsellerautorin Linda Conrads ist der Öffentlichkeit und ihren Fans ein Rätsel. Seit elf Jahren hat die 38-jährige ihre riesige Villa, am Starnberger See, nicht mehr verlassen. Ein gut ausgedachtes System sorgt dafür, dass Linda mit Lebensmitteln versorgt wird und auch ihrem Hund Bukowski fehlt es, mit Lindas riesigem Grundstück, an nichts, außer vielleicht, dass sein Frauchen ihn auf seinen Streifzügen nicht begleiten kann. Lindas Welt beschränkt sich auf das Erd- und Obergeschoss, dem Dachboden und dem Keller ihres Hauses denn hier fühlt sie sich sicher. In regelmäßigen Abständen schreibt sie ein neues Buch und sichert sich somit ihren Lebensunterhalt. Doch die mühsam aufgebaute heile Welt der Autorin fällt plötzlich in sich zusammen, als sie sein Gesicht im Fernsehen sieht. Das Gesicht, das sie seit zwölf Jahren bis in ihre Albträume verfolgt. Vor zwölf Jahren fand Linda ihre jüngere Schwester Anna tot in einer Blutlache in ihrer Wohnung, sie wurde erstochen und ihren Mörder konnte Linda noch ins Gesicht sehen, bevor dieser vom Tatort flüchtete. Er wurde nie gefasst und lächelt ihr nun, als erfolgreicher Journalist, über den Bildschirm zu. Linda beschließt dem Mörder ihrer Schwester eine Falle zu stellen, um ihn endlich, nach so langer Zeit, zu einem Geständnis zu zwingen. Doch, wie stellt man so etwas an, wenn die Angst zu groß ist, das eigene Haus zu verlassen? Und was ist wirklich in der Tatnacht, vor zwölf Jahren, passiert?
Der Debütroman von Melanie Raabe schlägt nicht mit blutigen Szenen kaltblütiger Morde auf. Er rückt die psychologische Kehrseite der einzelnen Protagonisten in den Vordergrund. Ganz besonderes Augenmerk liegt natürlich hier auf der Hauptperson, der zu Beginn äußerst psychisch instabilen Linda. In kurzen anaphorischen Sätzen werden Lindas innere Zerrissenheit und ihre Angstzustände beschrieben, die sie, seit dem Tod ihrer Schwester plagen. Der Leser erhält einen intensiven Einblick in die Gefühlswelt einer Frau, die der Gesellschaft einfach entsagt hat, weil sie nicht einsehen wollte, dass der Mörder ihrer Schwester, mit seiner Tat, einfach so davon kommen kann. Als sie dem Monster dann auf einmal, über einen Bildschirm, ins Gesicht sehen muss, erstellt sie einen perfekt ausgeklügelten Plan, um ihn doch noch das Handwerk zu legen. Akribisch und fast pedantisch bereitet sich Linda auf den Augenblick vor, wo sie dem Mörder von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen würde. Doch bei der Umsetzung des Planes, läuft schon zu Beginn, einiges in die genau gegenteilige Richtung und das führt dazu, dass auch der Leser nicht mehr weiß, wer bei der Geschichte eigentlich nun das wahre Opfer ist. Melanie Raabe versteht es hierbei geschickt ihre Leser in die Irre zu führen: im einen Moment fühlt man mit, mit dieser Frau, die doch eigentlich nur Gerechtigkeit will, deren Leben zerstört wurde, in dem Moment, als sie ihre Schwester tot auf dem Fußboden liegen gesehen hat, um im anderen Moment zu glauben, dass dieselbe Frau, in ihrer selbst auferlegten Isolation, langsam aber sicher komplett verrückt geworden ist und einen völlig Unschuldigen in die Falle gelockt hat.
Die Spannung in „Die Falle“ versteckt sich dabei zu Beginn der Lektüre irgendwo in der Ecke, um dann im Verlauf, ganz langsam aber dann komplett den Leser einzuhüllen. Das führte beispielsweise bei mir dazu, dass ich am Ende eines jeden Kapitels das Buch kurz weglegen musste, um den Kopf zu schütteln und mich zu fragen, wen ich eigentlich nun meine Sympathie, als Leser, geben soll. Auch die Idee einen Roman in den Roman einzubauen, fand ich sehr gelungen. Parallel wird nämlich, im Laufe von Raabes Geschichte, der Roman von Linda Conrads eingebaut. In ‚Blutsschwestern‘ schildert sie den Mord an ihrer Schwester noch einmal in allen Einzelheiten. Auch wenn dort die Hintergrundgeschichte etwas geändert wurde.
Zusammenfassend ist Melanie Raabe ein äußerst guter Debütroman gelungen, der zwar nicht die klassischen Thriller Elemente beinhaltet, aber den man doch schlecht aus der Hand legen kann, weil man unbedingt wissen will, wie er ausgeht.

Oliver Susami- Vierter Stock Herbsthaus








Selfpubisher
Erschienen: Februar 2014
Preis: 13.99 Euro ( Ebook: 3.99 Euro )








Es ist ein fast zu verlockendes Angebot!
Lena zieht mit ihrer Freundin in eine große Wohnung im sogenannten "Herbsthaus" und das für gerade mal 200 Euro Warmmiete. Die einzige Bedingung, die an dieses Angebot geknüpft ist, klingt zunächst auch erstmal durchaus vertretbar: Das Mehrfamilienhaus, das ansonsten nur noch zwei andere Mietparteien enthält, soll einmal am Tag in einem Rundgang auf Schäden und Mängel untersucht werden. 
Doch bereits kurz nach ihrem Einzug in die neue Wohnung, beschleicht Lena das Gefühl, dass mit diesem Haus irgendetwas nicht stimmt. Gegenstände scheinen ihren Platz zu wechseln und auch seltsame Geräusche bringen Lena immer mehr um den Verstand und schon bald darauf werden die beiden Frauen in eine Geschichte verstrickt, die eigentlich nicht sein darf, nicht sein kann. 

"Vierter Stock Herbsthaus" baut von der allerersten Seite an eine Spannung auf, die fast mit den Händen greifbar erscheint und steigert sie, während der gesamten Nacherzählung, in einem so beeindruckenden Maße, dass sich die Leser die Gänsehaut schon fast abschütteln müssen. Doch wer jetzt jede Menge Blut in Susamis Werk erwartet, kommt leider nicht auf seine Kosten denn der Grusel, der den Leser aus diesem Buch fast anspringt, ist subtil und gerade deswegen noch viel, viel, viel beängstigender. 

Sollte das noch nicht ausreichen, dem lass gesagt sein, dass der Begriff "Nacherzählung" in diesem Fall wörtlich genommen werden sollte denn die Geschichte von Lena und ihrer Freundin, soll, nach Angaben des Autors, genauso passiert sein. Es beruht also auf einer wahren Begebenheit.

Für mich persönlich eines der besten Bücher, die ich in diesem Genre in den letzten Jahren gelesen habe, auch wenn ich manchmal sehr viel Mut zum Weiterlesen brauchte.

Sanne Munk Jensen & Glenn Ringtved- Wir wollten nichts. Wir wollten alles








Verlag: Oetinger
Seiten: 336
Erschienen: Januar 2015
Preis: 16.99 Euro ( Ebook: 12.99 Euro )







Aus einem Fluss werden zwei Leichen gezogen. Ein Mädchen und ein Junge, die mit Handschellen aneinander gekettet sind. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass die beiden jungen Menschen gesprungen sein müssen. Auch ihre Identität wird schnell geklärt: es handelt sich um Liam und Louise. Ein verliebtes Pärchen, dass ihr gesamtes Leben noch vor sich hatte, was kann sie also zu einem so radikalen Schritt gezwungen haben?
Louises Eltern zerbrechen fast am plötzlichen Tod ihrer Tochter. Während ihre Mutter sich in die Leere und Ausweglosigkeit des eigenen Daseins flüchtet, versucht ihr Vater die letzten Wochen seiner Tochter zu rekonstruieren und nachzuempfinden, was sie schließlich in den Tod getrieben hat. Als er dann das Tagebuch seiner Tochter findet, lernt er nicht nur sich, sondern auch seine Tochter neu kennen.

"Wir wollten nichts, wir wollten alles" ist ein Roman, der fast körperlich weh tut. Die beiden skandinavischen Autoren erzählen die Geschichte einer Liebe, die an sich echt und richtig war, aber zu völlig falschen Zeitpunkten in den beiden Leben der Protagonisten statt fand. Ein gewaltiges Buch, das darüber hinaus die Sehnsucht nach dem perfekten Leben thematisiert und die verschiedenen Wege, die das Leben, durch falschen Entscheidungen, nimmt, um schließlich  genau ins Gegenteil zu führen. 
Die Geschichte von Liam und Louise wird dabei in zwei Handlungsstränge geteilt, die beide von Louise erzählt werden und von der Zeit vor und nach Liams und ihrem gemeinsamen Selbstmord, handeln. Aus diesem Grund bekommt der Leser auch einen Eindruck in das Seelenleben von Eltern, Geschwistern und Freunden, die allesamt ganz unterschiedlich mit dem gemeinsamen Schicksalsschlag umgehen. 
Trauer, Mitgefühl, Wut aber Freude und Sehnsucht, all das vereint "Wir wollten nichts, wir wollten alles". Eine Geschichte, die auch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleiben wird.

Anna Seidl- Es wird keine Helden geben






Verlag: Oetinger
Seiten: 256
Erschienen: Januar 2014
Preis: 14.95 Euro ( Ebook: 9.99 Euro )









„Wenn die Stille dir das Leben rettet, definierst du neu, was laut und was leise ist“.

Miriam führt das ganz normale Leben einer 15-jährigen mit einem großen Freundinnenkreis, Parties, Spaß und den ersten Freund, dessen Perfektheit natürlich niemand überbieten kann. Bis zu diesem einen Tag, der eigentlich wie jeder andere beginnt und der doch ihr ganzes Leben verändern sollte…

Anna Seidls packender Debütroman beginnt mit einem Amoklauf an Miriams Schule, sie muss mit ansehen, wie ihre erste große Liebe erschossen wird und wird beinahe selbst Opfer des Amokläufers, bevor sie im allerletzten Moment gerettet wird.

Doch wurde sie das wirklich…gerettet? Denn was passiert eigentlich mit den Menschen, die zwar überlebt haben aber dann  nicht wirklich wissen, wie ihr Leben weiter gehen soll und ob es überhaupt weiter gehen soll…

Wahnsinnig intensiv und so unfassbar ehrlich werden hier Miriams Versuche geschildert sich nicht ihr altes Leben zurückzuholen sondern etwas Neues aufzubauen, was eben so wert ist gelebt zu werden und bis zum Letzten ausgekostet werden sollte. Ihre Bemühungen mit dem Schmerz, der ihr mit den Verlust geliebter Menschen hinzugefügt wurde, umzugehen aber auch mit der Schuld zu leben, wie viel Anteil Ihre Freunde und sie an der unvorstellbaren Tat Ihres Mitschülers hatten. 

Anna Seidl hat mit ihren jungen Jahren eine Geschichte in einer Sprache geschaffen, in der man mit der Protagonistin mitleidet und in der man hinter jedem Kapitel erst einmal das Buch zuklappen und tief durchatmen muss. 

„Es wird keine Helden geben“ ist eine Geschichte, die nicht nur während des Lesens beschäftigt sondern auch weit danach im Gedächtnis bleiben wird und vielleicht sogar den ein oder anderen des eigentlichen Zielpublikums des Genres (Jugendbuch) dazu anregen wird, ein paar seiner Entscheidungen und Handlungen, die er im Alltag trifft, zu überdenken.

Denn auch wenn wir uns das manchmal wünschen, das Leben ist kein Film. Und am Ende musst du mit deinen Entscheidungen, die du triffst , zurechtkommen und dein Leben leben.
Lest dieses Buch! Sofort!

Joy Fielding- Lauf, Jane, lauf!






Verlag: Goldmann
Seiten: 448
Erschienen: 1992
Preis: 9.99 Euro ( Ebook: 8.99 Euro )









Zu Beginn von Joy Fielding's " Lauf, Jane, Lauf!" treffen die Leserinnen und Leser auf eben jene Jane. Eine ganz normale Frau, die ihren Tag mit einem üblichen Einkauf starten wollte, bis sie auf einmal nicht mehr weiß, wer sie ist und was sie überhaupt hier macht. Die gesamte Stadt ist Jane, auf einen Schlag, unvertraut. Daraufhin sucht sie panisch ein Hotel auf. Als sie in ihrem Hotelzimmer, beim Öffnen ihres Mantels, dann auch noch bemerkt, dass ihr Kleid mit Blut befleckt ist und sie dazu noch Unmengen an Bargeld mit sich führt, beginnt ein unvorstellbarer Albtraum für die junge Frau. Jane wird ein ihr wildfremder Mann vorgestellt, der behauptet ihr liebender und treusorgender Ehemann zu sein und auch von einer kleinen Tochter ist die Rede. 
Aber wohin ist Jane's Tochter verschwunden und warum bekommt sie immer mehr das Gefühl, dass ihr Ehemann nicht der Traummann ist, den er vorgibt gewesen zu sein? 

"Lauf, Jane, Lauf!" reißt,von der allerersten Sekunde an, mit. Fast körperlich erleben die Leserinnen und Leser die Odyssee,  auf die Joy Fielding ihre unglaublich sympathische und authentische Protagonistin schickt. Diese Geschichte vereint jedes Element, was man von einem typischen Thriller erwartet: eine fast greifbare Spannung, die während des Verlaufs in einem so großen Maße gesteigert wird, dass ich die letzten 150 Seiten bis 3 Uhr nachts, in einem Rutsch, zu Ende lesen MUSSTE. Dazu kommt eine Hauptfigur, deren Rolle man am Anfang des Romans noch nicht eindeutig zuschreiben kann denn was ist Jane überhaupt? Opfer? Täterin? 
Egal, wie Joy Fielding diese Frage, während der Lektüre, schlussendlich beantwortet, am Ende des Romans, das so unerwartet den Leser fast überfallen wird, kann man Jane wohl nur eine Rolle geben: die der Heldin. 
Dieses Buch gehört zu Joy Fielding's früheren aber auch zu ihren besten Werken und sollte von jedem Thriller-Fan und solche, die es werden wollen, unbedingt verschlungen werden.

Nathan Filer- Nachruf auf den Mond






Verlag: Droemer HC
Seiten: 320
Erschienen: 02. März 2015
Preis: 19.99 Euro ( Ebook: 17.99 Euro )









"Ich werde Ihnen erzählen, was passiert ist, denn bei der Gelegenheit kann ich Ihnen meinen Bruder vorstellen. Er heißt Simon. Ich glaube, Sie werden ihn mögen. Wirklich. Doch in ein paar Seiten wird er tot sein. Danach war er nie wieder derselbe."

Der Klappentext von Nathan Filer's Debütroman "Nachruf auf den Mond" gibt auf den ersten Blick nicht viel über den Inhalt dieser wunderbaren Geschichte preis. Während der Lektüre, lernen wir aber schnell Matt kennen, die Hauptfigur des Buches. Doch Matt's eigene Hauptfigur ist sein älterer Bruder Simon, der ein Gesicht wie ein Mond hat und bereits im ersten Kapitel stirbt. Doch wie es zu Simons tragischem Tod gekommen ist, darüber lässt Nathan Filer seine Leserinnen und Leser lange im Dunkeln. Fest steht nur, dass dieses tragische Ereignis der Auslöser einer langen Kette von Umständen war, die Matt schließlich in die geschlossene Abteilung einer Psychiatrie gebracht haben, von der er aus weite Teile dieser Geschichte zu Papier bringt. Matt will uns von seinen einzigartigen Bruder erzählen, der auch nach seinem Tod nicht aus seinem Leben verschwindet, aber nicht so, wie Sie jetzt denken: Matt erinnert sich nicht nur an ihn, er sieht ihn sogar manchmal, zumindest wenn er seine Medikamente absetzt.

Es gibt Bücher, die dich fesseln, die du nicht mehr aus der Hand legen kannst und die du nie wieder vergessen wirst. All diese wunderbaren Eigenschaften vereint "Nachruf auf den Mond" in sich. Eine unglaublich berührende Geschichte über die Liebe und den Zusammenhalt zweier ganz besonderer Geschwister, über die Art und Weise, wie der Verlust eines geliebten Menschen, eine Familie zerbrechen aber auch wieder teilweise zusammenschweißen kann und eine Geschichte über einen jungen Mann, der erst lernen muss, loszulassen. 
Nathan Filer hat hier etwas ganz Besonderes und Einzigartiges geschaffen, so wie seine Figuren, die so authentisch sind, dass man Simons fröhliches Lachen, während er am Strand entlang läuft und Steine sucht, fast hören kann. 

"Nachruf auf den Mond" als klare Leseempfehlung zu bezeichnen, würde dieser großartigen Geschichte noch lange nicht gerecht werden. Am liebsten würde man, mit diesem Buch, zu den Menschen gehen und sie überzeugen, es unbedingt lesen zu müssen. Auch wenn es sie wahrscheinlich an vielen Stellen traurig machen wird, am Ende von Matt's Erzählungen werden sie trotzdem das Buch schließen und lächeln. 

Wegen solchen Büchern, liebe ich die Literatur noch ein bisschen mehr!
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